Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.340 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »efrania652«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Die Eine-Million-Taler-Münze
Werbung:
Nachdem das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 506, das den Titel »Tatort Entenhausen« trägt und seit dem 24. April erhältlich ist, mit zwei ganz guten Geschichten gestartet war, war es zuletzt ganz schön finster geworden: Der Phantomias-Comic »Das Erwachen der Vergangenheit«, der zwanzig Jahre lang nicht ins Deutsche übersetzt worden war, wäre am besten dauerhaft unter Verschluss geblieben, wie wir euch an dieser Stelle berichteten. Etwas Gutes hatte aber auch diese Story: Es konnte jetzt nur aufwärts gehen.

Die Eine-Million-Taler-Münze

Hierbei handelt es sich um einen dreißig Seiten langen Dreireiher, der am 9. Februar 2016 im italienischen Magazin »Topolino« erschienen ist. Es ist einer der ersten Comics, den der in Verona geborene Simone Albrigi alias »Sio« beisteuerte, der zuvor in Eigenregie als Cartoonist und Youtuber für Aufsehen sorgte. Sein Youtube-Kanal hat eine siebenstellige Zahl an Abonnenten. Für den Comic schrieb er den Plot, zeichnerisch wurde er von Stefano Intini unterstützt. Der Originaltitel lautete »Zio Paperone e la monetona nella Terra dei Talpuri«, was zu Deutsch in etwa »Onkel Dagobert und die Münze im Land der Maulwürfe« bedeutet. In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. schneidet der Comic bis dato eher durchwachsen ab.

Worum geht es?

Dagobert Duck ist stolz auf seine Münzsammlung und plant, diese auch - gegen Eintrittsgelder - für die Öffentlichkeit freizugeben. Dann aber erfährt er, dass es in Australien eine Münze gibt, die aus einer Tonne Gold besteht und eine Million Taler wert ist. Diese will er unbedingt in seinen Besitz bringen, und so bricht er mit Tick, Trick und Track sowie mit Daisy gen Australien auf. Donald muss indessen in Entenhausen bleiben und die anderen Münzen der Sammlung polieren.

Spoiler

In Australien hört Mac Moneysac zufällig, dass Dagobert in der Gegend ist und belauscht ihn, wodurch er den Grund für seinen Aufenthalt erfährt. Fortan möchte auch er das große Geldstück in seinen Besitz bringen und heftet sich an Dagoberts Fersen. Das Museum, in dem die riesige Münze aufbewahrt wird, ist dummerweise gerade in den Boden versunken und hat ein klaffenes Loch hinterlassen, dessen Boden man nicht sehen kann. Die Ducks steigen hinab und finden das Museum tief unter der Erde. Dort wird es von den maulwurfsähnlichen »Riesenbeutelmaulmullen« bewacht. Sie ergötzen sich an dem Gold, das ihnen Licht spendet. Dagobert will den Mullen die riesige Münze abnehmen, doch ehe ihm das gelingt, ist Mac Moneysac zur Stelle. Er ringt Dagobert die Münze durch Vorhalten einer Pistole ab und versucht sie anschließend mit Roboterunterstützung an die Oberfläche zu bringen. Tick, Trick und Track bringen die Roboter mit Hilfe ferngesteuerter Murmeln und Daisys Smartphone ins Straucheln und stoppen somit Moneysacs Plan. Anschließend befördern sie die Münze an die Oberfläche, wo sich Dagobert mit dem Direktor des untergegangenen Museums darauf verständigt, dass er sich die Münze ausleihen kann, bis das Museum wieder aufgebaut ist. Moneysac verbleibt indessen bei den Mullen.

Die Einschätzung

An sich müsste man an dieser Stelle hinterfragen, wie die Übersetzer des Comics auf die Idee kamen, eine Tonne (!) Gold könne den Gegenwert von einer Million Talern haben. Natürlich gibt es keine klare Definition, wieviel eigentlich ein Taler wert ist, aber da in der Disney-Welt gerne mit Fantasiebegriffen wie »Fantastilliarden« um sich geworfen wird, ist es schon fragwürdig, dass für so viel Gold ein derart geringer Gegenwert bestimmt wurde. Aber das soll tatsächlich nur eine Randnotiz sein, für unsere Einschätzung des Comics spielte dies natürlich keine Rolle.

Die Geschichte selbst ist soweit in Ordnung. Es gibt ein paar Ungereimtheiten, angefangen von kleinen Details, etwa der Tatsache, dass sich Dagobert Duck und Mac Moneysac plötzlich duzen, bis hin zu der eigentlichen Jagd nach dem großen Geldstück an sich, denn dies hier ist ja eigentlich keine richtige Schatzsuche. Und da es keinen neuen Wert zu holen gibt, sondern nur ein bestehendes Geldstück, das bereits jemandem gehört und das man im besten Fall gegen den gleichen Wert hätte »kaufen« können, hätte Dagobert im Normalfall gar keinen richtigen Anreiz haben dürfen, der Sache nachzugehen. Ebenso ist völlig unlogisch, dass Mac Moneysac Waffengewalt anwendet, um Dagobert eine Münze abzunehmen, die ohnehin einem australischen Museum gehört. Mehr Sinn hätte all das ergeben, wenn es das Gerücht über eine im Boden versunkenen gewaltigen Goldmünze einer untergegangenen Zivilisation gegeben hätte ... oder etwas in dieser Art.

Sieht man über die logischen Defizite hinweg, bekommt man trotzdem eine ganz nette Geschichte serviert, die Spaß macht und abwechslungsreich ist, und bei der auch der Schlussgag halbwegs gut funktioniert. Schlussendlich entschied sich einer unserer Mitarbeiter, der Story die Note Zwei zu geben, jeweils zwei Mitarbeiter entschieden sich für die Schulnoten Drei und Vier. Das ergab summa summarum die Durchschnittsnote 3,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz