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  Die Entenanalyse: Der Quanten-Staubsauger
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Das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 546, das den Titel »Anpfiff in Europa« trägt, ist seit dem 25. Mai im Handel, und wir lassen es in gewohnter Manier von einem Fünferpack an Mitarbeitern unserer Seite lesen. Nachdem sich der Großteil des Bandes bislang ziemlich mäßig präsentiert hatte, gibt es mit »Phantomiasland« deutlich aufwärts, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Die Story war nicht perfekt, aber eine Wohltat im Vergleich zu den vorausgegangenen Beiträgen. Und da die Geschichte signifikant länger als alle anderen ist, reißt sie auch den Gesamteindruck des Buchs weit nach oben. Ihr seht es ähnlich: Wir hatten die Note 2,4 vergeben, der Durchschnitt eurer Abstimmung liegt derzeit bei 2,50. Weiter ging es mit dem zweiten Auftritt von Micky und Goofy in diesem Buch.

Der Quanten-Staubsauger

Der 32 Seiten lange Comic hat knapp vier Jahre auf dem Buckel: Er wurde am 27. September des Jahres 2017 im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Der Originaltitel lautete »Topolino e l’oscura Macchia Nera«, was wortgetreu übersetzt »Micky Maus und das dunkle schwarze Phantom« hieße, womit sich mal wieder zeigt, dass wortwörtliche Übersetzungen nicht immer funktionieren. Die Story stammt von Fausto Vitaliano, Alessandro Perina hat sie zeichnerisch umgesetzt.

Worum geht es?

Ganz Entenhausen steht im Bann eines Handyspiels, in dem es »Megaminis« zu finden gilt, die quer über die Stadt verteilt wurden. Der Direktor des Spieleherstellers, ein Mann namens Kurt Kleingeist, kündigt daraufhin die nächste Entwicklungsstufe an. Da Entenhausen inzwischen zu voll ist, will er »Megaminis« ins Weltall platzieren. Dieses ist jedoch voller dunkler Materie, das die Platzierung der kleinen Monster verhindern würde, weswegen er einen Staubsauger hat bauen lassen, der kleine schwarze Löcher erschafft, die dann die dunkle Materie absaugen. Welche Mittelchen muss man eigentlich nehmen, um auf so eine Comicidee zu kommen?

Spoiler

Der berühmte Professor Wunderlich warnt Kurt Kleingeist, dass die künstlichen schwarzen Löcher das kosmische Gewebe verzerren könnten, er wird jedoch nicht ernst genommen. Für Kurt Kleingeist gibt es ein viel größeres Problem: Sein »Quantoll« wird gestohlen. Dahinter steckt das schwarze Phantom, das daraufhin androht, ein schwarzes Loch zu erschaffen, das ganz Entenhausen verschlingen würde. Um dies zu verhindern, müssen zwei Dinge erledigt werden: Seine Vorstrafenliste muss gestrichen werden, und Micky Maus muss sich binnen 24 Stunden in einem Stahlkäfig einfinden, den er anschließend niemals mehr verlassen darf. Da die Polizei in den Folgestunden daran scheitert, das Phantom aufzuspüren, begibt sich Micky tatsächlich in sein stählernes Gefängnis ... zumindest sieht es so aus. Tatsächlich erschafft er einen Avatar, der statt ihm in den Käfig einzieht. Mit Goofys Hilfe bzw. mit Hilfe dessen Handys, auf dem das »Megaminis«-Spiel installiert ist, spürt der richtige Micky dagegen das Versteck des Phantoms auf, denn die »Megaminis« sind zwar in ganz Entenhausen verteilt, nur an einer Stelle nicht, da dort zu viel negative Energie gebündelt ist. Das schwarze Phantom droht trotzdem zu entkommen, doch Professor Wunderlich schaltet sich zu und droht dem Strolch an, den ganzen Planeten in ein schwarzes Loch zu saugen, wenn er sich nicht ergeben sollte. Das Phantom flüchtet, ohne Schaden anzurichten. Die Drohung des Professors entpuppt sich wenig später als Bluff. Micky und Goofy schlendern abschließend durch die Stadt. Nun sucht keiner mehr nach »Megaminis«, vielmehr spielen die Leute wieder gemeinsam Ball im Park.

Die Einschätzung

Im Sommer 2016 wurde »Pokémon Go« veröffentlicht, und gewiss war dies die Inspiration für Fausto Vitaliano, diesen Comic zu schreiben. Als das italienische Original der Geschichte erschien, war das Ganze noch halbwegs aktuell, heutzutage ist es natürlich Schnee von gestern. Nach monatelangen Lockdowns & Co. klingt es regelrecht aberwitzig, dass man damals in Horden durch die Straßen gezogen ist, um virtuelle Monster zu suchen. Das abschließende Park-Fußballspiel des Comics, an dem 242 (!) Entenhausener beteiligt sind, klingt aus heutiger Sicht gar nach dem Vorboten eines Wasserwerfereinsatzes. Natürlich ist es aber sehr gut, dass in Entenhausen alles normal läuft und gerade die jungen Leser von den Beschränkungen abgelenkt werden. Und wer weiß - womöglich ist das in Bälde ja auch alles wieder normal. Aber das ist alles eh kein Anlass für Kritik. Was hier hingegen zu schwarzen Löchern und dunkler Materie in die Sprechblasen hineinfabuliert wurde, ist schon viel eher kritikwürdig, denn das ist teils solcher Nonsens, dass Physiker ihre Wissenschaftlichkeit vorübergehend ablegen würden, um den Herrn zu bitten, dass er Hirn vom Himmel werfen möge. Kurzum: Um an dem Comic Spaß zu haben, muss man den Kopf auf Durchzug stellen und fröhlich darüber hinweggehen, dass die schwärzesten Löcher an der Geschichte die logischen Löcher sind. Warum beispielsweise gibt es keine »Megaminis« rund um das Versteck des schwarzen Phantoms? Wegen dessen »negativer Energie« - bitte was? Alles ziemlich aberwitzig. Aber immerhin: Die eigentliche Idee ist frisch und unverbraucht, und auf seine bizarre Weise schafft es der Comic am Ende doch, den Leser halbwegs zufriedenzustellen. Eine unserer Mitarbeiterinnen vergab die Note Zwei, zwei entschieden sich für eine Drei, und jeweils einmal wurden eine Vier und eine Fünf vergeben. So kamen wir am Ende beim Durchschnittswert 3,4 heraus.


Wie fandet ihr "Der Quanten-Staubsauger"?
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz