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  Die Entenanalyse: Der unsichtbare Klecks
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Dieser Tage haben wir damit begonnen, die Comics des 554. Lustigen Taschenbuchs abzuklopfen. Das Buch ist seit dem 4. Januar im Handel und heißt »Tag & Nacht im Einsatz«. Zuletzt hatten wir hier die Slapstick-Geschichte »Der fliegende Bläuling« thematisiert, die mit wenigen Sprechblasen auskam ... und leider ähnlich wenig Lesespaß bereithielt. Unsere damalige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Ihr seid bis dato noch kritischer als wir: Während wir im Schnitt bei der Schulnote 4,2 herausgekommen waren, notiert eure Abstimmung derzeit bei einer 4,66. Mit einer Literaturadaption geht es nun weiter ... und so viel vorab: Dieses Mal ging es aufwärts.

Der unsichtbare Klecks

Auch hier hatte man es mit dem Übersetzen eilig: Erst am 20. Januar 2021 war die von Matteo Venerus geschriebene und von Francesco D'Ippolito gezeichnete Geschichte im italienischen Magazin »Topolino« erstveröffentlicht worden. Die insgesamt 48 Seiten lange Story hieß damals »La macchia invisibile«, und dieser bedeutet genau das gleiche wie der Deutsche. Der Comic ist zweigeteilt, im Original kam er ohne Untertitel aus, hierzulande benannte man die Segmente mit »Ein sonderbarer Gast« und »Gekränktes Genie«.

Worum geht es?

Der Roman »Der Unsichtbare« von H.G. Wells wird in diesem Comic mit Micky, Goofy, Kater Karlo, Plattnase und einigen anderen Figuren aus dem Maus-Universum nacherzählt ... zumindest in einigen groben Zügen.

Spoiler

In einem Gasthaus im verschneiten englischen Dorf Ipmouse taucht ein neuer Gast auf. Dieser zeichnet sich zum einen durch seine furchtbar schlechte Laune und zum anderen dadurch aus, dass seine Arme und sein Gesicht so umwickelt sind, dass man sein eigentliches Aussehen nicht erkennen kann. In der Folgezeit kommt es im Ort zu Diebstählen. Die Gastwirtin (Klarabella) erkennt in einer Geldbörse, mit der er zahlen möchte, das Portemonaie von Altwarenhändler Goofy. Nachdem er somit als Dieb entlarvt ist, streift sich der Mann die Kleidung und das Verbandsmaterial ab und ist in der Folge gar nicht mehr zu erkennen, denn er ist komplett unsichtbar. Er entgeht durch seine Unsichtbarkeit der Polizei. Seine Bücher bleiben in dem Gasthaus zurück, woraufhin er den Ganoven Kater Karvell engagiert, um sie zu stehlen. Der stiehlt die Bücher tatsächlich, allerdings kommt es zu einem Zerwürfnis der beiden, woraufhin der Kater das Diebesgut in ein Haus wirft. Dieses gehört Kirky Kempmaus (Micky Maus). Der Unsichtbare folgt dem Diebesgut und gibt sich gegenüber Kirky als Kobald Klecks zu erkennen, der einst gemeinsam mit ihm Naturwissenschaft studiert hatte. Nachdem sein Genie verkannt worden war, war er auf die schiefe Bahn geraten. Um damals der Polizei zu entkommen, hatte er sich mit einer von ihm erfundenen Flüssigkeit übergossen, die ihn unsichtbar machte. Nun wollte er ein Gegenmittel entwickeln, doch da die Einwohner des Dorfs diesen Plan ruiniert haben, will er sich an ihnen rächen. Tatsächlich macht er in der Folge das Dorf unsicher. Er wird erst geschnappt, als er (angeleitet von Kirky) mit Suppe der Köchin Minerva (Minnie Maus) übergossen wird. Durch die Suppe wird er erkennbar. Er freut sich darüber, nicht mehr unsichtbar zu sein, wird wegen seiner Taten jedoch sofort verhaftet.

Die Einschätzung

Der Unsichtbare in der Literaturvorlage wurde erst wieder sichtbar, nachdem er getötet wurde. Dass dieser Part abgeändert werden musste, um die Geschichte ins Maus-Universum zu übertragen, versteht sich von selbst. Ansonsten wurden hier auf gelungene Weise Elemente der Geschichte von Wells in den Comic transferiert. Durch die Unsichtbarkeit des Protagonisten (der hier von Plattnase dargestellt wird) hat die Story diverse Parts, in denen sie sich vom Einheitsbrei weit absetzt. Allerdings kommt das Ganze auch nicht so ganz an die Umsetzung von Literaturvorlagen aus der Vergangenheit des Lustigen Taschenbuchs heran. Dafür erschien uns die Geschichte ein wenig zu hektisch umgesetzt und wirkte bisweilen wie eine Aneinanderreihung von Fragmenten. Durch den Versuch, möglichst viele bekannte Gesichter einzubauen, blieben die meisten von ihnen blass, selbst Kirkys (bzw. Mickys) Auftritt hat eher etwas von einer Nebenrolle. Hinzu kommt noch, dass die Figuren einfach nicht sonderlich schön gezeichnet wurden. Dennoch: Die Geschichte war mal etwas anderes und las sich ganz gut. Und wenn man sie mit den beiden Auftaktcomics dieses Bandes vergleicht, dann kann man mehr als froh sein, hier wieder mehr von dem Potenzial aufblitzen zu sehen, das man von Geschichten aus dem Lustigen Taschenbuch eigentlich erwartet. So kam es, dass sich am Ende einer unserer Mitarbeiter für die Note Zwei entschied, der Rest für eine Drei. Im Schnitt landeten wir damit bei der Note 2,8.


Wie fandet ihr "Der unsichtbare Klecks"?
1
 
 128 (29,9%)
Schulnote 2
2
 
 93 (21,7%)
Schulnote 3
3
 
 72 (16,8%)
Schulnote 6
4
 
 67 (15,7%)
Schulnote 4
5
 
 38 (8,9%)
Schulnote 5
6
 
 30 (7,0%)
Schulnote 1
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz