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  Die Entenanalyse: Die Lokomotive des Kaukasus
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Das aktuelle Lustige Taschenbuch, das die Nummer 513 trägt, seit dem 6. November im Handel ist und mit »90 Jahre Micky« betitelt wurde, bewegte sich bislang auf einem sehr erfreulichen Niveau und hat die schwache vorausgegangene Ausgabe bereits vergessen lassen. Der zuletzt von uns analysierte Comic »Das Schachspiel des Lebens« war erneut ein guter, ihr findet den zugehörigen Artikel an dieser Stelle. Nun war das Quintett an Mitarbeitern, das den Band für uns liest, schon beim vorletzten Comic angelangt.

Die Lokomotive des Kaukasus

Die Geschichte wurde vor rund zwei Jahren erstmals abgedruckt, nämlich in der am 4. Oktober 2016 erschienenen Ausgabe des italienischen Disney-Magazins »Topolino«. Damals trug der 28 Seiten lange Dreireiher den Titel »Paperino, Paperoga e la locomotiva del Caucaso«, was im Prinzip das gleiche bedeutet wie im Deutschen, nämlich »Donald, Dussel und die Kaukasuslokomotive«. Verfasst wurde der Comic von Bruno Sarda, für die zeichnerische Ausgestaltung war Sandro Del Conte der Verantwortliche.

Worum geht es?

Donald und Dussel gammeln in der Redaktion des Entenkuriers herum und liefern eigentlich nur belanglose redaktionelle Beiträge ab. Dagobert, der sich gerade in der Antarktis befindet, weist die beiden daraufhin via Videotelefonie dazu an, einen Artikel über die »Lokomotive des Kaukasus« zu schreiben. Ohne auf weitere Erklärungen zu warten, brausen die rasenden Reporter los. Sie schnappen sich dabei nicht das Paket mit Infomaterial, das ihnen ein Bote bringen wollte, sondern ein Geschichtsbuch namens »Die Chronik der Züge«, das ihnen zufälligerweise ein unbekannter Mann verkaufen wollte. Mit dem Werk im Gepäck reisen die beiden gen Russland.

Spoiler

Durch das Buch erfahren die beiden von einem Ganoven namens Igor dem Schrecklichen, der einst mit einem Zug voller Gold vor den Truppen des Zaren geflüchtet ist. Sie gehen davon aus, dass der damals im Kaukasus verschollene Zug genau der sein muss, über dessen Verbleib sie etwas herausfinden sollen. In der Bibliothek der Stadt »Kalinkagrad« recherchieren sie weiter und ziehen dabei die Aufmerksamkeit unterschiedlicher zwielichtiger Gestalten auf sich, die augenscheinlich mit Nachfahren Igors des Schrecklichen in Verbindung stehen. Nach alledem, was sie in der Bibliothek erfahren und in einer geheimen Nachricht lesen, die an einer Statue angebracht wurde, kennen Dussel und Donald den mutmaßlichen Ort, an dem der Zug einst verschwand. Beim dortigen Bürgermeister geben sich die ganzen Männer zu erkennen, welche den beiden Reportern bis dahin auf den Fersen waren. Der Bürgermeister berichtet, dass sich nur noch Steine im Zug befunden hatten, als dieser in der Stadt angekommen war, und dass Igor das darin transportierte Gold schon vorher losgeworden sein muss. Igors Nachkommen kapitulieren und ziehen von dannen. Donald und Dussel lassen sich indessen noch die alte Lokomotive zeigen, die in einem Stollen entsorgt wurde. Es zeigt sich, dass die ganze Lok aus Gold ist und nur mit Farbe überzogen worden war, damit man den Schatz nicht erkennt. Mit einer spannenden Geschichte im Gepäck reisen die beiden nach Entenhausen zurück. Nachdem die Story veröffentlicht wurde, ist Dagobert fuchsteufeswild, da er von den beiden eigentlich einen Bericht über den russischen Radfahrer Paul Pedal haben wollte, den man als die »Lokomotive des Kaukasus« bezeichnet. Nachdem sich die Ausgabe des »Entenkuriers« dann jedoch bombastisch verkauft, zeigt sich der reichste Erpel der Welt versöhnlich und belohnt die beiden Reporter mit einer lächerlichen Spielzeugeisenbahn, die fortan durch ihre Redaktion fährt.

Die Einschätzung

Wer unsere Analysen der Comics des Lustigen Taschenbuchs regelmäßig verfolgt, der wird bereits wissen, dass wir mit Auftritten von Dussel Duck - vorsichtig ausgedrückt - sehr selten etwas anzufangen wissen. Zu vorhersehbar und zu überdreht sind üblicherweise die Slapstick-Momente, zu dumm wird die Figur dargestellt. »Die Lokomotive des Kaukasus« entpuppte sich als eine löbliche Ausnahme, denn von alledem, was uns an seinen Comics sonst stört, war hier erfreulich wenig zu sehen. Vielmehr bekam man hier eine gut strukutiert Abenteuergeschichte geliefert, die unvorhersehbar ist, ein gutes Tempo hat, mit meist ganz gut dosiertem Humor daherkommt und obendrein storytechnisch unverbraucht und kreativ war. Wenn es überhaupt etwas gibt, das man daran kritisieren könnte, dann ist es der alberne Schlussgag, der weder amüsant noch zur Story passend war. In einem Fall wie diesem wäre es nicht einmal nötig gewesen, überhaupt einen Schlussgag einzubauen, gerade wenn dadurch die beiden Charaktere, die bis dahin eigentlich gut »geliefert« haben, noch einmal herabgewürdigt werden. Am ordentlichen Gesamteindruck änderte dies jedoch wenig: Zwei unserer Mitarbeiterinnen bewerteten den Comic mit der Note Zwei, die drei anderen entschieden sich für eine Drei. Somit stand am Ende der Durchschnittswert 2,6 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz