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  Die Entenanalyse: Der Odem von Orkus
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Seit dem 29. Januar gibt es ein neues Lustiges Taschenbuch, nämlich die Nummer 516 mit dem Titel »Frost in der Post«, und fünf Mitarbeiter unserer Webseite sind gerade dabei, es zu lesen. Der Auftaktcomic »Verschollen im ewigen Eis« war schon mal okay, wenn auch nicht überragend, wie wir euch an dieser Stelle berichteten. Nun ging es mit einer vergleichsweise langen Micky-Maus-Ermittlerstory weiter.

Der Odem von Orkus

Hierbei handelt es sich um einen insgesamt 47 Seiten langen Dreireiher, dessen Originalversion in zwei Teilen veröffentlicht wurde: Die Macher des italienischen Magazins »Topolino« druckten ihn am 4. und 11. Februar des Jahres 2014 ab. Der Originaltitel lautete »Topolino e le voragini enigmatiche«, was zu Deutsch »Micky Maus und die rätselhaften Abgründe« bedeutete. Im Lustigen Taschenbuch wurden die beiden Parts direkt hintereinander gedruckt. Im Gegensatz zum Original erhielten diese hierzulande separate Untertitel, nämlich »Ein Hauch ins Nichts« und »Tiefe Abgründe«. Geschrieben wurde die Geschichte von Andrea »Casty« Castellan, für die zeichnerische Realisation war Massimo De Vita verantwortlich.

Worum geht es?

Die Erde unter Entenhausens »Omega-Markt« stürzt ein. Dort, wo der Supermarkt stand, klafft nun ein gewaltiges Loch. Durch Kommissar Hunter erfährt Micky Maus, dass dies nur der Anfang war: Ein Verbrecher, der den Einsturz ausgelöst hat, fordert dreißig Millionen Taler, andernfalls wird er ganz Entenhausen einstürzen lassen. Gleiches ist schon an anderen Stellen der Erde geschehen, weswegen Micky nun gemeinsam mit einer schwedischen Interpol-Kommissarin namens Greta Gretson herausbekommen soll, was dahintersteckt.

Spoiler

Auf den Videoaufnahmen des einstürzenden Omega-Marktes sieht man eine verhüllte Person, die sich davonschleicht und in einen Transporter eines Bauunternehmens steigt. Micky und Greta fahren zu der Großbaustelle, an der das Unternehmen gerade arbeitet. Es errichtet gerade eine Nobelsiedlung mitten in einer Einöde. Der Chef des Unternehmens - ein Mann namens Kolin Brinks - berichtet von Marko Morsch, dem ehemaligen Sprengmeister, der sich einige Jahre zuvor aus dem Geschäft zurückzog, nachdem eine Sprengung mächtigen Schaden angerichtet hatte, wodurch die Firma beinahe ruiniert worden war. Morschs Erscheinung passt zum Äußeren des Mannes auf dem Video. Micky und Greta besuchen dessen Haus, doch es ist nicht mehr bewohnt, da Marko inzwischen in einem Pflegeheim lebt. Seitdem er bei der Sprengung einen Schlag gegen den Kopf bekommen hat, ist er nicht mehr bei Sinnen. Die einzige Abwechslung in seinem Leben sind inzwischen gelegentliche Wanderungen mit seinem Neffen. Die letzten Wandertage passen genau zu den Daten, an denen es rund um den Globus zu Zwischenfällen gekommen war, so dass alles darauf hindeutet, dass er wirklich der Täter ist. Auch im Moment ist Marko wandern. Micky sucht und findet ihn, aber der Mann ist viel zu konfus, als dass er der Täter sein könnte. Dann kommt sein angeblicher Neffe dazu: Kolin Brinks, der in Wirklichkeit hinter allem steckt. Morsch hatte vor seinem Unfall zwölf »Resonatoren« gebaut, Geräte, die alles zum Einsturz bringen, um auf die Sprengungen verzichten zu können. Da das Unternehmen seit dem Zwischenfall in finanzielle Schieflage geraten ist, hat Brinks die Geräte an sich gebracht und eines davon eingesetzt, um durch Erpressungen an das Geld zu kommen, um das neue Nobelviertel errichten zu können. Mit einem der Resonatoren wolle er abschließend die Berge zwischen der von ihm gekauften Einöde und dem Meer versinken lassen, um einen Strand direkt neben dem Gelände entstehen zu lassen. Um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, droht er nun den Resonator vor Ort einzusetzen, doch Micky stellt den Radius um und verhindert so schlimmeres. Brinks wird dingfest gemacht, und da Morsch einen neuerlichen Schlag gegen den Kopf bekommt, kann er am Ende wieder ganz normal denken, so dass alles in Butter ist.

Die Einschätzung

Für eine Micky-Maus-Ermittlerstory war diese Geschichte hier ganz in Ordnung, was unter anderem daran lag, dass Maus hier nicht als der alleswissende Superermittler dargestellt wurde. Das Verbrechen selbst war mal etwas anderes als sonst, es wurde immerhin eine falsche Fährte ausgelegt, und im Großen und Ganzen war das alles ziemlich schlüssig. Ein paar Sachen gab es zu kritisieren, etwa was der Sinn und Zweck war, extra die neue Figur einer ausländische Gastermittlerin einzufügen, wenn diese eigentlich keinen speziellen Input leistete, den sie nur erbringen konnte, weil sie über eine spezielle Expertise verfügte. Die Rolle hätte ein x-beliebiger Polizist einnehmen können ... oder Goofy. Dieser Part verursachte daher ein gewisses Achselzucken. Auch rund um den Resonator blieben einige Fragezeichen offen: Es gab zwölf Resonatoren, es gab zwölf Einsatzorte, aber die Verbrechen wurden alle mit dem gleichen Gerät durchgeführt, während die anderen ohne Not zerstört wurden? Steckt hier womöglich ein Fehlerteufelchen in der Übersetzung? Am ansonsten ganz ordentlichen Eindruck, den die Geschichte hinterließ, änderte dies jedoch wenig. Vier unserer Mitarbeiter entschieden sich für die Schulnote Drei, einer für eine Vier, so dass wir am Ende bei dem Durchschnittswert 3,2 landeten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz