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  Die Entenanalyse: Der Wald des weißen Pumas
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Seit einigen Tagen besprechen wir hier bei Leserkanone.de die Comics, die im 553. Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurden, das »Wie alles begann ...« heißt und seit dem 7. Dezember käuflich zu erwerben ist. Das Buch startete sehr zufriedenstellend, mit dem fünften Comic namens »Die klingende Münze« ging es dann zuletzt aber leider erstmals bergab. Ihr könnt unsere Einschätzung an dieser Stelle in ausführlicher Form nachlesen. Ihr wart noch kritischer als wir: Der von uns vergebenen Schulnote 4,2 steht eurerseits bis dato das Abstimmungsergebnis 4,71 zu Buche. Mit den Fieselschweiflingen und Dieter Düsentrieb soll es nun weitergehen.

Der Wald des weißen Pumas

Auch diese Geschichte ist noch nicht allzu alt: Am 3. Februar dieses Jahres wurde sie im italienischen Magazin »Topolino« unter dem Titel »Newton Pitagorico e il cammino del puma bianco« veröffentlicht, was man mit »Dieter Düsentrieb und der Weg des weißen Pumas« übersetzen kann. 28 Seiten umfasst der Dreireiher, der von Marco Nucci erdacht und von Emmanuele Baccinelli gezeichnet wurde.

Worum geht es?

Die Fieselschweiflinge und die Kohlmeisen fahren mit dem Oberstwaldmeister in den nahezu unberührten Wildwetterwald, um dort einen sehr schwierigen Wanderpfad abzulaufen: den Weg des weißen Pumas, benannt nach den immer noch dort lebenden Großkatzen. Mit an Bord ist Dieter Düsentrieb. Da dieser Wanderungen eigentlich hasst, nun jedoch begeistert wirkt, befürchten Tick, Trick und Track, dass er dass er unterwegs eine seiner gefährlichen Erfindungen testen will.

Spoiler

Die Sorge wächst, da Dieter während des Wanderns durchweg grinst. Als der Oberstwaldmeister fragt, wie ein Fluss überwunden werden könnte, befürchten die Kinder, Dieter wolle mit einer seiner Erfindungen den Wasserstand reduzieren und dabei versehentlich sämtliche Weltmeere trockenlegen. Dieter schlägt jedoch gar nichts vor, stattdessen empfiehlt Kohlmeise Maren den Bau einer Hängebrücke. An einer Steilwand fürchten die Kinder, Dieter könne einen Helikopter bauen, der den Oberstwaldmeister mangels Steuerbarkeit bis in den Weltraum befördert, stattdessen nutzt man auf Vorschlag von Fieselschweifling Georg ein Seil mit Karabinersicherung. Als die Pumas nicht wie erhofft erscheinen, als ein Abhang abgesteigen werden muss und als eine Schlucht überwunden werden muss, spielt sich das gleiche ab. Am Ende gestehen Tick, Trick und Track dem Neffen von Daniel Düsentrieb, welche Befürchtungen sie hatten. Dieter erklärt, er habe sich bewusst mit Ideen zurückgehalten, da er selber die Nase von dem Ärger voll hat, den er in der Vergangenheit ständig angerichtet hat. Auf Drängen der anderen Fieselschweiflinge baut Dieter am Ende dann aber doch noch eine Lockpfeife für Pumas. Dummerweise kommt keine Raubkatze herbei, als er sie aktiviert. Achselzuckend fährt man wieder heim. Bei Daniel Düsentrieb angekommen, steigt Dieter aus dem Bus und klettert in sein Baumhaus. Dort zeigt sich, dass es sich niemals um Dieter gehandelt hat, sondern um einen von ihm konstruierten Roboter, der 1:1 genauso aussieht wie er selbst. Am Ende schläft Dieter im Stehen ein und aktiviert dabei nochmal die Lockpfeife, und als der Comic endet, sammeln sich weiße Pumas unter seinem Baumhaus.

Die Einschätzung

Die Grundprämisse des Comics besteht darin, dass man vor den Erfindungen Dieter Düsentriebs Angst haben muss, und als Leser fragt man sich: warum eigentlich? Als Gefahrenherd ist er bisher nicht in Erscheinung getreten. Eines der regelmäßigen Probleme am Lustigen Taschenbuch besteht darin, dass bei der Übernahme der Comics aus dem italienischen Magazin »Topolino« immer wieder auch auf solche zurückgegriffen wird, die Teil einer fortgeführten Idee oder einer festen Reihe sind. Würde man von A bis Z einfach alles übersetzen, was zusammengehört, wäre dies kein Problem. Die Macher der Lustigen Taschenbücher bleiben jedoch in den seltensten Fällen am Ball, sondern picken sich scheinbar willkürlich einzelne Teile von Reihen heraus und werfen sie dem Leser hin, auf dass er selbst zusehen möge, wie er damit zurechtkommt. Nun sind wir weit von der Fraktion »Früher war alles besser« entfernt, aber da die Struktur des Lustigen Taschenbuchs von heute so gut wie gar nicht mehr die hundert oder noch mehr Seiten langen schönen und durchdachten Geschichten von einst zulässt, sondern üblicherweise alles in maximal dreißig Seiten gepresst wird, ist ohnehin alles schon viel hektischer geworden und hat bisweilen den Anstrich von gezeichneter Discountware. Wenn man dann auch noch obendrauf mit Bruchstücken zurechtkommen soll, leidet der Spaß umso mehr. Dies ist im italienischen Original die siebte Geschichte, die Marco Nucci seit dem Frühjahr 2020 geschrieben hatte, und nur eine davon hatte es bisher ins Deutsche geschafft, und das noch nicht mal in die Hauptreihe der Lustigen Taschenbücher. Im Gesamtkontext mit den anderen Teilen ist dieser Comic hier womöglich ein ganzes Stück unterhaltsamer (wofür auch die Bewertungen bei I.N.D.U.C.K.S. sprechen), so ist er dagegen nur wenig unterhaltsam. Dass das System des Comics sofort durchschaut ist und repetetiv immer wieder abgespult wird - eine Aufgabe muss gelöst werden, Tick, Trick und Track fürchten eine Dieter-Idee, Dieter hat keine Idee -, ist ebenso wenig förderlich. Und den Schlussgag dürfte jeder Leser kommen sehen. Daher war dies hier wieder kein guter Comic, und so gab es von vier unserer Mitarbeiter die Note Vier, von einem eine Fünf. Im Schnitt bedeutete dies eine 4,2.


Wie fandet ihr "Der Wald des weißen Pumas"?
1
 
 121 (32,0%)
Schulnote 4
2
 
 92 (24,3%)
Schulnote 3
3
 
 66 (17,5%)
Schulnote 5
4
 
 47 (12,4%)
Schulnote 2
5
 
 30 (7,9%)
Schulnote 6
6
 
 22 (5,8%)
Schulnote 1
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz