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  Die Entenanalyse: Die Duckyssee
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Vor einigen Wochen besprachen wir hier die Comics des 544. Lustigen Taschenbuchs. »Fast schon zu furios!«, so der Name des guten Stücks, gefiel uns ziemlich gut und beendete eine längere Durststrecke, denn zuvor hatten mehrere Bände hintereinander enttäuscht. Wenn ihr nachlesen möchtet, was wir zur Nummer 544 zu sagen hattet, könnt ihr eine Übersicht der damaligen Artikel an dieser Stelle finden. Seit dem 27. April gibt es nun einen neuen Band. Er heißt »Die Duckyssee«, wartet mit einem außergewöhnlich schönen Cover auf, und die Titelgeschichte haben wir uns als erste vorgenommen, um sie von einem Quintett an Mitarbeitern lesen zu lassen.

Die Duckyssee

Bei der »Duckyssee« handelt es sich um eine insgesamt achtzig Seiten lange Geschichte, die im Sommer 2018 in zwei Teilen im italienischen Magazin »Topolino« erschienen ist. Am 8. August wurde zunächst der erste Teil »Topodissea - Il ritorno del Topolinide« abgedruckt, der hierzulande mit »Die Heimkehr der Gefährten« betitelt wurde, eine Woche später folgte »Libro secondo - Topolitaca!«, auf Deutsch »Enthaka« getauft. Der Comic stammt von Roberto Gagnor, gezeichnet wurde er von Donald Soffritti.

Worum geht es?

Der Titel deutet es bereits an: Bei der Geschichte handelt es sich um eine Disney-Verballhornung - oder Hommage - der Odyssee. In diesem Fall sind Micky, Donald und Goofy (als Mickysseus, Donylochos und Goofher) unterwegs und erleben die Abenteuer, die einst Odysseus durchmachen musste. Angesichts der langen Historie von Maus- und Entencomics ist es naturgemäß nicht das erste Mal, dass dieses Thema aufgegriffen wurde, es gab schon die hierzulande 2001 veröffentlichte »Donaldysee«, die zu dem Zeitpunkt eigentlich schon vierzig Jahre auf dem Buckel hatte, es gab Goofy als Odysseus im gleichnamigen Comic von 1979, und kurz nach der Jahrtausendwende entstand auch die noch nicht auf Deutsch erschienene »Pippodissea«.

Spoiler

Auf dem Olymp entscheidet der Rat der Götter, dass Mickysseus und seine Begleiter gerettet werden sollen, da Kleveidon - der Herr der Untiefen - offenbar etwas im Schilde führt und ihn verfolgt. Alsbald zeigt sich, dass Kleveidon hinter einer Tasche her ist, die Mickysseus bei sich trägt. Das Trio sitzt derweilen auf der Insel der Göttin der experimentellen Küche (Trudi) fest und wird gemästet. Mit Hilfe des Götterboten Hermes Dusslos entkommen sie ihren Fängen. Dem riesigen Zyklopen Karlyphem entkommen sie mit Hilfe rollender Käseräder, der (höchst amüsant in Szene gesetzten) ungeschickten Hexe Zirzel dank eines göttlichen Eingriffs mit Hilfe von Knoblauch. Auch die Meeresungeheuer Skylla und Charybdis sowie die Sirenen können sie nicht stoppen. In Enthaka wird Mickysseus' Verlobte Minnelope indessen von gleich vier Freiern umworben, die allesamt Böses im Schilde führen. Die Kinder Tele, Machos, Tickos, Trickos und Trackos müssen vor den Ganoven flüchten und begegnen Mickysseus und dessen Gefährten bei deren Rückkehr. Verkleidet begeben sich die Gefährten in Minnelopes königlichen Palast, und dort strecken sie die Bösewichte durch gute Gemeinschaftsarbeit nieder. Der geheime Gegenstand, den Mickysseus die ganze Zeit in seiner Tasche mit sich führte, entpuppt sich als ein Stapel Papyri, auf dem Mickysseus seine Abenteuer niedergeschrieben hat. Göttervater Zeus Dagonion erhält die Vermarktungsrechte, Donylochos bekommt mit Daithene eine echte Göttin zur Partnerin, und Mickysseus und Minnelope leben fortan glücklich zusammen.

Die Einschätzung

Nun ... würde man eine seriöse Besprechung dieses Comics durchführen wollen, dann müsste man an dieser Stelle eigentlich erst einmal aufarbeiten, inwieweit der Epos Homers - sollte es den Herren denn überhaupt gegeben haben, denn mit der Homerischen Frage ginge es dann erstmal los - in die Geschichte eingearbeitet wurde, in welcher Qualität dies getan wurde, was hinzugesponnen wurde und dergleichen. Bei einem Epos wie der Odyssee ist es schon ein gewagtes Unterfangen, ihn in einen achtzigseitigen Comic zu gießen, hier in einem einzigen Absatz alles Wichtige zusammenzufassen, wäre gar völlig abstrus. Deshalb wollen wir stattdessen uns einfach nur auf unsere Meinung zum Comic selbst beschränken. In diesem gibt es hie und da die ein oder andere kleine logische Lücke, etwa die Tatsache, dass Tele, Machos, Tickos, Trickos und Trackos ihre Onkel aufgrund ihres Alters gar nicht kennen dürften, wenn diese schon seit vielen Jahren unterwegs wären. Das Verkleidungsspielchen am Ende ergab in gleich mehrerlei Hinsicht keinen Sinn. All das lenkt jedoch nicht davon ab, dass es sich bei der »Duckyssee« um einen ordentlichen Comic handelt. Diejenigen Elemente, die man landläufig mit der Odyssee verbindet, haben allesamt ihren Platz gefunden, trotz der Fülle an Segmenten wirkt der Comic nicht allzu gehetzt, es wird jede Menge Wissen vermittelt, und (abgesehen von einem Auftritt von Primus von Quack) wird humoristisch nicht übers Ziel hinausgeschossen. Sicher ist die »Duckyssee« nicht die allergrößte Literaturverarbeitung aus dem Disney-Universum, aber ein anständiges Werk allemal. Schlussendlich entschieden sich zwei unserer Mitarbeiterinnen für die Note Zwei, drei vergaben eine Drei, so dass wir hier beim Durchschnittswert 2,6 landeten.


Wie fandet ihr "Die Duckyssee"?
1
 
 183 (36,7%)
Schulnote 2
2
 
 176 (35,3%)
Schulnote 1
3
 
 62 (12,4%)
Schulnote 3
4
 
 33 (6,6%)
Schulnote 6
5
 
 26 (5,2%)
Schulnote 4
6
 
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz