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  Die Entenanalyse: Der Transfoid
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Fünf unserer Helfer und Mitarbeiter lesen dieser Tage das neue Lustige Taschenbuch, das den Titel »Die Rache des Pharao« und die laufende Nummer 510 trägt und seit dem 14. August zu bekommen ist. Mit der Titelgeschichte haben wir gestern losgelegt, und wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt, hat uns diese durchaus zugesagt.

Der Transfoid

Beim Titel mussten wir mehrmals hinlesen, da das Ganze zunächst wie eine durcheinander geratene Ansammlung von Buchstaben aussah. Tatsächlich handelt es sich um ein Portmanteau-Wort, das aus »Transformer« und »Android« zusammengesetzt wurde, ohne dass darauf geachtet wurde, dass es sich immer noch halbwegs vernünftig aussprechen lässt. Drt Originaltitel des 37 Seiten langen Dreireihers lautete »Topolino e il robot mutevole«, was zu Deutsch »Micky Maus und der veränderliche Roboter« bedeutet und sich ein ganzes Stück besser anhört als das holperige Kofferwort. Die Geschichte hat schon eine ganze Generation an Comiclesern auf dem Buckel, denn sie wurde erstmals am 23. April des Jahres 2002 im damaligen »Topolino«-Magazin veröffentlicht. In Italien wurde sie seitdem schon mindestens drei weitere Male abgedruckt. Geschrieben wurde die Story von Silvano Mezzavilla, für die zeichnerische Umsetzung war Giorgio Cavazzano verantwortlich.

Worum geht es?

Auf der Rückweg von einem Fotoausflug in die Natur gerät Micky mitten im Sommer in einen Schneesturm. Darin begegnet er einem Mann, der nur ein Tarzankostüm trägt und vor Kälte mit den Zähnen klappert. Er lässt ihn bei sich einsteigen und versucht herauszufinden, was mit ihm ist, doch der Unbekannte kann nicht richtig sprechen. Der Schneesturm verschwindet, und Micky fährt den Mann sicherheitshalber in ein Krankenhaus, damit man sich dort um ihn kümmern kann. Indessen heften sich drei merkwürdige Gestalten ihm an die Fersen.

Spoiler

Das seltsame Trio taucht bei Micky auf und gibt sich als Wissenschaftler zu erkennen. Sie arbeiten in einem Geheimlabor miten im Wald. Da sie einen Laufburschen benötigten, entwarfen sie einen Androiden, der mittels künstlicher Intelligenz selbst denken kann und der sein Aussehen verändern kann. Nachdem er einen Dschungel-Film gesehen hatte, verwandelte er sich in den oben erwähnten Mann im Tarzankostüm. Anschließend flüchtete er. Die Wissenschaftler generierten den Schneesturm daraufhin künstlich, um ihn wieder einzufangen, was durch Mickys Eingriff misslang. Ihn aus dem Krankenhaus zu holen, funktioniert nun aber auch nicht, da er in der Zwischenzeit von dort geflüchtet ist. Erst verwandelt er sich in seine Rohgestalt, dann in einen Schauspieler, woraufhin er kreischende Fans anlockt, dann in den normalerweise sehr beliebten Bürgermeister, dessen Reputation er postwendend zerstört, da er aufgrund seiner mangelnden Sprechfähigkeiten eine Rede vollkommen in den Sand setzt. Nach dem Anblick eines Steckbriefes verwandelt er sich gar in einen Gangster und sorgt ungewollt für Unheil. Schlussendlich erblickt er Micky, den er ins Herz geschlossen hat, weil er ihn gerettet hat. Er verwandelt sich in Goofy, um an ihn heranzukommen, und Micky identifiziert ihn anhand seines Sprachfehlers. Der besteht darin, dass er keine Vokale aussprechen kann. Kurzerhand bringt Micky ihm bei, wie diese lauten, und endlich kann sich der Transfoid verständigen. Die Wissenschaftler gestehen ihm daraufhin zu, noch ein paar Tage zu warten, ehe er ins Labor zurückkehrt, und inzwischen die Dinge zu machen, die er möchte. Fortan tritt er als fahrender Zauberer auf, der mit seinem Gestaltwandler-Trick die Zuschauer begeistert.

Die Einschätzung

«Der Transfoid« ist eine Geschichte, die uns mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Zum einen ist es erstmal positiv, dass man Micky Maus nicht schon wieder im Kampf gegen das Verbrechen erleben musste, sondern in einer gänzlich anderen Story, denn angesichts der unzähligen Male, die er nun schon die gleichen Verbrecher immer wieder aufs Neue zur Strecke gebracht hat, braucht es nicht in kurzen Zeitabständen immer wieder einen neuen Fall. Zum anderen haben sich die Macher des Comics mit dem gestaltwandelnden Androiden ein Motiv ausgedacht, das es in dieser Form im Lustigen Taschenbuch (unseres Wissens) noch nicht gegeben hat und schön frisch und unverbraucht daherkommt. Obendrein hat man sich auch ein paar kreative und amüsante Zwischenfälle für das Gimmick ausgedacht. Dem entgegen steht der beim Lesen permanent schwelende Hintergedanke, dass das alles eigentlich ganz schön albern ist. Und dass das Problem des freidrehenden Androiden in einem einzigen Panel gelöst wird - Micky nennt die fünf Vokale, der Transfoid kann sie sofort nachsprechen und alle Schwierigkeiten sind aus der Welt -, ist erst recht abstrus. Den Schlussgag in Form des androiden Zauberers fanden wir auch eher mäßig. So kam es, dass sich am Ende jeweils ein Mitarbeiter für die Schulnoten Zwei und Drei entschied, die Note Vier wurde doppelt vergeben, und eine Mitarbeiterin legte sich auf die Note Fünf fest. Das führte summa summarum zum Durchschnittswert 3,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz