Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.527 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »sith`e`thak9305«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Die Legende des ersten Phantomias 13 - Die Ringe des geheimnisvollen Grafen
Werbung:
Seit einigen Tagen lassen wir ein Quintett aus Mitarbeitern unserer Webseite das aktuelle Lustige Taschenbuch lesen, das seit dem 13. Oktober im Handel ist, die Nummer 538 trägt und mit »Der Fluch der Hexe« überschrieben ist. Zwei Comics hatten wir bereits hinter uns, zuletzt waren wir mit der Micky-Maus-Story »Held in Gefahr« ganz zufrieden, wir ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. Nun ging es mit einem Comic aus der großen Saga über den ersten Phantomias weiter.

Die Legende des ersten Phantomias 13: Die Ringe des geheimnisvollen Grafen

Seit dem 13. November des Jahres 2012 wird im italienischen Magazin »Topolino« die von Marco Gervasio erschaffene Comicreihe über die »Legende des ersten Phantomias« veröffentlicht, die in den zwanziger Jahren spielt und die Geschichte des Mannes thematisiert, an dem sich Donald Ducks Phantomias-Interpretation angeblich orientiert (im Original sind die beiden Figuren als »Fantomius« und »Paperinik« namentlich voneinander abgegrenzt). Im Abstand von mehreren Monaten erscheinen neue Folgen, inzwischen ist die Reihe auf 26 Teile angewachsen. In Deutschland wird die Reihe seit dem 1. April 2014 (dem 453. Lustigen Taschenbuch) in unregelmäßigen Abständen herausgegeben, »Die Ringe des geheimnisvollen Grafen« ist nun die dreizehnte auf Deutsch erschienene Folge. Der 24 Seiten lange Dreireiher wurde am 23. Juni 2015 unter dem Titel »Gli anelli di Cagliostro« (»Die Ringe von Cagliostro«) im »Topolino«-Magazin erstmals veröffentlicht.

Worum geht es?

Im Jahre 1914 versuchen Gentlemandieb Phantomias und Jen Yu alias Lady Safran die Ringe des geheimnisvollen Grafen von Cagliostro zu stehlen, der angeblich (anderes) Metall in Gold verwandeln konnte. Phantomias wird von Lady Safran hintergangen, was dieser jedoch nichts nützt, da die vermeintlich erbeuteten Ringe in Wirklichkeit Fälschungen sind. Phantomias kann mit seinem Hebeschrauber - einer Erfindung von Darendorf Düsentrieb - in letzter Sekunde entkommen. Acht Jahre später sehen sich die beiden Diebe wieder - Phantomias in seiner »normalen« Identität des Lord Quackett, Jen Yu in der Verkleidung der angeblichen Gräfin von Cagliostro. Beide sind wieder hinter den Ringen her.

Spoiler

Die vermeintlich richtigen Ringe wurden inzwischen in einer deutschen Stadt gefunden. Es handelt sich um sieben handtellergroße Ringe, in die ein Geheimtext graviert wurde und die nun in der Villa eines Barons namens von Bohn von einem Professor namens Plaper vorgestellt werden. Jen Yu nutzt einen augenscheinlich gezielt verursachten Stromausfall aus, um die Ringe aus dem Fenster zu einem Komplizen zu werfen, den sie dort postiert hatte. Phantomias stiehlt die Ringe wiederum von Jen Yu und entschlüsselt den Geheimtext als »Echte Ringe in der Burg von Cagliostro«. Jen Yu erfährt das gleiche indessen von Professor Plaper, der die Ringe auch schon untersucht hatte. Da es keine Burg Cagliostro gibt, wusste der Professor bis dahin nichts mit der Information anzufangen. Jen Yu weiß hingegen, dass es ein Dorf dieses Namens gibt, und dort steht auch eine Burg. In der Burg angekommen, finden sie und der Professor die eigentlichen Ringe des Cagliostro. Es handelt sich um Gardinenringe, die ebenfalls eine Botschaft enthalten: »Sursum corda«, was Lateinisch für »Empor die Herzen« ist. Nachdem der Besitzer der Burg erwähnt, dass es »empor« auf einem Burgturm zwei Zinnen gibt, in die ein Herz graviert wurde, ist das eigentliche Ziel der Suche bekannt. Ehe Jen Yu damit etwas anfangen kann, wird sie von ihrem Assistenten mit vorgehaltener Waffe bedroht. Dieser wurde von Baron von Bohn bezahlt, der postwendend auch auftaucht. Dass Jen Yu nicht die wirkliche Gräfin von Cagliostro ist, sondern Lady Safran, hatte dieser von Anfang an gewusst und sie die Drecksarbeit machen lassen. Das Öffnen der Zinne entpuppt sich jedoch als Fehlschlag: Statt eines Schatzes finden von Bohn und sein Spießgeselle nur eine Visitenkarte von Phantomias. Dieser war die ganze Zeit mit dabei gewesen, ohne dass die anderen es gemerkt hatten: Er hatte Profesor Plaper betäubt und sich als er verkleidet. In der Zwischenzeit hatte er den Schatz unbemerkt an sich gebracht. Nun möchte er diesen mit dem Burgbesitzer teilen, doch Jen Yu entreißt ihm den Beutel und flüchtet. Sie bringt ihn zu ihrem verkleideten Auftraggeber, der in dem Beutel jedoch nur Knöpfe vorfindet: Sicherheitshalber hatte Phantomias den Schatz ausgetauscht, da er eine solche Aktion antizipiert hat. Wütend reißt sich Jen Yus Chef die Pestmaske vom Gesicht und entpuppt sich als der böse Doppelgänger von Dahrendorf Düsentrieb, der bereits im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 529 als »Höchster der Hüter« im Rennen um den Schatz des Dogen zu sehen war (und über dessen Verhältnis zu Dahrendorf wir an dieser Stelle noch Stillschweigen bewahren).

Die Einschätzung

«Die Legende des ersten Phantomias« zählt unserer Meinung nach zu dem Besten, was in den letzten Jahren im Duck-Universum publiziert wurde, und auch diese Folge wusste wieder zu überzeugen. Dass hier trotz abgeschlossener separater Handlungen der einzelnen Teile nicht nur von einer Folge zur nächsten gedacht wurde, sondern dass sich das Ganze kontinuierlich sinnvoll weiterentwickelt und dabei immer wieder neue Höhepunkte setzt und neue Informationen streut, ist einfach wunderbar gelungen. Natürlich kann man hie und da kleine Abstriche machen - das ewige Verkleiden und daraus folgende Nichterkennen der wahren Identitäten ist einer der Punkte, an die wir uns in den Disney-Comics nie so recht gewöhnen wollen, insbesondere in den Geschichten mit »ernsterem« Ton -, aber am guten Gesamteindruck ändert das nichts. Die Geschichte ist durchdacht, wendungsreich, spannend und unterhaltsam zugleich, und der Stil, in dem sie Gervasio gezeichnet hat, ist auch (wie bei den vorherigen Episoden) überzeugend. Kurzum: Wieder eine erfreuliche Folge, und so entschieden sich jeweils zwei unserer Mitarbeiter für die Noten Eins und Zwei, einer für die Drei, so dass summa summarum die Note 1,8 zu Buche stand. Damit bleiben eigentlich nur zwei Wermutstropfen: Mit noch einer weiteren Geschichte auf diesem Niveau wird man im 538. Lustigen Taschenbuch von hier an wohl nicht rechnen können, und nun wird es wieder vermutlich eine Weile dauern, ehe es mit der »Legende des ersten Phantomias« auf Deutsch weitergehen wird.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz