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  Die Entenanalyse: Die klingende Münze
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Vor gut einer Woche ist mit »Wie alles begann ...« das 553. Lustige Taschenbuch erschienen, und wir lassen es seitdem von einem Quintett an Mitarbeitern testlesen. Zuletzt besprachen wir hier den Comic »Verschollen im Schnee«, in dem Goofy mit einem Schneemobil für eine ganz ungeplante Form von Aufsehen sorgt. Die Story war ganz okay, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr seid bis dato ein Stück kritischer: Während sich unsere Testleser auf die Durchschnittsnote 3,0 geeinigt haben, ist der Zwischenstand eurer Abstimmung die Schulnote 3,48. Mit einer merkwürdigen Entdeckung auf einem Eiland geht es nun weiter.

Die klingende Münze

«Die klingende Münze« entstammt dem italienischen Magazin »Topolino« und wurde vergleichsweise flugs übersetzt, denn die Erstveröffentlichung erfolgte erst am 14. April dieses Jahres. Der Originaltitel des 26 Seiten langen Dreireihers (dieses Mal haben sich die Macher des Bandes schwergetan, selbst die ohnehin schon niedrige Dreißig-Seiten-Standardgrenze zu erreichen) lautete »Zio Paperone e l'unicità contesa«. Diesen kann man (etwas holperig) mit »Onkel Dagobert und die umstrittene Einzigartigkeit« übersetzen. Die Story des Comics stammt von Carlo Panaro, für den zeichnerischen Part war Federico Franzò verantwortlich.

Worum geht es?

Nachdem er einen Auftrag von Onkel Dagobert erledigt hat, schippert Donald auf hoher See zurück nach Entenhausen. Er gerät in einen Nebel und rumpelt gegen eine Insel. Auf dieser befindet sich eine Bergspitze, in der eine gigantische Münze steckt, die eine Melodie von sich gibt. Donald beschließt, Dagobert davon zu erzählen. Der wittert ein lohnendes Geschäft. Dummerweise hat nicht nur Donald die Insel entdeckt, zeitgleich war ein Hubschrauber über dem Eiland ins Trudeln gekommen. An Bord befand sich Anwantzer, der folgerichtig die gleiche Entdeckung wie Donald machte. So wie Donald seinem Onkel einen Rapport leistete, hat es auch Anwantzer bei seinem Chef Klaas Klever gehandhabt.

Spoiler

Dagobert und Klaas Klever bewerben sich gleichzeitig beim Seefahrtsamt darum, die Insel nutzen zu dürfen. Der Direktor des Amtes ruft daraufhin einen Wettbewerb aus: Wer binnen einer Woche einen besseren Plan vorlegen kann, wie man die Insel touristisch ausschlachten könnte, der wird den Zuschlag erhalten. Eine Woche später schlägt Dagobert ökologisch durchdachte Bungalows vor. Klever hat (angeblich) die gleiche Idee, woraufhin sich die Milliardäre prügeln. Ein von Dagobert engagiertes Orchester spielt die Melodie der Münze nach, von Klaas Klever engagierte Bergführer leiten Touristen den Berg hinauf zur Münze. Während sich der Amtsleiter eine kurze Bedenkzeit erbittet, klettern Dagobert und Klever in ihre jeweiligen Hubschrauber und umrunden darin die Münze. Dadurch löst sich das seltsame Gebilde und kullert ins Meer. Dagobert und Klever bleiben auf ihren Kosten sitzen, keiner bekommt den Zuschlag. Geraume Zeit später werden die beiden Milliardäre von Donald und Anwantzer nochmal auf die Insel eingeladen: Finanziert von einem weiteren Milliardär haben sie selbst eine Touristenhochburg aus der Insel gemacht. Die Münze steckt nun unter Wasser in einer neuen Anhöhe und kann von Tauchern besucht werden, und bei Ebbe wird sie freigelegt und spielt wie eh und je ihre Melodie. Dadurch verdienen Donald und Anwantzer gutes Geld, und Klever und Dagobert verzehren zornig ihre Kopfbedeckungen.

Die Einschätzung

Okay, wir haben Fragen. Auf welche Weise erzeugt eine riesige Münze Melodien? Augenscheinlich liegt es ja nicht daran, dass eine steife Brise an dem Ding vorbeiflutscht oder durch ihren Aufsatz pfeift, denn nachdem die Münze ins Meer gefallen ist, funktioniert sie weiter, als wäre nichts gewesen. Da wir schon dabei sind: Wieso steckt überhaupt eine riesige Münze in der Spitze der Insel? Wieso wird nicht hinterfragt, wo sie herkommt, und warum interessiert sich niemand dafür, sie in den eigenen Besitz zu bringen? Immerhin dürfte allein der Materialwert schon von Interesse sein. Ach ja, und wenn die Insel an einem touristisch interessanten Ort ist, der obendrein so nah an Entenhausen liegt, dass das städtische Seefahrtsamt dafür zuständig ist, wie kann es dann sein, dass sie bis hierhin unentdeckt blieb? Der ganze Storyansatz ist einfach hanebüchen. Die Art und Weise, in der Dagobert und Klaas Klever anschließend um die Hoheit über das Eiland ringen, ist streckenweise würdelos und durchgängig unwitzig. Wenn man dem Comic etwas zugute halten kann, dann die Tatsache, dass hier mit der Zusammenarbeit von Donald und Anwantzer mal etwas Neues versucht wurde, und dass es nett ist, die beiden ausnahmsweise am Ende als die gemeinsamen Sieger aus dem Ganzen hervorgehen zu lassen. Denn in 99,9 Prozent dieser Storys hätte es am Ende sonst nur Klaas Klever beim Melonenmampfen gegeben. Das Ruder wird trotzdem nicht mehr herumgerissen, »Die klingende Münze« ist der erste schwache Comic dieses Bandes. Katastrophal ist er nicht, da wurden schon rund um Dussel Duck & Co. deutlich schlimmere Machwerke geschaffen, aber »gut« ist etwas anderes. Am Ende verteilten vier Mitarbeiter die Note Vier, während sich einer unserer Testleser für eine Fünf entschied, und so landeten wir summa summarum beim Durchschnittswert 4,2.


Wie fandet ihr "Die klingende Münze"?
1
 
 153 (41,5%)
Schulnote 6
2
 
 78 (21,1%)
Schulnote 5
3
 
 69 (18,7%)
Schulnote 4
4
 
 41 (11,1%)
Schulnote 3
5
 
 19 (5,1%)
Schulnote 1
6
 
 9 (2,4%)
Schulnote 2
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz