Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
45.747 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »mahir365«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Die Kamele des Königs
Werbung:
Langsam biegen wir auf die Zielgerade ein, denn nachdem wir schon sieben Comics des 520. Lustigen Taschenbuchs, das den Titel »85 Jahre Donald Duck« trägt und seit der vergangenen Woche zu bekommen ist, von fünf unserer Mitarbeiter haben lesen lassen, sind nur noch zwei Geschichten übrig. Zuletzt thematisierten wir hier den Comic »Um eine Erfahrung reicher«, in dem Donald Duck seine Erfahrungen als Schatzsucher per Zeitungsannonce anderen Leuten anbietet und hereingelegt wird. Das Ganze erwies sich als eher mittelmäßig, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Mit einer weiteren Schatzsuche ging es weiter.

Die Kamele des Königs

Dieser Comic ist ganz schön alt: Die Erstveröffentlichung im italienischen Magazin »Topolino« erfolgte bereits am 6. Juli 2004. Manchmal ist es schon seltsam, wie die Macher des Lustigen Taschenbuchs vorgehen - warum nur war es die Geschichte fünfzehn Jahre lang nicht wert, übersetzt zu werden, und warum war es nun plötzlich der richtige Zeitpunkt!? Der 28 Seiten lange Dreireiher hieß ursprünglich »Zio Paperone e i cammelli di sale«, was man mit »Onkel Dagobert und die Salzkamele« übersetzen kann. Geschrieben wurde er von Rodolfo Cimino, die Skizzen fertigte Luciano Gatto an, und als Inker fungierte Michele Mazzon.

Worum geht es?

Gemeinsam mit Tick, Trick und Track besucht Dagobert einen (furchtbar langweiligen) mehrstündigen Vortrag eines »Salzologen«. Dieser erzählt (unter anderem) davon, wie Salz durch die asiatischen Steppen transportiert wurde. Demnach veranlasste der Herrscher Steppolione, das Salz zu Kunstwerken - Kamelen - zu verarbeiten, ehe es versendet wurde. Einige der »Salzkamele« befinden sich nun in einem Ausstellungsraum der Entenhausener Universität. Dagobert hat jedoch eigentlich ganz andere Interessen als Salz, er ist sich nur nicht sicher, was ihm sein Gespür mitteilen möchte.

Spoiler

In der Nacht nach dem Vortrag liest Dagobert einen dicken Wälzer zum Thema Salz nach dem anderen. Als Donald davon hört, dass Dagobert irgendeine Sache ausheckt, will er sicherheitshalber mit den Kindern flüchten, doch er hat die Rechnung ohne seinen Onkel gemacht. Mit einem »Reisekamel«, einem riesigen dreihöckrigen Fortbewegungsmittel, sammelt der reichste Erpel der Welt seine Verwandten auf und begibt sich mit ihnen in die Steppen Mittelasiens. Dort angekommen, bedroht Donald seinen Onkel so lange mit einer Flinte, bis dieser gesteht, was er eigentlich vorhat: Er geht davon aus, dass unter der Salzkruste der Kamelfiguren lupenreine Diamanten stecken. Nach einer Stafette von Fehlschlägen finden die Ducks die Ruinen des einstigen Palastes von Steppoliones Neffen Stepponello, Kamelfiguren befinden sich darin jedoch nicht. Als es zu regnen beginnt, kommen die ernüchterten Ducks bei Einheimischen unter, und dort entdecken sie Salzkamele, die von ihren Gastgebern als Spielzeug benutzt werden. Dagobert tauscht einige der Figuren gegen einen Sack voller Glasmurmeln ein. Somit gelangt er in den Besitz echter Diamantkamele. Als Donald um einen Anteil bittet, will Dagobert ihn fortjagen, da er laut ihm keinen Beitrag zum Fund der Schmuckstücke geleistet hat. In dem Moment offenbaren ihm Donald, die Kinder und Butler Baptist, dass jeder von ihnen von den Einheimischen ohne Gegenleistung auch jeweils ein Diamantkamel erhalten hat, und Dagobert fällt kurzerhand in Ohnmacht.

Die Einschätzung

Nun ... erst gestern haben wir geschrieben, dass Schatzsuchen im Duck-Universum oft zu den besseren Geschichten gehören. Diese hier konnte unserer Ansage nicht so ganz gerecht werden. Zwar gab es hier viele Elemente, die man aus anderen Schatzsuch-Storys kennt und die man liebgewonnen hat, etwa die abstruse Inspiration, überhaupt nach einem Schatz zu suchen, das abgefahrene Gefährt, ein paar Rückschläge, einen Erfolg, und einen Schlussgag. Dies hier wirkte aber trotzdem irgendwie lahm dahinerzählt. Womöglich lag es daran, dass es keinen Gegenspieler gab, der den Ducks hinterherreiste, sondern dass sie einfach dröge vor sich hinsuchten. Spannung suchte man hier also vergebens. Hinzu kommt noch, dass es einige unangenehme Momente gab, etwa den, in dem Donald seinen Onkel mit einer Waffe bedroht, um Informationen von ihm zu erhalten, oder auch der scheußliche Versuch Dagoberts, Einheimische mit Glasperlen hinters Licht zu führen. Immerhin wirft ihn das hinab auf das Level der Siedler, die einst die indigene amerikanische Bevölkerung ausgebeutet haben. Immerhin: Die Zeichnungen waren nett. Dennoch war dies hier eher eine Schatzsuche der schwächeren Sorte. Am Ende gab es von allen fünf Mitarbeitern die Zensur Vier und damit auch die Durchschnittsnote 4,0 - so viel Einigkeit herrscht bei unseren Bewertungen selten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz