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  Die Entenanalyse: Der Wert der Dinge
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In den vergangenen beiden Wochen haben wir hier die Comics des 548. Lustigen Taschenbuchs thematisiert, das seit dem 20. Juli im Handel ist und den Titel »Höher schneller weiter!« trägt. Zuletzt besprachen wir hier den Micky- und Goofy-Comic »Der Gesang der Wale«, in dem die beiden Helden auf dem Meer vor Island unterwegs sind und gemeinsam mit ihrem außerirdischen Freund Hydris ein Walkind retten, das von Touristen in einen Fluss getrieben worden war. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Unser Testleser-Quintett bewertete die Geschichte ähnlich wie ihr: Wir kamen am Ende auf die Durchschnittsnote 3,4, bei eurer Abstimmung steht bis dato eine 3,52 zu Buche. Den Abschluss des Lustigen Taschenbuchs bildete ein Heilewelt-Comic rund um Dagobert Duck.

Der Wert der Dinge

Siebeneinhalb Jahre hat dieser 25 Seiten lange Dreireiher schon auf dem Buckel: Er erschien erstmals am 3. Dezember des Jahres 2013 im italienischen Wochenmagazin »Topolino«. Damals trug der Comic den Titel »Paperopoli e il sapore buono del cibo in dono«, was sinngemäß übersetzt wohl »Dagobert Duck und das gute Gefühl, Essen zu verschenken« bedeutet ... zumindest reimen wir uns das so zusammen. Ersonnen wurde das Ganze von Augusto Macchetto, die Zeichnungen wurden von Alessandro Perina beigesteuert.

Worum geht es?

Dagobert ist schockiert, denn der wöchentliche »MHD-Tag« steht an, an dem die Waren in seinen Läden auf das Erreichen der Mindesthaltbarkeitsdaten untersucht werden und gegebenenfalls entsorgt werden, sofern es herangenaht ist, auch wenn die Lebensmittel eigentlich noch lange weiter verzehrfähig bleiben. In seiner Zeit am Klondike hat Dagobert gelernt, dass man alles, was man hat, bis auf den letzten Krümel verwertet, weswegen ihn das Wegwerfen guter Sachen im Herzen wehtut. Kurzerhand beschließt er, der Verschwendung Einhalt zu gebieten.

Spoiler

Dagobert klappert zahlreiche Bekannte in und um Entenhausen ab, um sie für sein Vorhaben zu rekrutieren. Daniel Düsentrieb baut für ihn kleine Microchips, die an den Lebensmitteln installiert werden und dafür sorgen, dass sie beim Herannahen des Mindesthaltbarkeitsdatums kleine Flügelchen bekommen und zielgerichtet zu einem Sammelpunkt fliegen, an dem sie für den Weitertransport vorbereitet werden können. Wohin sie dann geschickt werden sollen, wird von den Comicmachern nicht erwähnt. Ebensowenig wird nicht erklärt, warum Düsentrieb es schafft, filigrane Hochtechnologie zu konstruieren, es dann aber nötig wird, die Lebensmittel manuell in LKWs umzuladen. Dafür sind dann die anderen Entenhausener zuständig, die Dagobert rekrutiert. Neben allen Verwandten und freundlichen Einwohnern, die man an dieser Stelle erwartet, sorgt Dagobert auch dafür, dass die Gangster der Stadt mitmischen und dabei ihre Spezialfertigkeiten zum Einsatz bringen. Klaas Klever macht mit, die Panzerknacker kümmern sich um die Tiefkühlprodukte, da sie wissen, wie man auf Eis gelegt wird, und Gundel Gaukeley zaubert zahlreiche automatisch funktionierende Besen herbei, die das Lager im Nachhinein selbständig putzen. Am Ende fahren die LKWs zu ihrem mysteriösen Ziel ab, und alle sind glücklich und zufrieden.

Die Einschätzung

In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. schneidet »Der Wert der Dinge« geradezu katastrophal ab: Nur fünfzig von derzeit 40.940 Comics wurden noch schlechter bewertet. Und dass sich die Geister daran scheiden, ist absolut kein Wunder. Hier wurde insbesondere die Charakterzeichnung sämtlicher Entenhausener Bösewichte völlig über den Haufen geworfen, das Ganze liest sich wie ein »Band Aid« in Comicform. Das Verhalten ergibt überhaupt keinen Sinn. Ähnlich wenig logisch erscheint es, dass Dagobert Duck nach vielen Jahrzehnten plötzlich der Sinn für den Wert der Dinge einfällt, obwohl die Situation am Klondike, die als Auslöser bezeichnet wird, schon Jahrzehnte zurückliegt. Warum also plötzlich jetzt, was war dazwischen ... vor allem wenn der »MHD-Tag« doch einmal pro Woche stattfindet? Und was auch ganz schön entscheidend ist: Wohin genau gehen die Lebensmittelspenden überhaupt? Wenn man sich schon solch eine Story einfallen lässt, warum dann nicht auch das Ziel der gespendeten Waren? Sorry, aus unserer Sicht war das ein schwacher Abschluss dieses (ohnehin schwachen) Bandes. Jeweils ein Mitarbeiter vergab die Noten Drei und Vier, zweimal wurde eine Fünf vergeben, einmal eine Sechs. Somit landeten wir hier beim Durchschnittswert 4,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz