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  Die Entenanalyse: Die Ballade eines Reisenden
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Seit dem 25. Mai kann man das 546. Lustige Taschenbuch bekommen. Es trägt den Namen »Anpfiff in Europa«, und wir lassen es von fünf Mitarbeitern unserer Seite Comic für Comic lesen. Mit der Fußballgeschichte »Team auf Tour - Die zweite Chance« ging es damit kürzlich los. Leider war es ein eher mäßiger Auftakt, der so wirkte, als habe man auf Krampf händeringend etwas anlässlich der anstehenden Europameisterschaft zusammenschreiben wollen. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Auch eure Bewertung fällt eher unterdurchschnittlich aus, wenngleich nicht ganz so schlecht wie unsere (wir haben die Note 4,4 vergeben, bei eurer Abstimmung liegt der Schnitt derzeit bei 4,11). Als nächstes stand eine Reise ins frühe zwanzigste Jahrhundert an.

Die Ballade eines Reisenden

Es handelt sich hierbei um einen 36 Seiten langen Comic, der knapp drei Jahre auf dem Buckel hat. Er wurde am 25. Juli 2018 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht und trug damals den Titel »Topolino e le notti blues«, was man mit »Micky Maus und die Blues-Nächte« übersetzen kann. Giuseppe Zironi schrieb das Skript der Geschichte und setzte sie zeichnerisch selbst um.

Worum geht es?

Die Wanderarbeiter Goofson und Mickel kehren nach monatelanger Schufterei heim, indem sie einen Güterzug zum Trampen benutzen. Dabei musizieren sie: Mickel spielt seine Mundharmonika, Goofus nutzt eine Gitarre, die er in einer nächtlichen Begegnung mit »Odo« - dem legendären »Herren der Kreuzung« - bekommen hatte. In seinem Heimatdorf angelangt, muss Mickel feststellen, dass sich ein Immobilienhai namens O'Karlo viele Grundstücke unter den Nagel gerissen hat. Auch seine eigene Werkstatt ist in Gefahr, da sich Minnie bei ihm verschuldet hat.

Spoiler

Mickel will das Geld, das er als Wanderarbeiter verdient hat, zum Ablösen der Hypothek bei O'Karlo nutzen. Dieser verlangt jedoch horrende Zinsen, so dass das Geld nicht reicht. Dem Immobilienhai geht es gar nicht ums Geld, er will stattdessen das Haus unter allen Umständen bekommen. Mickel wird aus O'Karlos Anwesen geworfen und besucht Goofson. Der hat inzwischen sehr viel Käse hergestellt. Er will ihn auf dem Markt verkaufen und bietet Mickel die Einnahmen an, damit dieser die Zinsen abbezahlen kann. Auf dem Markt angelangt, wird den beiden ein stattlicher Betrag von 900 Talern für den Käse geboten. Der Käufer entpuppt sich als ein Handlanger O'Karlos, und die Bezahlung erfolgt mit Falschgeld, so dass Goofus und Mickel am Ende käse- und geldlos sind. Es bietet sich jedoch noch ein Ausweg: Ein Musikfest steht an, bei dem es 1.000 Taler zu gewinnen gibt. Gemeinsam mit der singenden Minnie gewinnen sie das Geld, und sie erhalten einen Plattenvertrag. Es bleiben jedoch nur noch wenige Minuten, ehe die Frist zur Ablösung der Hypothek verstreicht. O'Karlo bekommt dies mit und rast mit seinem Auto davon, damit Mickel ihn nicht rechtzeitig erreicht. Da O'Karlo und sein Fahrer an einer Kreuzung vor Goofus' Kuh erschrecken, bauen sie einen Unfall, so dass Mickel sie trotzdem noch in der Zeit einholt. Die Werkstatt ist also gerettet. Schlussendlich stellt sich noch heraus, dass O'Karlo durch Überfälle an sein Vermögen gekommen war, weswegen die Schuldscheine ohnehin ungültig waren. Mickel behält das Geld, und O'Karlo wandert ins Kittchen.

Die Einschätzung

Richtig kritisieren kann man an dem Comic eigentlich nur eines, und das sind die Zeichnungen. Sie wirken merkwürdig inkonstant - einige sind wirklich gut gelungen, in anderen Panels sind die Gesichtszüge seltsam verschoben und die Protagonisten wirken plattgedrückt. Ansonsten aber hat man hier einen Comic, der erfrischend »anders« ist, was bereits mit der ausgewählten Szenerie beginnt. Tatsächlich ist diese nicht nur innerhalb des Disney-Kosmos ungewohnt, sondern auch darüber hinaus. Die meisten Bücher, Filme & Co., die jene Zeit behandeln, spielen sich in amerikanischen Großstädten ab, während eine Provinzkulisse mit ihren Überbleibseln des Wilden Westens in jener Zeit eher rar ist. Dass es sich alles andere als um eine Heile-Welt-Epoche handelte, dass die Wanderarbeiter ein hartes Leben führten & Co., das wurde hier auf gelungene Weise verarbeitet, und die Story selbst bietet eine Reihe von unverbrauchten Ideen. Allein: Der letzte Funke Unterhaltungswert will trotzdem nicht überspringen, auch wenn sich gar nicht so recht greifen lässt, woran es scheitert. Womöglich gibt es zu wenige amüsante Momente, womöglich machen aber auch die Zeichnungen einiges von der Wirkung kaputt. Nichtsdestotrotz ist die »Ballade eines Reisenden« gegenüber dem mäßigen Fußball-Comic ein deutlicher Sprung nach vorn. Schlussendlich bewertete eine unserer Mitarbeiterinnen den Comic mit der Note Zwei, der Rest gab ihm eine Drei, so dass wir am Ende beim Durchschnittswert 2,8 landeten.


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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz