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  Die Entenanalyse: Die falsche Partitur
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Seit einigen Tagen lesen fünf Mitarbeiter unserer Webseite die Comics des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 540, das man seit dem 8. Dezember bekommen kann und »Zank und Zoff« heißt. Bis hierhin hat sich der Band als ein ziemliches Auf und Ab in Sachen Qualität präsentiert. Die zuletzt von uns thematisierte Geschichte »Romanhelden« konnte uns - trotz Literaturbezuges - nicht sehr begeistern, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr geht mit dem Comic bis dato deutlich friedlicher um als wir (bisherige Durchschnittsnote 3,34 vs. unsere Note 4,2). Nun ging es mit einem Ausflug in die Vergangenheit weiter.

Die falsche Partitur

Hierbei handelt es sich um einen rund sieben Jahre alten Comic, denn er wurde schon am 10. Dezember des Jahres 2013 erstmals im italienischen Wochenmagazin »Topolino« veröffentlicht. Damals trug der vierzig Seiten lange Dreireiher den Titel »Topolino e il codice armonico«, was zu Deutsch »Micky Maus und der harmonische Code« bedeutet. Die Geschichte wurde von Francesco Artibani ersonnen und von Paolo Mottura gezeichnet.

Worum geht es?

Die Professoren Zapotek und Marlin werden von einem Wissenschaftler namens Notler besucht, der auf eine Partitur von Giuseppe Verdis »Aida« gestoßen ist, deren Noten etliche Änderungen und Variationen im Vergleich zum Original aufweisen. Um herauszubekommen, was es damit auf sich hat, schicken die Professoren Micky Maus und Goofy durch Raum und Zeit, damit sich diese am 7. Februar 1872 in Mailand umsehen können.

Spoiler

An der Mailänder Skala erfahren die beiden Zeitreisenden, dass sich Verdi die Aufführungen nie vor Ort zu Gemüte führt, sondern in seinem Anwesen in Santa Agata bleibt. Bei Verdi angekommen, geben sie sich als englische Journalisten aus und zeigen ihm die abweichende Partitur. Verdi reist mit ihnen zurück nach Mailand und stellt den Chefdirigenten zur Rede, der die Veränderungen als Scherz herunterspielt. Als er wieder gehen will, wird Verdi überfallen, und die veränderte Partitur wird ihm geraubt. Mit Hilfe örtlicher Polizisten werden die Räuber gestoppt. Dort erfahren sie, dass die verhinderten Räuber zu einem Netz aus Verschwörern gehören sollen, das sich über ganz Italien gespannt hat. Nachdem sie das Kommissariat wieder verlassen haben, werden Micky und Goofy in eine Falle gelockt. Sie landen bei einem Baron, der sie ausfragt, was sie über den »Aida-Code« wüssten. Nachdem Micky und Goofy nichts darüber wissen, berichtet der Baron, dass die abweichenden Noten für Geheimbotschaften stehen, mit denen die Verschwörer landesweit Nachrichten austauschen. Ziel ist es, Italien in die Zeit der Kleinstaaterei zurückzudrehen. Micky und Goofy gelingt es, einige Verbrecher zu überwältigen und zu entkommen. Sie begeben sich auf schnellstem Wege und holen Verdi ab, mit dem sie in die Skala fahren. Dort unterbricht Verdi die abweichende Aufführung und sorgt dadurch für Chaos, während Micky und Goofy nach einem Attentäter suchen, der die Veranstaltung für einen Anschlag nutzen wollte. Er wird zur Strecke gebracht, die Polizei bedankt sich bei Micky und Goofy, und Verdi dirigiert die Aufführung selbst zu Ende.

Die Einschätzung

Manchmal merkt man schon sehr stark, dass sich die Macher des Lustigen Taschenbuchs vor allem bei italienischen Comics bedienen, denn nachdem der Auftaktcomic dieses Bandes schon mit einer Hommage an Umberto Eco augefwartet hatte, haben wir mit Giuseppe Verdi hier nun den zweiten bedeutenden italienischen Künstler, der zu einem Auftritt kommt. »Die falsche Partitur« erweist sich als ein sehr guter Comic, der jedoch bei deutschsprachigen Lesern - insbesondere den jungen Disney-Fans - vermutlich in einigen Teilen auf Unverständnis stoßen wird. Der Grund besteht darin, dass man hierzulande von den historischen Themen, die hier angesprochen werden - nämlich die Vereinigung Italiens - ziemlich wenig wissen dürfte. Wir hatten das Glück, dass wir erst vor wenigen Wochen Luca Di Fulvios aktuellen Roman »Es war einmal in Italien« gelesen haben, der rund um die Einverleibung Roms ins italienische Königreich anno 1870 gestricke wurde, wodurch wir uns ein wenig mehr mit den damaligen Geschehnissen beschäftigt haben. Dadurch erschließt sich einem erst richtig, wie durchdacht dieser Comic ist. Abgesehen davon ist er hervorragend gezeichnet, und auch der eigentliche Spannungsbogen weiß zu überzeugen. Unter der erwähnten Voraussetzung, die man beim Lesen mitbringen sollte, ist dies hier der beste Comic des 540. Lustigen Taschenbuchs. Jeweils zwei unserer Mitarbeiter bewerteten ihn mit den Noten Eins und Zwei, einmal wurde eine Drei vergeben, und so landeten wir hier am Ende beim Durchschnittswert 1,8. Ein echter Höhepunkt!


Wie fandet ihr "Die falsche Partitur"?
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KOMMENTARE ZU DEN ERWÄHNTEN BÜCHERN
Kommentar zu Es war einmal in Italien vom 15.11.2020 2:01:
» Für den Waisenjungen Pietro ändern sich sein Leben schlagartig, als er von einer wohlhabenden Contessa adoptiert wird. Kurz darauf passiert etwas Schreckliches und die beiden verschlägt es in den Kirchenstaat Rom und die Contessa nimmt den Namen Nella an. Dort kreuzen sich ihre Wege mit Marta, die im Zirkus von Melo aufgezogen wurde. Wir schreiben das Jahr 1870 und in Italien beginnt bald eine neue Zeit... Ich liebe die Romane von Luca Di Fulvio, denn er erschafft authentische und beeindruckende Charaktere, die man sofort ins Herz schließt und mit denen man auf jeder Seite mitbangt und die eine besondere und beeindruckende Geschichte erleben. Und das ist auch in diesem Roman wieder der Fall. In der Hauptrolle hat man den Waisenjungen Pietro, der durch seine Adoptivmutter Nella eine neue Chance im Leben bekommt. Ich habe Nella für ihren Mut und ihre Stärke bewundert. Und Pietro findet eine Leidenschaft, für die er sogar sterben würde. Und …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von SummseBee

 
Autorentags: Luca Di Fulvio
IN DER MELDUNG ERWÄHNTE BÜCHER
Es war einmal in Italien
Geschrieben von: Luca Di Fulvio (12. Oktober 2020)
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz