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  Die Entenanalyse: Der Sechs-Sterne-Saboteur
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Am 26. März ist das 518. Lustige Taschenbuch herausgekommen. Es trägt den Titel »Das Schlaue Buch in Gefahr« und wird seit einigen Tagen von einem Quintett an Mitarbeitern unserer Seite durchgeschmökert. Zuletzt thematisierten wir hier den Comic »Der A.u.t.o.m.a.t.«, der zwar wenig überraschend, aber trotzdem ganz okay war, dessen Zeichnungen allerdings äußerst unterdurchschnittlich waren. An dieser Stelle findet ihr unsere Besprechung. Weiter ging es mit dem Duck'schen Geheimdienst.

Der Sechs-Sterne-Saboteur

Mehr als vier Jahre hat dieser Comic auf dem Buckel: Er wurde am 24. Februar des Jahres 2015 im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Damals trug der 26 Seiten lange Dreireiher den Namen »Paperino e Paperoga in: Missione mestolo d'oro«, was man mit »Donald und Dussel in: Mission goldene Pfanne« übersetzen kann. Vermutlich ist »Goldene Pfanne« der Originaltitel des Restaurants, das im Deutschen »Güldener Schopflöffel« getauft wurde. Der Comic wurde von Bruno Sarda erdacht und von Roberto Marini gezeichnet.

Worum geht es?

Dagobert Duck ist verzweifelt: Eines seiner Spitzenrestaurants droht einen wichtigen Stern zu verlieren, da ein Restauranttester in genau dem Moment vorbeikommen wird, in dem jemand hinter den Kulissen falsch spielt und das Essen gezielt sabotiert. Die Agenten Donald und Dussel werden ausgesendet, um sich - getarnt als Köche - umzusehen und den Übeltäter zu identifizieren.

Spoiler

Damit die beiden Agenten im »Güldenen Schöpflöffel« nicht sofort enttarnt werden, hat Daniel Düsentrieb einen Roboter entworfen, der jedes Rezept der Welt kennt. Er kommuniziert über zwei »Schaltkreise«, die sich Donald und Dussel in die Ohren einsetzen, und leitet sie an, wenn sie ein Gericht zubereiten müssen. Gleich der erste Versuch schlägt fehl, da die beiden Agenten die Kopfhörer verwechseln und jeweils das falsche Gericht zubereiten. Und es kommt zu einer neuen Sabotage: Bei einer Torte wurde die Sahne durch Rasierschaum ersetzt. Als sich die Spürnasen die Aufzeichnung ansehen, die Dussel mit einer Minikamera unter seiner Mütze angefertigt hat, fällt der Verdacht auf den Kellner Detlef und Assistentin Clara Cuisina. Tatsächlich verbergen die beiden etwas, aber kein Verbrechen: Sie sind heimlich verlobt. Was Dussel und Donald beobachtet haben, war lediglich ein heimlicher Austausch eines Liebesbriefs. Als der vermeintliche Restauranttester am nächsten Tag auftaucht, wird darauf hingewiesen, dass dieser keinen Knoblauch verträgt. In das für ihn zubereitete Gericht gelangt trotzdem jede Menge Knoblauch. Donald hat das Granulat jedoch farblich markiert und kann mit einer Spezialbrille den Täter ermitteln: Gernot Gourmé, der Küchenleiter höchstselbst. Er wollte das Lokal in den Ruin treiben, um es anschließend selbst günstig zu kaufen. Dussel knockt ihn mit einer Pfanne aus. Den Stern verliert das Restaurant trotzdem: Der Kritiker war gar nicht der Mann vom zweiten Tag, sondern das Opfer der Verwechslung der Gerichte vom ersten Tag. Dagobert macht daher seine Agenten für den Vorfall verantwortlich und jagt sie bis in die Wildnis.

Die Einschätzung

Wie schon bei der vorausgegangenen Düsentrieb-Geschichte, so ist auch hier der Kern der Story nicht ganz neu. In einer Restaurantküche spielt jemand falsch und ruiniert gezielt die Speisen - das klingt nach dem Stoff eines einseitigen Rätselcomics aus dem Micky Maus Magazin. Wir können nicht ad hoc sagen, ob es diesen Storyansatz schon im Lustigen Taschenbuch gegeben hat, aber auf jeden Fall in allerhand anderen Medien. Dennoch handelt es sich um eine ganz ordentliche Geschichte, da Donald und Dussel hier tatsächlich ein wenig »richtige« Ermittlungsarbeit leisten, eine falsche Fährte ausgelegt wird und auch eine halbwegs schlüssige Erklärung für das Handeln von Gernot Gourmé geliefert wird. Dass dann auch noch auf Teufel komm raus ein Schlussgag draufgesetzt werden musste und man die beiden Geheimagenten dazu zum Bärenbedienen schicken musste, passt nicht zur Grundstimmung der übrigen Geschichte und ist auch ziemlich unnötig. Nichtsdestotrotz kann man sagen, dass es sich um einen der besseren Comics dieses Bandes handelt. Schlussendlich gaben ihm vier unserer Mitarbeiter die Note Drei, einmal wurde eine Vier vergeben, und so landeten wir hier beim Durchschnittswert 3,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz