Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
45.406 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »LAURA81«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Die Liebe und das liebe Geld
Werbung:
Seit dem 30. März ist das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 544 im Handel. »Fast schon zu furios!«, so der Name des guten Stücks, hat sich dabei bislang als erstaunlich gut erwiesen: Vier Comics haben wir bis hierhin von einem Mitarbeiter-Quintett lesen lassen, und sie haben sich allesamt als ziemlich brauchbar herausgestellt. Schon jetzt wurden gefühlt mehr Seiten mit anständigem Comicmaterial gefüllt, als es in den gesammelten vorausgegangenen 2021er Ausgaben getan wurde. Auch die zuletzt von uns thematisierte Story »Aller Anfang ist schwer« war ordentlich, hatte jedoch einen etwas größeren Haken, wir wir an dieser Stelle schilderten. Ihr seht das weniger eng: Während wir schlussendlich die Note 3,0 vergeben haben, ist der Schnitt eurer Abstimmung bis dato eine 2,63. Weiter ging es mit ein paar Liebesangelegenheiten.

Die Liebe und das liebe Geld

Hierbei handelt es sich um einen Comic aus der von Sisto Negro geschaffenen Gitta-Gans-Reihe »Agentur Herzdame«, in der Dagoberts Dauergroupie als Expertin in Fragen der Romantik fungiert. Im Lustigen Taschenbuch gab es schon einen Comic aus der Serie zu lesen, allerdings ist dies schon ein Jahrzehnt her. Ein paar andere Teile wurden für andere Publikationen übersetzt. »Die Liebe und das liebe Geld« hieß im Original »Amori e denari« (Geld und Liebe) und wurde am 12. April 2011 im italienischen Magazin »Topolino« publiziert. Für die (bisweilen etwas dahingeschmiert wirkende) zeichnerische Umsetzung der 25 Seiten langen Story sorgte Graziano Barbaro.

Worum geht es?

Gitta wird in ihrer Agentur von einer Geschäftsfrau namens Irana Irrlicht aufgesucht, die sich in Dagobert Ducks reichen Geschäfsfreund Gabriel de Gans verliebt hat, der sie jedoch gar nicht wahrnimmt. Gitta soll ihr helfen, an ihn heranzukommen. Dazu bemüht Gitta ihren digitalen Assistenten TTT (Tricks, Tarnung, Techtelmechtel) alias Tripletti, der im italienischen Original TITTY (!) heißt. Dieser identifiziert Gabriel de Gans' Leidenschaft für Golf als Ansatzpunkt, und Gitta setzt alle Hebel in Bewegung, dass daraus etwas wird.

Spoiler

Gitta fordert einen offenen Gefallen von Dagobert ein und sorgt auf diese Weise dafür, dass sie und Irana in den »Golfklub der Milliardäre« gelangen. Dort spielt Irana mit Gabriel de Gans gemeinsam Golf. Die beiden harmonieren prächtig und verabreden sich anschließend zu einem weiteren Spiel, so dass Gitta zufrieden festhält, dass sie und ihre Agentur mal wieder ganze Arbeit geleistet haben. Einige Tage später braust Irana irritierenderweise in Dagobert Ducks Auto an ihr vorüber. Gitta beobachtet, dass Irana und Dagobert gemeinsam Essen gehen, und der reichste Erpel der Welt zeigt sich dabei erstaunlich spendabel. Erbost wendet sich Gitta an Baptist, um ihn auszuhorchen, was es mit dem merkwürdigen Paar auf sich hat. Der Butler berichtet, dass Irana Dagobert Land für Golfplätze in den Tropen verkaufen will. Dagobert spielt also mit, weil er ein gutes Geschäft wittert. Als die Panzerknacker an Gitta vorbeifahren, erinnert sie sich an einen Jahre zurückliegenden Moment, in dem eine Cousine der Panzerknacker in Verkleidung Dagobert becircte, bis er von Gitta gerettet wurde (dazu später mehr). Gitta geht davon aus, dass Dagobert gerade wieder übers Ohr gehauen wird, rast mit der Polizei zu ihm, und siehe da: Die Eigentumsurkunden über die Grundstücke, die Irana vorgelegt hatte, sind gefälscht. Irana wird von der Polizei abgeführt, und als Entschädigung für die letzten Tage verlangt Gitta, dass Bertel sie eine Woche lang täglich zum Essen ausführt. Dieser spielt zähneknirschend mit.

Die Einschätzung

Schon die vorausgegangene Geschichte - »Aller Anfang ist schwer« - nahm Bezug auf »historischen« Stoff, nämlich auf einen Comic, der 1976 im Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurde. »Die Liebe und das liebe Geld« treibt die Sache mit der Referenzialität noch einmal auf die Spitze, denn auch hier gibt es einen Verweis auf eine Story, die Anfang 1977 veröffentlicht wurde ... jedoch in Italien, hierzulande erschien sie nie. Die zugehörige Ausgabe von »Topolino« haben wir nicht in unserem Fundus, wohl aber eine 1980er Ausgabe des spanischen Magazins »Don Miki«, in der sie ebenfalls abgedruckt wurde ... ein Hoch auf Mitarbeiter, die sich mit fremdsprachigen Comics Sprachen selbst beibringen wollten. ;) Die Szene, in der Gitta Gans Onkel Dagobert vor der verkleideten Panzerknacker-Cousine bewahrt, stammt aus eben jener Geschichte (siehe das Foto rechts). Wenn man diese Szene nicht kennt, dann wirkt Gittas Geistesblitz, mit dem sie Dagobert vor Schlimmerem bewahrt, als würde er willkürlich aus dem Nichts kommen. Da die Originalstory nie auf Deutsch erschienen ist und sich auch im Ausland die wenigsten Leser an eine solch nebensächliche Szene aus einer unbedeutenden vierzig Jahre alten Geschichte erinnern können werden, dürfte diesen Eindruck so ziemlich jeder Comicleser haben. Von daher ist es rätselhaft, wie Sisto Nigro auf die Idee kam, gerade darauf Bezug zu nehmen. Und noch rätselhafter ist es, wie man auf die Idee kommen konnte, die Story in Sprachen zu übersetzen, in denen die damalige Geschichte nie erschien. Nun ja. Insgesamt ist »Die Liebe und das liebe Geld« dennoch kein allzu schlechter Comic, allerdings konnte er nicht mit dem guten Material mithalten, das bis dahin im 544. Lustigen Taschenbuch geboten wurde. Drei Mitarbeiter gaben dem Comic die Note Drei, und jeweils einmal wurden die Noten Vier und Fünf vergeben. So landeten wir hier schlussendlich bei der Durchschnittsnote 3,6.


Wie fandet ihr "Die Liebe und das liebe Geld"?
1
 
 88 (26,8%)
Schulnote 5
2
 
 81 (24,7%)
Schulnote 6
3
 
 75 (22,9%)
Schulnote 4
4
 
 47 (14,3%)
Schulnote 3
5
 
 28 (8,5%)
Schulnote 2
6
 
 9 (2,7%)
Schulnote 1
An der Umfrage haben 328 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz