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  Die Entenanalyse: Der Schrecken der Meere
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Das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 508 hatte sich für einige Zeit in eine suboptimale Richtung bewegt: Nachdem der Auftaktcomic »Schatzsuche unter Palmen« ziemlich anständig war, war es dann nach und nach immer schwächer geworden, was in einem sehr dürftigen Dussel-Duck-Comic gegipfelt hatte. Zum Glück zerbrach dann der Comic »Zurück mit Glück« den Trend, denn mit diesem ging es wieder deutlich aufwärts, wie wir euch an dieser Stelle schilderten. Inzwischen haben wir mit dem Buch, das den Titel »Einfach entspannen!« trägt und seit dem 19. Juni zu bekommen ist, weitergemacht.

Der Schrecken der Meere

Auch »Der Schrecken der Meere« wurde dem italienischen Comicmagazin »Topolino« entnommen. Die Geschichte ist etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt alt, denn sie erschien dort bereits am 28. Mai des Jahres 2013. In Frankreich, Griechenland und den Vereinigten Staaten wurden deutlich früher als hierzulande Übersetzungen herausgegeben, und gemessen an den Suchtreffern, die man im Internet dazu findet, handelt es sich eigentlich um eine Story, die so populär ist, dass es überrascht, dass man sich mit der deutschsprachigen Ausgabe so viel Zeit gelassen hat. Der Originaltitel lautete »Zio Paperone e il tiranno dei mari«, was im Grunde genommen das gleiche bedeutet wie der deutsche Titel. Geschrieben wurde der dreißig Seiten lange Dreireiher von Francesco Artibani, für die Zeichnungen war anschließend Corrado Mastantuono zuständig.

Worum geht es?

Dagobert Duck wird an die Universität von Entenhausen gerufen, da Primus von Quack überfallen wurde und nach einem Schlag auf den Kopf mehr oder weniger durchgedreht ist. Die dafür verantwortlichen Übeltäter bezeichnen sich als »Schrecken der Meere« und haben eine an Dagobert gerichtete Botschaft hinterlassen, gemäß welcher sich die reichste Ente der Welt vom Meer fernhalten sollte. Außerdem haben sie alle Unterlagen des Projekts »3.000 Meilen« gestohlen, an dem Dagobert Primus arbeiten ließ. Dieses verfolgte den Zweck, herauszubekommen, wie die Batterie funktionierte, mit der Robert Fulton zu Beginn des 19. Jahrhunderts angeblich 3.000 Meilen weit mit seinem U-Boot fahren konnte. Dagobert möchte die Technik nutzen, um große Teile des Langstreckenverkehrs der Welt unter Wasser zu verlagern.

Spoiler

Gemeinsam mit dem wirren Primus reisen die Ducks per Schiff über den Atlantik, um die Stelle zu finden, an der Fultons U-Boot einst sank, um vor Ort den Motor des Unterwassergefährts zu bergen. Primus' Zustand erweist sich dabei als großes Problem, denn in seinem Wahn wirft er nach und nach alle Lebensmittelvorräte über Bord, steuert das Schiff mitten hinein in ein schweres Unwetter, und er wirft die beiden Rettungsboote ins Meer. Trotzdem erreichen sie die Stelle, an der das U-Boot havariert war. Ein erster Bergungsversuch scheitert an einem Riesenkraken. Zurück an der Wasseroberfläche werden die Ducks vom »Schrecken der Meere« erwartet: Drei Piraten, die sich Tintenfischmasken über die Köpfe gezogen haben. Die Ducks überrumpeln die Ganoven und demaskieren sie. Wie sich zeigt, handelt es sich bei ihnen um die Professoren aus der Universität. Sie geben zu, dass alles nur ein abgekartetes Spiel war, um Dagobert von seinem Projekt abzubringen. Auch Primus' Delirium war nur geschauspielert. Nach Meinung der Wissenschaftler ist die Welt noch nicht bereit für Fultons Technik, und die von Dagobert geplante Nutzung von Unterwasserwegen würde der Natur einen zu großen Schaden zufügen. Dagobert hält trotzdem weiter an seiner Idee fest. Er taucht noch einmal zum Wrack des U-Bootes hinab, und wieder ist der Riesenkrake zur Stelle. Der schüttelt Dagobert kräftig durch. Am Ende bringt Dagobert die Batterie des U-Boots mit an die Oberfläche, begräbt in Erinnerung an das erneute Krakenerlebnis dann aber doch seine Projektidee, da die Unterwasserwelt doch besser nicht gestört werden sollte. Stattdessen soll an der Universität daran geforscht werden, inwiefern sich Fultons Motortechnik verwenden lässt, um Benzinmotoren zu revolutionieren.

Die Einschätzung

Es handelte es sich um einen guten Comic, wenngleich er nicht ganz so herausragte, wie man sich dies anhand seiner Online-Popularität erhofft haben könnte. Womöglich ist dies teilweise der Übersetzung geschuldet, denn falls beispielsweise die Witzchen von Primus von Quack in den anderen Sprachversionen auf einem besseren Level gewesen sein sollten als die deutschen Varianten, dann wäre schon mal der Nervfaktor weggefallen, der durch sie erzeugt wurde. Natürlich machen sie nur einen kleinen Teil des Ganzen aus, weswegen der Comic dadurch nur kleine Kratzer bekommt. An sich ist dieser aber wirklich in Ordnung, und man muss auch positiv festhalten, dass hier nicht nur eine unterhaltsame Geschichte erzählt werden sollte, sondern auch ein wenig warnend mit dem Umweltschutz-Zeigefinger gekreist werden sollte. Das ist auf eine Weise gelungen, die nicht oberlehrerhaft rüberkommt, sondern sich geschmeidig in die Story einpflegt. Alles in allem kann man also sagen, dass sich das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 508 in der Mitte wirklich wieder gefangen hat. Jeweils eine unserer Mitarbeiterinnen gab dem Comic die Noten Eins und Zwei, zweimal wurde eine Drei vergeben, und einmal eine Vier. Summa summarum konnten wir dadurch für den »Schrecken der Meere« die Durchschnittsnote 2,6 festhalten. Damit bewegt sie diese Story auf dem Niveau der »Schatzsuche unter Palmen«, dem anständigen Auftaktcomic dieses Bandes.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz