Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
45.012 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »geatan121«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Die Amphore der Charybdis
Werbung:
Am 2. Februar ist ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen. nämlich die Nummer 542 mit dem »Wohin des Weges, Phantomias?«, und wir lassen es derzeit von fünf Mitarbeitern und Helfern unserer Webseite Comic für Comic lesen. Die Auftaktgeschichte, die den Titel »Das Rad des Schicksals« trug, konnte uns leider noch nicht sonderlich begeistern. Wenn ihr nachlesen wollt, was wir zu dem Comic zu sagen hatten, könnt ihr euch an dieser Stelle umsehen. Eure bisherige Meinung deckt sich ziemlich exakt mit der unseren: Wir hatten die Schulnote 4,2 vergeben, unsere (noch laufende) Benutzerumfrage kommt derzeit auf den Schnitt 4,29. Im Lustigen Taschenbuch ging es indessen mit einem Einseiter namens »Achtung Arbeit: Jeder, wie er es mag« weiter, den wir aufgrund seiner Kürze hier nicht separat thematisieren. Anschließend feierte Micky Maus einen Auftritt.

Die Amphore der Charybdis

Hierbei handelt es sich um die dritte Geschichte aus der Reihe über den sizilianischen Kommissar Malvo Mausalbano, die an Andrea Camilleris erfolgreiche Buchreihe über den Commissario Salvo Montalbano angelehnt ist. Offensichtlich drücken die Macher des Lustigen Taschenbuchs aufs Tempo: Nachdem zwischen der ersten Geschichte im 507. Lustigen Taschenbuch und der zweiten in der Nummer 538 rund zweieinhalb Jahre verstrichen waren, ließ man sich dieses Mal nur wenige Monate Zeit. Das Original von »Die Amphore der Charybdis« wurde indessen schon am 30. August 2017 im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. Damals hieß der 35 Seiten lange Dreireiher »Topolino e la giara di Cariddi«, was man mit »Micky Maus und das Charybdis-Glas« übersetzen kann. Charybdis ist ein gestaltloses Meeresungeheuer aus der griechischen Mythologie. Geschrieben wurde der Comic von Francesco Artibani, für die Zeichnungen war Paolo Mottura verantwortlich.

Worum geht es?

Micky Maus, Kater Karlo und Commissario sollen zur Hochzeit von Pascale und Elwina kommen, die man aus den vorherigen Folgen kennen könnte (oder die man seitdem schon wieder vergessen hat, so ging es uns zumindest). Kurz vor dem Fest soll Pascale auf kostbare Amphoren aufpassen, die Signor Sicilio gehören. Es kommt jedoch zu einem Überfall, Pascale wird niedergeschlagen, und die titelgebende »Amphore der Charybdis« wird geraubt.

Spoiler

Commissario Mausalbano ist gerade mit einem anderen Überfall beschäftigt: In Sicilios Sand- und Kiesgrube waren zwei bewaffnete maskierte Männer gekommen, schlugen dort den Buchhalter nieder und stahlen die Löhne der Arbeiter. Obendrein wurde Sicilio verschleppt. Mausalbano will in allen Angelegenheiten selbst ermitteln und weist Micky und Goofy an, sich herauszuhalten, doch die beiden (und Kater Karlo) gehen selbst dem Diebstahl der Amphore nach. Anhand einer Videoaufzeichnung kann Pascale einen früheren Kollegen als Dieb identifizieren. Eine Verfolgungsjagd endet in einem Crash, woraufhin der geständige Mann befragt werden kann. Die Amphore wurde inzwsichen dem überfallenen Buchhalter übergeben. Micky und Mausalbano beschatten und verfolgen diesen. Er fährt zum Staudamm des zwielichtigen Dacio Dragonara. Dieser hält Sicilio gefangen. Es zeigt sich, dass Dragonara Sicilio ein Grundstück mit einer besonders ergiebigen Quelle nicht verkaufen wollte. Stattdessen hatte er es als Geschenk für Pascale und Elwina vorgesehen, und die Schenkungsurkunde hatte er in der Amphore versteckt. Dragonara wollte sich daher mit kriminellen Mitteln das Grundstück beschaffen. Nun muss er flüchten und klettert dazu den Staudamm hinab. Er wird gestellt, indem die Schleusen des Bauwerks geöffnet werden, so dass er Mausalbano direkt in die Hände gespült wird. Am Ende können Pascale und Elwina beruhigt heiraten.

Die Einschätzung

Das Hauptproblem an den Mausalbano-Geschichten ist, dass sie sich vom Rest des »Micky-Maus-Comicuniversums« sehr stark abheben, was insbesondere die personelle Zusammensetzung angeht. Das macht es ziemlich schwierig, sich hineinzudenken und die im Verlauf erwähnten Ereignisse und Namen mit den zugehörigen Geschehnissen und Rollen zu assoziieren. Was schade ist, denn die Comics sind nicht nur sehr schön gezeichnet, man merkt ihnen auch an, dass sie eigentlich gehaltvoll und ganz anständig geskriptet sind. In unseren Besprechungen der beiden vorausgegangenen Mausalbano-Geschichten haben wir schon erwähnt, dass man vermutlich einen ganz anderen (viel besseren) Eindruck von den Comics hat, wenn man ein Freund von Camilleris Vorlagen ist ... was jedoch nur auf die wenigsten Leser des Lustigen Taschenbuchs zutreffen dürfte, insbesondere auf die jüngeren. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass sich die italienischen Comicautoren an italienischen Krimiautoren abarbeiten, aber hierzulande bräuchte man einfach so etwas wie eine kurze Übersichtsseite, um »reinzukommen«. So war dies hier schlussendlich ein Comic, der beim Lesen den Eindruck vermittelte, dass er eigentlich ganz gut war, man selbst jedoch einfach nicht die richtige Zielgruppe dafür war. Schlussendlich vergaben zwei unserer Mitarbeiter die Note Drei, während sich drei für eine Vier entschieden. Im Schnitt landeten wir damit bei der Durchschnittsnote 3,6.


Wie fandet ihr "Die Amphore der Charybdis"?
1
 
 113 (26,8%)
Schulnote 6
2
 
 85 (20,1%)
Schulnote 5
3
 
 83 (19,7%)
Schulnote 2
4
 
 58 (13,7%)
Schulnote 3
5
 
 46 (10,9%)
Schulnote 1
6
 
 37 (8,8%)
Schulnote 4
An der Umfrage haben 422 Benutzer teilgenommen.
 
 
Autorentags: Andrea Camilleri
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz