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  Die Entenanalyse: Der Wunderknabe
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Vor wenigen Tagen haben wir damit begonnen, die einzelnen Comics des 504. Lustigen Taschenbuchs von fünf Mitarbeitern unserer Webseite lesen zu lassen, die eigentlich schon ein ganzes Stückchen zu alt dafür sind. Die Auftaktgeschichte, die den Titel »Der Superschleim« trug, war leider nicht so richtig gut, wie wir euch an dieser Stelle berichteten. Nun haben wir uns den zweiten Comic vorgenommen.

Der Wunderknabe

Bei der Story um den »Wunderknaben« handelt es sich um einen zweigeteilten Comic, der insgesamt 55 Seiten lang ist und aus den Fragmenten »Ehre, wem Ehre gebührt« und »Dem Geheimnis auf der Spur« besteht. Auch das italienische Original, das am 14. Januar 2014 im Magazin »Topolino« abgedruckt wurde, war zweigeteilt. So richtig klar ist uns nicht, was es mit diesen (regelmäßig vorkommenden) Halbierungen auf sich hat, da die einzelnen Teile sowohl in Italien als auch hierzulande direkt hintereinander gedruckt werden. Womöglich dient dies aber einfach nur einer potenziellen Weiterverwertung in (internationalen) Magazinen, die nicht so viele Seiten pro Ausgabe zur Verfügung haben.

Der Originaltitel der Geschichte lautete »Topolino e l'uomo del giorno«, was zu Deutsch »Micky Maus und der Mann des Tages« bedeutet. Hierzulande erschien die Geschichte im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 504, das seit dem 27. Februar 2018 zu bekommen ist. Das Buch aus dem Egmont Verlag wurde nach seinem Auftaktcomic mit »Der Superschleim« betitelt.

Worum geht es?

Nach einem dreimonatigen Abenteuer, das er gemeinsam mit Indiana Goof bestritten hat, kehrt Micky Maus nach Entenhausen zurück. Was sich in der Zwischenzeit in seiner Heimat zugetragen hat, hat er nicht mitbekommen. Bald zeigt sich, dass die Stadt im Bann eines neuen Stars steht: Wendel Wunder. Dieser ist nicht etwa ein erfolgreicher Sporter, Sänger, Künstler oder dergleichen, sondern alles zusammen. Es gibt scheinbar nichts, was er nicht kann, und er hat Entenhausen im Sturm erobert. Auch Mickys komplettes Umfeld ist im schier verfallen. Nachdem Micky den Mann schließlich zum ersten Mal sieht und er nicht gerade wie ein Überflieger ausschaut, wird Micky skeptisch und beginnt nachzuforschen, was es mit ihm auf sich hat.

Spoiler

Als Micky beobachtet, wie Wunder einige Lose kauft und einen Gewinn einstreicht, bemerkt er, dass der Mann nach einem Blick auf seine Armbanduhr ziemlich panisch wird. Nachdem er das gleiche bei der Verleihung der Entenhausener Ehrenbürgerschaft an Wunder ein zweites Mal beobachtet, wächst seine Skepsis. Nachts verfolgt er ihn bis an den Hafen, wo sich Wunder mit einem zwielichtigen Mann trifft. Micky schießt Fotos und filmt die beiden, ehe er jedoch mehr erfahren kann, wird er von einer wütenden Möwe gestört. Mit Hilfe von Inspektor Issel erfährt Micky, dass der zweite Mann in der Vergangenheit wegen mutmaßlich betrügerischer Finanztransaktionen im Fokus stand, man ihm aber nichts nachweisen konnte. Anschließend geht Micky einer anderen Spur nach: Bei einer Autogrammstunde war Wendel die Rechnung eines Elektronikladens aus der Tasche gefallen. Nun fährt Micky dorthin und sieht sich vor Ort um. Er erfährt, dass Wendel dort immer riesige Summen ausgibt. Wenig später spielt er eine Runde Golf gegen den Wundermann und bezwingt ihn mit Hilfe einer Mikrofernsteuerung. Anschließend hetzt Wunder davon. Durch dessen Chauffeur - einen ehemaligen Schulfreund Goofys - hat Micky inzwischen erfahren, wohin Wunder immer so schnell verschwindet, und er erwartet ihn dort. Wunder nimmt dort sein Toupet ab und legt es in ein von ihm erbautes »Ladegerät für Erfolgsenergie-Akkus«. Wie sich zeigt, ist Wunder ein genialer Erfinder, der es geschafft hat, Erfolgsenergie zu bündeln und auf sich zu transferieren. Das Problem daran ist, dass sich diese Energie jedes Mal extrem schnell entlädt und er sie wieder aufladen muss. Durch Mickys Sieg beim Golf war die Energie aufgebraucht worden. Wunder versucht Micky und Goofy wütend zu überwältigen, doch sie können ihn zurückschlagen. Das Toupet fängt inzwischen Feuer, und die gesamte Maschine (wie auch das Haus) verbrennt. Wunder besinnt sich im letzten Moment, Goofy zu retten, der unter einem Dachbalken bragraben wurde. Damit kehrt er auf die Seite des Guten zurück, und er schwört der Zusammenarbeit mit dem windigen Finanzjongleur ab, mit dem er gemeinsame Sache gemacht hatte, weil er den Hals trotz seiner vielen Erfolge nicht voll bekommen hatte.

Die Einschätzung

«Der Wunderknabe« ist eine über weite Strecken interessante Geschichte, die zwar gewisse Defizite hat - Micky Maus hat beispielsweise wieder einmal seine unsympathischen Momente, einerseits was die Neugier angeht, andererseits das typische auf seine Figur regelmäßig angewendete »Der sieht so aus, als hätte er Dreck am Stecken«, als könne man dies Leuten ansehen. (In diesem Fall sieht ihm Wunder nicht ausreichend nach einem Erfolgsmenschen aus.) Dieses Element kommt in Micky-Maus-Geschichten - schon seit Jahrzehnten - immer wieder vor, und es vermittelt einfach falsche Werte.

Davon abgesehen ist die Geschichte wendungsreich und interessant. Mickys Ermittlerarbeit wirkt nicht immer ganz schlüssig, so erscheinen der Besuch des Elektroladens und die dortigen Beobachtungen wie ein Schuss ins Blaue, doch letztlich wiegt das nicht weiter schwer. Die eigentliche Auflösung, woher die Erfolgswelle von Wendel Wunder stammt, ist indessen ein wenig zu abgedreht, und die plötzliche Wendung zum redlichen Mann, dem seine Schandtaten verziehen werden, kommt auch etwas überhastet. Dadurch ist der Gesamteindruck nicht ganz so gut, wie er hätte sein können, aber über den Großteil der 55 Seiten ist der Unterhaltungsfaktor ganz ordentlich.

Schlussendlich entschied sich eine unserer Mitarbeiterinnen, dem Comic die Schulnote Zwei zu geben, während sich jeweils zwei Mitarbeiter für die Noten Drei und Vier entschieden. Summa summarum ergab dies die Durchschnittsnote 3,2. Nicht überragend, aber man kann die Geschichte durchaus mal zwischendrin lesen.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz