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  Die Entenanalyse: Der unbezwingbare Berg
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Gestern haben wir damit begonnen, die Comics aus dem 503. Lustigen Taschenbuch von fünf Mitarbeitern unserer Seite lesen zu lassen, die theoretisch schon viel zu alt für lustige Comics aus dem Hause Disney sind. Der Auftakt verlief leider alles andere als gut, denn »Auf die Piste, fertig, los!« stellte sich als eine sehr schwache Geschichte heraus, wie wir euch an dieser Stelle berichteten. Zumindest was den Titel der zweiten Story anging, gab es gewisse Vorzeichen, dass es fortan bergauf gehen würde.

Der unbezwingbare Berg

Im Gegensatz zu »Auf die Piste, fertig, los!« handelt es sich beim »unbezwingbaren Berg« um einen Comic, der - wie so oft - dem italienischen Disney-Magazin »Topolino« entliehen wurde. Dort wurde er am 27. August 2013 (in zwei direkt hintereinander abgedruckten Teilen) veröffentlicht. Der 49 Seiten lange Dreireiher trug damals den Titel »Topolino e il passaggio al Tor Korgat«, was zu Deutsch »Micky Maus und die Passage zum Tor Korgat« bedeutet. Geschrieben wurde die Geschichte von Roberto Gagnor, für die zeichnerische Umsetzung zeichnete sich (haha!) Giorgio Cavazzano verantwortlich. In deutscher Sprache wurde der Comic im Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 503 herausgegeben, das seit dem 30. Januar 2018 zu bekommen ist. Von den Besuchern der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. wurde die Geschichte außerordentlich gut bewertet.

Worum geht es?

Micky und Goofy sehen im Fernsehen, dass sich Professor Zapotek auf dem Südsattel des angeblich letzten noch unbestiegenen Achttausenders - des Gar Nytbegeebar - befindet. Während eines Interviews wird er von einer Lawine verschüttet, woraufhin Micky und Goofy sofort nach Tibet aufbrechen, um ihrem Freund zu Hilfe zu eilen.

Spoiler

Da sich durch Lawinenabgänge ein fragiler Pass in Richtung des Gipfels des Berges gebildet hat, hat sich ein kleines Zeitfenster eröffnet, das viele Alpinisten nutzen wollen, um sich an die Erstbesteigung des Berges zu wagen. Micky und Goofy schließen sich der Expedition eines unsympathischen Kletteres namens Harro Hochmut an, da sich ihnen keine andere Möglichkeit erschließt, zu Zapoteks Unfallstelle zu gelangen. Nachdem sie Zapotek finden und retten, beschleicht Micky der Eindruck, dass ihre Seilschaft beobachtet wird. Tatsächlich werden sie alsbald Opfer von Sabotage. Wie sich zeigt, steckt dahinter Kater Karlo. Dieser macht mit Harro Hochmut gemeinsame Sache, will den Berg als erster besteigen und sich bei der Gelegenheit gleich seines ärgsten Widersachers entledigen. Micky & Co. können einem Mordversuch Karlos entgehen und heften sich anschließend an seine Fersen. Je höher sie steigen, desto mehr bringt der Berg das wahre Wesen der Personen ans Tageslicht. Zapotek und ihr Scherpa drehen daraufhin um und gehen den Berg wieder hinab, auch Goofy kommt nicht mehr lange mit, während Hochmut, Karlo und Micky von ihrem Ehrgeiz angetrieben werden und immer weiter klettern. Nachdem Hochmut von Angst übermannt wird, bleiben nur noch Micky und Karlo übrig. Als Karlo bei einem neuen Mordversuch beinahe stirbt, ist Micky hin- und hergerissen, ob er ihm helfen soll, entscheidet sich jedoch schlussendlich für seine gute Seite. Er rettet Karlo, und bei dem Versuch geht der Pass zum Gipfel zu Bruch. Damit bleibt der Berg weiter unbestiegen. Karlo und Hochmut werden verhaftet, während Micky und Goofy nach Hause fliegen. Micky nimmt sich abschließend vor, noch einmal zurückzukehren und zum Gipfel zu steigen, sobald sich der Pass wieder gebildet haben wird.

Die Einschätzung

Womöglich lag es an unserer schlechten Laune, die durch den miesen Auftaktcomic des Lustigen Taschenbuchs zustandegekommen war, aber wir konnten die Begeisterung für den »unbezwingbaren Berg«, der in den Bewertungen bei I.N.D.U.C.K.S. sichtbar wurde, nicht so ganz teilen. So störte uns beispielsweise, dass Kater Karlo in der Geschichte (ernsthaft) versuchte, Micky Maus zu töten. Schon dass es in »Auf die Piste, fertig, los!« aufgrund von Donalds Tollpatschigkeit zu potenziell lebensgefährlichen Verletzungen Dritter gekommen war, erschien unpassend, hier war es ebenfalls übertrieben. Natürlich wollen wir keinen weichgespülten Kater Karlo, aber es wurde oft genug bewiesen, dass es auch gesunde Mittelwege gibt. Und man sollte nicht vergessen, dass die Haupt-Zielgruppe Kinder sind.

Natürlich muss man der Geschichte ungeachtet dessen attestieren, dass die dahintersteckende Story gut ausgearbeitet wurde und sich die Macher allerhand haben einfallen lassen, sowohl die Bergatmosphäre gut rüberzubringen als auch einen stetig weiter wachsenden Spannungsbogen aufzuziehen. Es tauchten jedoch immer wieder Ärgernisse auf, die den potenziell guten Eindruck zerstörten, etwa der musikalische Scherpa, der die Reisegruppe begleitete und ständig in der »Vong«-Sprache redete. Die Ernennung von »I bimbs« zum Jugendwort des Jahres ist zwar erst wenige Wochen her, aber diese Referenz ans Zeitgeschehen wäre bei der Übersetzung nun wirklich nicht nötig gewesen.

Unter dem Strich bleibt ein Comic, aus dem man sehr viel hätte machen können und der durch seinen Bergsteigerflair tatsächlich herausstach, aus dem jedoch bei weitem nicht genug herausgeholt wurde. Zwei unser Mitarbeiterinnen bewerteten ihn mit der Schulnote Zwei, jeweils eine Stimme entfiel auf die Noten Drei bis Fünf. So fanden wir uns summa summarum bei der Durchschnittsnote 3,2 wieder.s
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz