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  Die Entenanalyse: Der Zauberstab der Medusa
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In den vergangenen Tagen haben wir das aktuelle Lustige Taschenbuch durch ein Quintett an Mitarbeitern unserer Seite lesen lassen, das seit dem 9. Oktober im Handel ist und die Nummer 512 sowie den Titel »Duckenstein« trägt. Zuletzt war die Baptist-Story »Ein Butler macht Urlaub« an der Reihe, unseren zugehörigen Artikel findet ihr nach wie vor an dieser Stelle. Ein einzelner Comic war nun noch übrig, und dabei handelte es sich - nach dem Auftaktcomic - endlich um eine weitere Geschichte, die sich rund um Halloween drehte, was angesichts der Tatsache, dass es sich um die diesjährige Halloween-Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs handelte, auch langsam Zeit wurde.

Der Zauberstab der Medusa

In einer Sache unterschied sich diese Geschichte von allen anderen Comics, die im 512. Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurden: Es handelte sich um die einzige, die nicht dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde, sondern speziell für das Lustige Taschenbuch und seine anderen europäischen Pendants ersonnen wurde. Der Abdruck in »Duckenstein« ist somit auch die Erstveröffentlichung. Der 33 Seiten lange Dreireiher wurde von Gorm Transgaard ersonnen und von Giorgio Cavazzano gezeichnet. Der ursprüngliche (niederländische) Titel lautete »De toverstaf van Medusa«, was das gleiche bedeutet wie der hiesige Titel.

Worum geht es?

Tick, Trick und Track haben sich anlässlich Halloween verkleidet und ziehen durch die Nachbarschaft, um Süßigkeiten zu erhaschen. Gleich der erste Nachbar gibt ihnen säckeweise Süßkram, da er keine Lust auf bettelnde Kinder hat und Halloween durch diese Übergabe so schnell wie möglich abhaken möchte. Da die Kinder nun mehr Süßigkeiten haben, als sie in einem Jahr essen können, haben sie keine Lust mehr auf weiteres Betteln, und so suchen sie sich eine Alternativbeschäftigung. Kurzum schleichen sie sich in eine alte Villa, in die sich ansonsten niemand traut. Dort kommt es zu einer Begegnung mit schwerwiegenden Folgen.

Spoiler

In der Villa sitzt die Hexe Holla, die auf der Suche nach einem Zauberstab ist, der ausschließlich in der Halloween-Nacht funktioniert. Durch ein Missgeschick der Magierin erfahren die Kinder, wo sie nach dem Artefakt suchen müssen. Sie rennen los, und die Hexe jagt ihnen hinterher. Um sie von ihrem Unterfangen abzubringen, hetzt sie verzauberte Halloween-Dekorationen wie eine überdimensionierte Spinne auf sie. Die Kinder finden immer wieder Wege, ihren Verfolgern zu entkommen. Donald schließt sich ihnen alsbald an, und in einer Grotte finden sie tatsächlich eine Spur: Einen Bohrer, den sie am höchsten Platz von Entenhausen in ein Kreuz drehen müssen. Einen Umweg und einige weitere Hexenattacken später finden sie das Kreuz, bohren das Loch und schauen hindurch. Dadurch erkennen sie, dass der Zauberstab auf dem Dachboden von ausgerechnet der gleichen Villa liegen muss, an der ihre Suche den Anfang genommen hatte. Sie finden den Zauberstab, woraufhin sie sich Autos, Hubschrauber und allerhand Reichtum herbeiwünschen. Dann ist die Hexe zur Stelle und nimmt ihnen den Zauberstab ab, ehe sie selbst von ihrem Erzfeind überrumpelt wird, einem anderen Magier, der ihr in der Gestalt eines Raben das gute Stück wieder abnimmt. Da es inzwischen schon wieder hell wird und die Halloween-Nacht vorüber ist, hat der Hexer jedoch nichts mehr davon. Donald und die Kinder aber auch nicht: Mit Anbeginn des Tages lösen sich auch all ihre Reichtümer in Luft auf. Nur »Ungreifbares« wie Glück und Zufriedenheit hätten laut der »Anleitung« des Zauberstabs Bestand gehabt, sämtliche materiellen Güter überdauern die Nacht nicht. Somit ist am 1. November wieder alles genauso wie vorher.

Die Einschätzung

Obgleich es ganz nett gewesen ist, dass hier tatsächlich noch eine Halloween-Geschichte abgeliefert wurde, gab es hier einiges, das uns gestört hat. So erwiesen sich die Hexenkünste von Hexe Holla im Verlauf der Story eigentlich als ziemlich durchschlagend, weswegen sich die Frage stellte, wieso sie eigentlich auf der Suche nach dem Zauberstab war ... offensichtlich brauchte sie schließlich gar keinen. Das hätte man natürlich mit irgendwelchen Spezialfähigkeiten des Artefakts erklären können, doch dafür wurde keine Silbe verschwendet. Ebenfalls störend war das Verhalten von Tick, Trick und Track, welche die Hexe kurzerhand beklauten - das passt nun wirklich nicht zu ihren Charakteren. Ebensowenig entsprach die Unmenge an Gier, die aus ihnen und Donald am Ende flutete, ihren üblichen Charakterzeichnungen. Letzteres kann man zumindest mit Übermotivation und Euphorie rechtfertigen, aber den Diebstahl nicht, zumal die Hexe ja auch eine nette Frau hätte sein können (und bis zum Ende wurde nichts Gegenteiliges aufgezeigt). Nimmt man all diese Störfaktoren beiseite, war die Jagd durch Entenhausen durchaus ganz unterhaltsam und wendungsreich, außerdem wussten die Zeichnungen zu gefallen. Ausgemerzt wurden die Probleme dadurch aber nicht, weswegen es sich leider nicht um den allerbesten »Rausschmeißer« aus diesem ansonsten ordentlichen Lustigen Taschenbuch handelte. Zwei unserer Mitarbeiter entschieden sich am Ende für die Note Drei, einer für eine Vier, und zwei gaben dem Comic die Note Fünf, so dass summa summarum der Durchschnittswert 4,0 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz