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  Die Entenanalyse: Der Wohnbetrüger
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Heute haben wir fünf Mitarbeiter, die von außen betrachtet schon viel zu alt sind, um sich noch mit Entencomics aus dem Hause Disney zu beschäftigen, auf die zweite Geschichte aus dem 502. Lustigen Taschenbuch losgelassen. Unsere Analyse des ellenlangen Phantomias-Auftaktcomics »Gefahr auf hoher See« findet ihr indessen hier, die restlichen Geschichten werden in den kommenden Tagen folgen.

Der Wohnbetrüger

Bei der Geschichte über den »Wohnbetrüger« handelt es sich um einen Comic, der - wie so oft - dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde, in welchem er erstmals am 23. Dezember 2014 veröffentlicht worden war. Der zwanzig Seiten lange Dreireiher trug damals den Titel »Paperino e la frode abitativa«, was zu Deutsch »Donald Duck und der Wohnungsbetrug« bedeutet. Die Idee zu der Geschichte stammt von Roberto Moscato, für die zeichnerische Umsetzung war Paolo Campinoti zuständig. In deutscher Sprache erschien der Comic im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 502, das mit »Gefahr auf hoher See« überschrieben war und am 2. Januar 2018 veröffentlicht wurde.

Worum geht es?

Donald Duck checkt seine E-Mails und stößt auf ein Schreiben von der »Bundesagentur für Steuerschulden«, die ihm aufgrund von »Unregelmäßigkeiten« eine horrend hohe Geldbuße androht. Tick, Trick und Track vermuten, dass es sich um eine »Phishing-Mail« handelt und weisen darauf hin, dass sich in den Anhängen solcher E-Mails schädliche Programme befänden. (Anmerkung: Da liegen Tick, Trick und Track natürlich falsch. Phishing-Mails sind eine andere Sauerei.) Sie warnen Donald eindringlich, auf den Anhang zu klicken, nach einer Reihe von weiteren E-Mails sieht sich dieser jedoch so sehr unter Druck gesetzt, dass er schlussendlich doch darauf reagiert ... mit schwerwiegenden Folgen.

Spoiler

Donald wird von einem Mann namens Bert Beutelschneider aufgesucht, der darauf hinweist, dass Donald ihm durch die Bearbeitung der E-Mail ein dauerhaftes und mietfreies Wohnrecht in seinem Haus übertragen hätte. Donald und die Neffen müssen das Haus verlassen und wenden sich an die Polizei, wo sie eine einstweilige Verfügung gegen Beutelschneider erwirken. Als Donald diese dem Unhold übergeben will, findet er diesen mit einem in Gips gelegten Bein vor. Beutelschneider erklärt, er sei über eine lose Stufe gestolpert, und er legt ein Gutachten vor, laut dem Donald für den unsachgemäßen Zustand der Treppe verantwortlich sei. Er bietet an, auf Konsequenzen für Donald zu verzichten, wenn dieser seinerseits die einstweilige Verfügung nicht zum Einsatz bringt. Als der panisch werdende Donald kurz davorsteht, weitere Formulare zu unterschreiben, schreiten Tick, Trick und Track ein. Sie nehmen Beutelschneider die Dokumente ab und drohen an, sie einem Richter vorzulegen, damit dieser untersuchen kann, ob es sich um Fälschungen handelt. Beutelschneider wirft seine Krücke und seinen Gips ab, um ihnen hinterherzurennen, doch Donald geht dazwischen. Man landet vor Gericht, wo der gesamte Schaden rückgängig gemacht wird. Fortan ist alles wieder wie vorher, sieht man einmal davon ab, dass Tick, Trick und Track ihren Onkel nicht mehr unbeaufsichtigt Mails lesen lassen.

Die Einschätzung

Mit dem Aufgreifen des Themas Internetbetrug haben die Macher des Comics eine Angelegenheit von hoher Aktualität in den Mittelpunkt gerückt, so dass man hier tatsächlich mal davon sprechen konnte, dass nicht nur auf einen Unterhaltungsanspruch hingearbeitet wurde, sondern dass auch eine Warnung und damit eine wichtige Botschaft an die kleinen Leser der Geschichte eingebaut wurde. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass die Erschaffer der Geschichte (oder ihr Übersetzer) nicht genau wusste, was eine Phishing-Mail überhaupt ist. Auch die Umsetzung des Ganzen ist recht gut gelungen. Zwar dürften jüngere Leser den Verlauf der Sache nicht unbedingt enorm spannend finden, doch bot sie für zwanzig Seiten eine ordentliche Portion Unterhaltung, und amüsante Momente gab es auch - allein schon die Bennenung des Unholdes, denn tatsächlich ist Internetkriminalität in vielen Fällen eine moderne Form von Beutelschneiderei. Zeichnerisch wusste »Der Wohnbetrüger« ebenfalls zu gefallen ... abgesehen von einer Ausnahme: Auf dem Schlussbild wurden Tick, Trick und Track überpropotional lang gezeichnet und hatten mehr oder weniger die gleiche Körpergröße wie ihr Onkel. So oder so war dies hier jedenfalls eine gute Weise, Duck-Storys und moderne Probleme miteinander zu vermischen. Schlussendlich gaben vier Mitarbeiter unserer Seite der Story die Note Zwei, eine Helferin entschied sich für eine Drei, so dass am Ende die Durchschnittsnote 2,2 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz