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  Die Entenanalyse: Der Pechonator
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Seit dem 11. September kann man das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 511 bekommen, das den Titel »Gauner im Goldrausch« trägt. Der Auftakt verlief bis hierhin etwas schleppend: Auch der längere Comic »Das Jahr des Lichts«, der hehre Ziele verfolgte, nämlich Informationen über die Bedeutung von Licht in der Wissenschaft zu vermitteln, stellte sich als eher mager heraus, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun ging es mit Phantomias weiter.

Der Pechonator

Hierbei handelte es sich um den einzigen Comic in diesem Lustigen Taschenbuch, der extra für diesen Band geschaffen und nicht aus dem italienischen »Topolino«-Magazin entnommen wurde. Byron Erickson schrieb den Comic, Andrea Freccero war für die zeichnerische Umsetzung des 28 Seiten langen Dreireihers verantwortlich. Der Originaltitel lautete »The Jinxer«, zu Deutsch also »Der Verhexer«. Erwähnenswert ist noch, dass hier ein Verweis auf den 2005 von Andreas Pihl geschriebenen Phantomias-Comic »The Legacy« eingearbeitet wurde, der vor dreizehn Jahren im Lustigen Taschenbuch 340 (Urlaubsgrüße aus Entenhausen) abgedruckt wurde und an den sich vermutlich die wenigsten Leser noch erinnern konnten.

Worum geht es?

Phantomias entdeckt eines Nachts einen Banküberfall. Als er im Anflug ist, schießt der Täter einen Energiestrahl auf sein fliegendes Auto, und es stürzt ab. Phantomias will seinen »Power-Handschuh« einsetzen, doch auch dieser wird durch einen Strahlentreffer deaktiviert. Schlussendlich sorgt der Täter auch noch dafür, dass Phantomias unter einem Haufen Kompost landet. Kurzum: Phantomias schafft es nicht, den Unhold zu schnappen, und er muss nach neuen Wegen suchen.

Spoiler

Daniel Düsentrieb erfindet einen Schutzschild für Phantomias, mit dem sich Strahlen abblocken lassen. Als er den maskierten Täter ein weiteres Mal auf frischer Tat ertappt, kann er dessen Attacken tatsächlich abwehren, bis dieser kurzerhand nicht mehr auf Phantomias, sondern auf einen Hydranten schießt. Das sprudelnde Wasser bringt den Superhelden zu Fall, und wieder flüchtet der Gangster. Eine Nacht später hat Phantomias Polizisten im Gepäck, doch wieder behält sein Feind die Oberhand. Dieses Mal gibt der Mann bekannt, dass er der »Pechonator« sei und sein Strahler Pech über diejenigen bringen würde, die davon getroffen werden. Zudem kündigt er an, in der nächsten Nacht Dagobert Ducks Geldspeicher auszuräumen. Phantomias engagiert daraufhin Gustav Gans, um dessen Glück dem Pechonator entgegenhalten zu können. Gustav setzt sich in einen Liegestuhl vor den Geldspeicher. Als der Pechonator erscheint, schießt er mit dem Strahler auf ihn, ohne dass es eine Wirkung zeigt. Also versucht er das Prinzip, das er mit dem Hydranten angewendet hat, und schießt auf den Geldspeicher, damit ein Betonklotz auf Gustav stürzt. Tatsächlich stürzt etwas, jedoch kein Beton, sondern Onkel Dagoberts überdimensionierte »Vertreterklatsche«. Der Pechonator wird getrofen, und sein Strahler wird zerstört. Phantomias kann ihn zur Strecke bringen, und der Pechonator wird verhaftet.

Die Einschätzung

Erst vor vier Wochen gab es im Lustigen Taschenbuch die Geschichte Der Schatz der Steinmenschen zu lesen, in der Gustav Gans extra »engagiert« wurde, da man sein Glück gezielt als Mittel zum Zweck einsetzen wollte. Da »Der Pechonator« extra für das darauf folgende Lustige Taschenbuch geschrieben wurde, könnte man glatt meinen, da hätte sich jemand von der Story inspirieren lassen ... was angesichts der miesen Qualität des Steinmenschen-Comics nicht unbedingt die beste Idee gewesen wäre. Natürlich unterscheidet sich der Comic ansonsten stark von dem anderen, thematisch geht es schließlich in eine völlig andere Richtung. Gut ist die Story trotzdem nicht. Zumal sie auf ein grundsätzliches Problem hinweist, das man ansonsten womöglich übersieht: Wenn denn Gustav in einem Fall wie diesem sein Glück ausspielen kann, wieso braucht es dann eigentlich einen Pechonator, um aus dem Donald-Phantomias einen Pechvogel zu machen, denn schließlich ist Donald doch von Haus aus ein ausgemachter Pechvogel!? Irritierend ist außerdem, dass hier auf einen legendären ersten Phantomias Bezug genommen wird, der nicht der erste Phantomias ist, über den im Lustigen Taschenbuch in unregelmäßigen Abständen eine Saga abgedruckt wird. Unabhängig davon ist »Der Pechonator« kein sonderlich guter Comic. Zwar ist es gut, Phantomias tatsächlich mal wieder im Kampf gegen das Verbrechen zu erleben und nicht in einer belanglosen anderen Story, aber das hier war zu überdreht und albern. Jeweils eine unserer Mitarbeiterinnen bewertete den Comic mit den Noten Drei und Vier, während sich ein Trio für die Note Fünf entschied. Damit stand am Ende die Bewertung 4,4 in unserem Schulnotensystem zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz