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  Die Entenanalyse: Destino - Zwischen Traum und Fantasie
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Wir sind schon am Schlusspunkt des 520. Lustigen Taschenbuchs angelangt, das den Titel »85 Jahre Donald Duck« trägt und seit dem 21. Mai im Handel ist. Acht Comics haben wir an dieser Stelle bereits näher beleuchtet, zuletzt die Dagobert-Duck-Schatzsuche-Story »Die Kamele des Königs«. Diese konnte leider nicht die üblichen Erwartungen erfüllt, die man an diese Art von Geschichten hat. Unseren zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Mit zwei prominenten Gaststars ging das Buch anschließend in einem letzten Comic zu Ende.

Destino - Zwischen Traum und Fantasie

Hierbei handelt es sich um eine knapp neun Jahre alte Geschichte. Der zwanzig Seiten lange Dreireiher wurde am 28. Sep 2010 im italienischen Magazin »Topolino« publiziert. In andere Länder hat er es viel früher geschafft als in die deutsche Sprache, so konnte man ihn schon 2011 in Brasilien lesen, 2012 in Indoniesien, 2014 in Portugal, 2015 in Finnland und 2016 in den Vereinigten Staaten. Der Originaltitel des guten Stücks lautete »Topolino e il surreale viaggio nel destino«, was man mit »Micky Maus und die surreale Reise nach Destino« übersetzen kann. Der Comic wurde von Roberto Gagnor geschrieben, die außergewöhnlichen Zeichnungen wurden von Giorgio Cavazzano angefertigt.

Worum geht es?

1945 begannen Walt Disney und Salvador Dalí, an einem Film namens »Destino« zu arbeiten. Das Projekt wurde nach einigen Monaten aufgegeben, erst ein halbes Jahrhundert später wurde es dann wieder aufgegriffen und vollendet. In diesem Comic geht es um das Aufeinandertreffen von Disney und Dalí sowie um ihre gemeinsame Schaffenszeit.

Spoiler

Micky, Goofy und Donald warten gemeinsam mit Walt Disney auf die Ankunft eines Flugzeuges. Diesem entsteigt Salvador Dalí. Gemeinsam fahren sie zum Walt Disney Studio, um dort an einem geheimen Projekt zu arbeiten. Während Disney und Dalí problemlos auf das Gelände gelangen, verbaut der neue Wachmann Kater Karlo den anderen den Weg. Micky, Goofy und Donald gelangen daher übers Dach in das Gebäude, in dem Disney und Dalí arbeiten. Sie rutschen ab, stürzen nach unten und fallen in ein Bild Dalís, woraufhin sie sich in einer surrealen Welt wiederfinden, die den Kunstwerken Dalís nachempfunden wurde. Hier kommt es zu allerhand skurrilen Begegnungen. Am Ende werden sie von Tigern gehetzt, bis Kater Karlo aus dem Nichts auftaucht und auf die Raubkatzen fällt. Disney und Dalí beobachten das Geschehen indessen von außen, bis Dalí eine Tür in sein Bild zeichnet. Durch diese gelangen Micky, Goofy, Donald und Karlo zurück in die Realität. Nach einer Weile wird Dalí zum Flughafen zurückgebracht, und es sieht so aus, als wäre das gemeinsame Filmprojekt sehr vielversprechend. Donald will unbedingt mitspielen, greift nach dem Manuskript und sorgt damit dafür, dass alle Seiten auseinanderfallen und in alle Himmelsrichtungen verwirbelt werden.

Die Einschätzung

Geht man nach den Bewertungen, die in der Comic-Plattform I.N.D.U.C.K.S. abgegeben wurden, zählt »Destino - Zwischen Traum und Fantasie« zu den tausend besten Disney-Comics aller Zeiten. Und in der Tat gibt es einiges, das für den Comic spricht. Das fängt beim zeichnerischen Aspekt an, denn sowohl der historische Anstrich, den man der Szenerie und den Figuren gegeben hat, weiß zu überzeugen, ebenso aber auch die allgemeine Comic-Umsetzung der Dalí'schen Vorstellungen von Kunst und Ästhetik. Walt Disney mal höchstpersönlich in einem Disney-Comic zu erleben, ist auch eine außergewöhnliche Idee, und das einstige Zusammenspiel zwischen ihm und Dalí in Szene zu setzen, reiht sich ein. Doch nun kommt das große Aber: In diesem Band hatten wir bereits die Geschichte Die Reise um die Welt in 80 Klicks, in der Donald und Micky in eine künstliche Welt - in dem Fall eine Buchwelt - gesogen wurden, dort in sehr hohem (besser ausgedrückt: zu hohem) Tempo von Szene zu Szene hetzten, und am Ende in die Realität zurückfanden, in dem ihnen jemand einen Ausgang ins Hier und Jetzt zeichnete. Anders ausgedrückt: »Destino - Zwischen Traum und Fantasie« ist in groben Zügen genau die gleiche Geschichte, nur eben umplatziert in die Welt des Surrealismus. Wenn man schon fast ein Jahrzehnt gewartet hat, diesen Comic zu übersetzen, dann hätte man ihn nun wirklich nicht in der gleichen Ausgabe mit einem derart plotähnlichen Werk platzieren müssen, sondern noch etwas länger warten können. Dass Kater Karlo in einer Szene einen Pullover mit der Aufschrift »Deus ex Machina« trägt, ist im Übrigen amüsant, denn das viel zu häufige Verwenden von Deus ex Machinas hatten wir ja passenderweise in unserem Artikel zur »Reise um die Welt in 80 Klicks« thematisiert. Am Ende entschieden sich zwei Mitarbeiter für die Note Zwei, einer für eine Drei, und zwei für eine Vier, so dass wir summa summarum beim Durchschnittswert 3,0 landeten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz