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  Die Entenanalyse: Design oder Nicht-sein
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Schon sieben Comics des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 551, das den Titel »Gefahr für Micky« trägt und seit zwei Wochen im Handel ist, haben wir von einem Quintett an Leserkanonen-Mitarbeitern lesen lassen. Die Ausbeute ist traurig: Keine einzige der Geschichten wusste uns zu gefallen. Auch die zuletzt thematisierte Story »Der Wahrscheinlichkeitsumwandler«, in der Gustav Gans (mal wieder) ohne Glück auskommen soll, aber Donald Duck (mal wieder) der Gelackmeierte ist, konnte an der Tendenz nichts ändern, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ausnahmsweise wart ihr dieses Mal weit weniger kritisch als wir: Während unsere Testleser im Schnitt bei der Schulnote 4,0 gelandet waren, liegt der bisher erreichte Durchschnittswert eurer Abstimmung bei 3,12. Mit Designproblemen ging es weiter.

Design oder Nicht-sein

Zweieinhalb Jahre hat dieser Comic auf dem Buckel: Er wurde am 27. März des Jahres 2019 im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht und trug damals den Titel »Zio Paperone, Archimede e il restyling inventivo«, was man mit »Onkel Dagobert, Daniel Düsentrieb und das erfinderische Umstyling« übersetzen kann ... wenn man denn »Umstyling« als deutsches Wort durchgehen lässt. Der 33 Seiten lange Dreireiher stammt von Gaja Arrighini und wurde von Nicola Tosolini zeichnerisch (fragwürdig) umgesetzt.

Worum geht es?

Ein Fräulein namens Lavendel besucht mit zwei Freundinnen das Labor von Daniel Düsentrieb, der einen Hundefutterspender für ihr Mini-Hündchen konstruieren sollte. Die Damen lehnen sein Werk ab, weil sie das Design für grässlich halten. Dagobert Duck springt für Daniel in die Bresche und weist darauf hin, dass das Aussehen von Erfindungen unwichtig sei, sondern vielmehr das zählt, was die Geräte können. Die Damen lassen sich nicht überzeugen und rauschen ab. Andere Frauen betreiben wenig später Mundpropaganda gegen Produkte aus dem Hause Duck wegen deren altbackenen Designs.

Spoiler

Der große Profiteur des fragwürdigen Designbewusstseins ist Klaas Klever, der einen Designer namens Kubik engagiert hat, der seine Produkte in stilbewusste (in diesem Fall quaderförmige) Designs umgestaltet. Fortan laufen seine Geschäfte wie geschmiert, während es bei Dagobert Duck im System knirscht. Gemeinsam mit Daniel Düsentrieb besucht der reichste Erpel der Welt draufhin eine Designmesse. Dort veranlasst er, dass Daniel bei einem Designer namens Kuni Rundt in die Lehre geht. Einige Wochen später kehrt ein völlig veränderter Daniel zurück. Fortan versucht dieser einen eigenen neuen Stil zu entwickeln. Er findet ihn durch eien Kombination aus Quadern und Kreisen. Fräulen Lavendel und ihre Freundinnen sind von der Optik begeistert, allerdings stellen sie fest, dass Daniels Erfindungen nun nicht mehr sonderlich nutzenstiftend sind. Daniel erleidet daraufhin einen Zusammenbruch: Er stellt fest, dass ihm durch die Konzentration auf das Design der Erfindergeist abhandengekommen ist. Kuni Rundt bietet ihm an, fortan für ihn als Designer zu arbeiten und das Erfinden komplett beiseite zu schieben, dich Daniel schlägt das Angebot aus. Er besinnt sich, kehrt in sein altes Labor zurück und erfindet dort gemeinsam mit Helferlein »innovatives Licht«, das dann durch Dagobert Duck erfolgreich vermarktet wird. Was man sich darunter vorstellen soll, wird nicht geschildert, aber alle freuen sind ... abgesehen von Klaas Klever, der mal wieder seine Melone mampft.

Die Einschätzung

Spätestens nach drei, vier Comics stellt sich in einem durchwachsenen Lustigen Taschenbuch langsam Ernüchterung ein, aber wenn es danach immer noch schwach weiter geht und wirklich gar kein Ausbrecher nach oben in Sicht ist, dann beginnt man sich langsam regelrecht zu ärgern. Und dieser Punkt ist bald wirklich erreicht, denn auch »Design oder Nicht-sein« reiht sich ein in die Geschichten, die es eigentlich nicht wert sind, dass man Lesezeit in sie investiert. Das Beste an dem Comic ist der deutsche Titel, denn dieser ist der einzige halbwegs gelungene Gag. Der Rest ist einfach dürftig. Die Figur des Daniel Düsentrieb wird hier zwischenzeitlich regelrecht demontiert, der Überbewertung des Designaspekts fehlt jedweder Sinn, die eigentlichen Designtrends sind nicht amüsant. »Fräulein Lavendel« und ihre Freundinnen sind furchtbare Charaktere. Und hinzu kommt noch, dass die Zeichnungen einfach scheußlich aussehen und jedem Anspruch an Design widersprechen. Die Nebenfiguren sind übertrieben proportionslos, was vermutlich witzig sein sollte, so aber nicht rüberkommt, die Gesichter der Standard-Protagonisten sind hie und da arg verzerrt ... ach, eigentlich wollte uns hier gar nichts gefallen. Folgerichtig gab es von einem Mitarbeiter die Note Vier, während sich die vier anderen für eine Fünf entschieden. Damit landeten wir am Ende beim Schnitt 4,8. Design oder Nicht-sein, das muss nicht sein.


Wie fandet ihr "Design oder Nicht-sein"?
1
 
 202 (48,3%)
Schulnote 6
2
 
 83 (19,9%)
Schulnote 4
3
 
 75 (17,9%)
Schulnote 5
4
 
 34 (8,1%)
Schulnote 3
5
 
 13 (3,1%)
Schulnote 1
6
 
 11 (2,6%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 418 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz