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  Die Entenanalyse: Der Schatz der Steinmenschen
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Wir haben ein Mitarbeiter-Quintett auf das 510. Lustige Taschenbuch angesetzt, das man seit dem 14. August bekommen kann und den Namen »Die Rache des Pharao« trägt. Zuletzt konnte man darin Donald Duck beim Golfspielen erleben, und trotz auffälliger Abwesenheit von Spannung kam dabei eine ganz ordentliche Geschichte heraus, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun ging es mit einer Schatzsuche weiter.

Der Schatz der Steinmenschen

Eine gewisse Skepsis war vorab geboten, denn in der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt die Geschichte zu den am schlechtesten bewerteten Comics überhaupt. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 29. Oktober des Jahres 2013 im italienischen Magazin »Topolino«, man brauchte also ein halbes Jahrzehnt, ehe man sich durchrang, sie dann doch auf Deutsch zu übersetzen. Der Originaltitel des 28 Seiten langen Dreireihers lautete »Zio Paperone e la serratura tra le rocce«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und das Türschloss in den Felsen« bedeutet. Ausgearbeitet wurde die Geschichte von Giorgio Figus, zeichnerisch umgesetzt wurde sie durch Maurizio Amendola.

Worum geht es?

Donald Duck und Dagobert gehen zu einer Antiquitäten-Auktion. Nachdem er mehrere außergewöhnliche Exponate einfach ignoriert, ersteigert Dagobert mit großem Enthusiasmus eine alte Dose. Diese gehörte einst dem Abenteurer Alex Allerortz, der viele Urvölker entdeckt haben soll. Unter anderem die »Steinmenschen«, die einen großen Schatz ansammelten und ihn in einer Höhle verbargen, die mit einem speziellen Schloss gesichert wurde. Um dieses zu öffnen, bedarf es zwölf bunte Kugeln, die in der richtigen Reihenfolge eingesetzt werden müssen, und genau diese befinden sich in der Dose. Damit ist der Startschuss für eine neue Schatzsuche gefallen.

Spoiler

Donald merkt an, dass es Monate dauern könnte, dass das Ermitteln der richtigen Reihenfolge der Kugeln aufgrund der gewaltigen Zahl an Möglichkeiten Monate dauern könnte. Es bräuchte schon unverschämtes Glück, um die Kombination schnell herauszufinden. Der Entenhausener Zuständige für Glück ist Gustav Gans, und nach zähen Verhandlungen engagiert Dagobert ihn für die Expedition. Nach einer abenteuerlichen Fahrt erreichen Dagobert, Donald, Gustav und die Kinder das »Tris-Tal«, in dem die Steinmenschen gelebt haben sollen, und sie finden auch deren altes Dorf. Anhand von Felsenzeichnungen erkennen sie, dass die Steinmenschen den Ort einst verlassen haben, weil ein Vulkan ausgebrochen war. Die einzigen Lebewesen, die sich immer noch hier befinden, soind kleine Tierchen, die Steine fressen ... und die Kekstüten der Kinder ebenso. Man findet das versperrte Tor, neben dem eine Art steinerner Orgelpfeifen angebracht sind, denen der Wind eine einprägsame Melodie entlockt. Tatsächlich trifft Gustav im ersten Versuch die richtige Kombination, und so gelangen die Abenteurer durch das Tor. Die Höhle ist voller Wertgegenstände aus Gold und Silber, doch das Tor fällt hinter den Ducks wieder ins Schloss. Um der Höhle zu entkommen, locken die Kinder die Steinfresser mit ihren Kekstüten an. Die Tiere knabbern ein Loch in die Höhlenwand und geben den Weg nach draußen wieder frei. Allerdings bedienen sie sich anschließend an dem Schatz und fressen ihn auf. Abgesehen von ein paar Goldstücken, die sich Gustav in die Tasche gesteckt hatte, bleibt nichts übrig, so dass die Reise für Dagobert als Misserfolg endet. Nicht aber für die Kinder: Diese haben mit ihrem Smartphone die Melodie aufgenommen, die durch das Tal geschallt war, und sie einem Musikproduzenten vorgespielt. Das Ganze wurde zu einem Hit, und so verdienen Tick, Trick und Track jede Menge Geld.

Die Einschätzung

Comics, in denen die Ducks auf Schatzsuche gehen, gehören oft zu den besten Geschichten der einzelnen Ausgaben des Lustigen Taschenbuchs. Diese hier ... nun ja, sie war sicher nicht die schlechteste aller Zeiten, aber sonderlich spektakulär war sie auch nicht. Viele Elemente kamen schon in so vielen anderen Disney-Comics vor, dass sich das Ganze streckenweise wie eine Coverversion anfühlte. Denn wie oft waren die Ducks nun schon beispielsweise in Höhlen eingesperrt? Richtig störend sind allerdings vor allem die logischen Lücken. Denn wie soll ein Volk, das keine anderen Materialien als Steine zur Verfügung hatte und in vorsintflutlichen Gemäuern hockte, einen hochwertig in Form gegossenen Schatz besessen haben, ein Stahltor gebaut haben und dann auch noch einen Mechanismus entwickelt haben, der Farben richtig erkennen kann? Und wieso verspachteln die Steinfresser den Schatz gerade jetzt, obwohl es offensichtlich die ganze Zeit einen kleinen Zugang gegeben hat? Sehr fragwürdig, und das zehrte schon ziemlich am Gesamteindruck. Schlussendlich entschied sich jeweils einer unserer Mitarbeiter, dem Comic die Noten Drei und Vier zu geben, während sich ein Trio für die Note Fünf entschied. Damit landeten wir am Ende bei der Durchschnittsnote 4,4.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz