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  Die Entenanalyse: Der verwunschene Garten
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In den vergangenen Tagen hat ein Quintett an unseren Mitarbeitern das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 510, das mit »Die Rache des Pharaos« betitelt ist und seit dem 14. August zu bekommen ist, Comic für Comic durchgelesen. Die zuletzt thematisierte Gundel-Gaukeley-Geschichte »Lehren will gelernt sein«, die ein paar Harry-Potter-Anleihen enthielt, fanden wir ganz okay, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ein letzter Comic war noch übrig, und den haben wir nun auch gelesen.

Der verwunschene Garten

Der Comic wurde ursprünglich in zwei Teilen am 4. und 11. Oktober des Jahres 2017 im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht und hieß damals »Paperinik e il segreto del giardino discreto«, was zu Deutsch »Phantomias und das Geheimnis des versteckten Gartens« bedeutet. In der deutschsprachigen Version wurden beide Teile unmittelbar hintereinander abgedruckt und dabei mit den Untertiteln »Das geheimnisvolle Siegel« und »Ein dramatischer Tausch« ausgestattet. Insgesamt ist der Dreireiher 44 Seiten lang. Er wurde von Bruno Enna geschrieben und von Luca Usai gezeichnet.

Worum geht es?

Donald springt für Baptist als Chauffeur seines Onkels ein. Während er vor der Börse auf ihn wartet, kommt ein Eichhörnchen angewuselt, das die Kühlerfigur von Dagoberts Wagen abbricht. Dafür lässt es einen verkrusteten Anhänger zurück, der sich als ein Siegel entpuppt. Das Tierchen verschwindet mit seiner goldenen Beute in einem großen Garten, der von einer alten Dame in Schuss gehalten wird. Dagobert plant zufälligerweise, genau dieses Grundstück zu kaufen und zu bebauen. In der Nacht wird er von einem gespensterartigen Einbrecher heimgesucht und entführt. Der Unhold hinterlässt den Abdruck des gleichen Siegels an der Wand, das Donald dank des Eichhörnchens bekommen hat.

Spoiler

Primus von Quack erkennt in dem Siegel das Familienwappen von Emil Erpel, dem Gründer Entenhausens. Beim Versuch, dies herauszufinden, löst er das Siegel in Säure auf. Nach den vorangegangenen Ereignissen und diesem überraschenden Fund begibt sich Donald in seiner Phantomias-Verkleidung in den großen Garten und ermittelt dort. Er gelangt durch eine versteckte Treppe in die Unterwelt, die von goldgierigen Eichhörnchen bevölkert ist. Zudem befindet sich hier ein unterirdischer Garten, in dem ein Haus steht. Davor sitzt Elias Erpel, der Neffe Emil Erpels und gleichzeitig der Entführer Dagobert Ducks. Der war einst ein Geschäftsmann, jedoch ein ziemlich erfolgloser. Erfolglos verlief auch seine Liebelei mit einer attraktiven Ente namens Ludmilla Liebstöckl. Aus ihrer gemeinsamen Zeit blieb ihm nur das Siegel, das Primus aufgelöst hat. Nun ist er so verbittert, dass er den Glatzenkogel in die Luft sprengen will. Phantomias erwähnt, dass Dagobert Duck auch einen Talisman hat - den Glückszehner - und er bietet Elias Erpel an, ihm das Geldstück zu beschaffen, wenn er dafür Entenhausen in Frieden lässt und Onkel Dagobert freigibt. Anschließend begibt er sich in den Geldspeicher und stiehlt dort den Talisman. Auf seinem Rückweg gelangt er in dem oberirdischen Garten in die kleine Hütte der alten Frau, die sich um die Pflanzen kümmert. Er erkennt, dass es sich bei ihr um die gealterte Ludmilla Liebstöckl handelt. Er führt die Liebenden von einst zusammen, woraufhin Elias seine schäbigen Pläne aufgibt. Dagobert kauft schlussendlich das Grundstück und wandelt es in einen öffentlichen Park um. Zudem plant er Eintrittsgeld für die Besichtigung der Unterwelt zu nehmen. Seinen Glückszehner lässt er fortan von dem goldgierigen Eichhörnchen bewachen.

Die Einschätzung

Den besten Moment hatte der Comic unserer Meinung nach auf der zweiten Seite, als im Vorbeigehen flapsig davon gesprochen wird, wie Butler Baptist auf seine »monatliche Lohnkürzung« reagiert hat. Dass Dagoberts Geiz inzwischen soweit geht, dass die Gehaltsreduzierungen turnusmäßig stattfinden, hat unser Humorzentrum schon ziemlich gut getroffen. Leider enthält der Comic keinen zweiten Gag, der uns auf diese Weise ins Mark getroffen hat. Der Rest der Geschichte ist solala. Dass Entenhausen mal wieder mit einem Tunnelsystem unterhöhlt, dieses Mal sogar mit Bewohner, ist nach gefühlt tausend anderen Tunnelsystemen langsam ermüdend, ansonsten hat die Geschichte schon ein paar kreative Einfälle, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Dass der gleiche Erpel, der Entenhausen mit unzähligen Stangen Dynamit in die Luft sprengen will, eigentlich einer von den Guten ist, ist diskutabel, ebelso die Rolle von Phantomias in dem Comic. Denn man erlebt ihn hier - wieder mal - nicht im Einsatz gegen das Verbrechen, und die Spezial-Features, die Phantomias am Leib trägt, kommen auch nur sehr spärlich zum Einsatz. Anders ausgedrückt: Obwohl hier Phantomias durch die Panels hüpft und springt, ist der »Phantomias-Faktor« recht gering. Dass das Buch mit einer wiedergefundenen Liebe und einem großzügigen (wenngleich nicht uneigennützigen) Onkel Dagobert endet, ist obendren genau der richtige Heile-Welt-Rausschmeißer, den man von einem Lustigen Taschenbuch erwartet. Schlussendlich gab eine unserer Mitarbeiterinnen der Story die Note Zwei, der Rest entschied sich für eine Drei. Damit stand für den letzten Comic des 510. Lustigen Taschenbuchs die Durchschnittsnote 2,8 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz