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  Die Entenanalyse: Der mysteriöse Mitreisende
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Seit vorgestern besprechen wir hier bei Leserkanone.de die Comics, die im 555. Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurden. Dieses trägt den Titel »Abflug auf Ski« und kann seit dem 1. Februar erworben werden. Leider haben sich die beiden Auftaktcomics nicht als sonderlich berauschend herausgestellt ... auch die zuletzt von uns thematisierte Geschichte »Mobile Geschäfte« nicht, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr seid bis dato noch kritischer als wir: Während wir die Schulnote 4,2 vergeben haben, liegt der Schnitt eurer Abstimmung bisher bei 4,55. Mit einem Zug fahrenden Micky Maus geht es nun weiter.

Der mysteriöse Mitreisende

Es handelt sich um einen recht jungen Comic: Am 6. Januar 2021 wurde er in der damaligen Jahresauftaktausgabe des italienischen Magazins »Topolino« veröffentlicht. Damals trug der 28 Seiten lange Dreireiher den Titel »Topolino e i misteri di Mister MacGuffin«, den man mit »Micky Maus und die Geheimnisse des Herrn MacGuffin« übersetzen kann. Die Story stammt von Marco Nucci und wurde von Giampaolo Soldati in Bilder gegossen.

Worum geht es?

Micky Maus hat nur noch die Aufklärung von Verbrechen im Kopf, was seiner Verlobten übel aufstößt. Minnie verlangt von ihm, das Schurkenjagen vier Wochen lang bleiben zu lassen. Stattdessen verreist er: Per Zug möchte er nach »Trottmühl« fahren, wo Minnie und Klarabelle inzwischen eine Hütte angemietet haben. Die Zugfahrt verläuft jedoch ganz anders als geplant.

Spoiler

Im Zug angekommen, nimmt Micky in einem Abteil Platz. Ein zweiter Mann gesellt sich zu ihm, der Micky Maus höchst verdächtig vorkommt. Was genau für ein Bild vermittelt man bei Disney eigentlich schon seit Jahrzehnten seinen Lesern, dass der beste und erfolgreichste Detektiv die Leute stets nach Oberflächlichkeiten beurteilt? Seitenweise kämpft Micky dagegen an, Dinge genauer unter die Lupe zu nehmen, und er versucht stattdessen, den anderen Fahrgast einfach in Ruhe zu lassen. Er unterdrückt es auch bei anderen Fahrgästen, etwa als er im Speisesaal gefragt wird, ob er die verschwundene Tante eines Mannes gesehen hätte. Sein Sitznachbar wird indessen verdächtiger und verdächtiger, doch als Micky ein Telefonat belauscht, das der Mann führt, kommt er zu dem Schluss, dass Minnie ihn engagiert haben muss, um zu überprüfen, ob er auch wirklich keine Ermittlungen anstellt. Am Ziel angekommen, gibt Micky seiner Verlobten zu verstehen, dass er ihr Spiel durchschaut hätte. Tatsächlich hatte Minnie einen Lockvogel angestellt ... doch nicht den direkten Sitznachbarn Mickys, sondern den Mann mit der verschwundenen Tante. Der andere Mann ist tatsächlich ein Verbrecher, und er räumt mit Kater Karlo gerade gemeinsam die Bank aus. Mickys Erkenntnis kommt gerade noch rechtzeitig, um die Ganoven festnehmen zu lassen. Anschließend beschließt Micky, nun wirklich nicht mehr weiter zu ermitteln. Dadurch übersieht er, dass sich ein Yeti in unmittelbarer Nähe seines Hotels breit macht.

Die Einschätzung

Dieser Comic soll offenbar eine Hommage an den 1951 von Alfred Hitchcock gedrehten Film »Der Fremde im Zug« (den man auch als »Verschwörung im Nordexpress« kennt) sein. Da wir in Sachen siebzig Jahre alter Filme teamintern durchweg Banausen sind, hatte keiner von uns den Streifen jemals gesehen, so dass wir den Comic nur losgelöst von seiner Vorlage einschätzen können. Vermutlich sind wir da inzwischen allerdings Teil der deutlichen Mehrheit der LTB-Leser ... bei allem Respekt vor dem, was Hitchcock damals geleistet hat, sind seine Filme inzwischen ja dann doch ein ganzes Stück stärker aus der Wahrnehmung gerückt als noch in den Achtzigern und Neunzigern, als die meisten unserer Mitarbeiter noch jung waren.

Vor vier Monaten begegnet man im 551. Lustigen Taschenbuch einem hoffnungslos erschöpften Micky Maus im Comic Gefahr für Micky. Nun bekommt man ihn einmal mehr durch den Wind serviert, wenn auch auf eine etwas andere Art. Da Micky Maus in seiner Rolle als Ermittler sehr oft zu perfekt und zu geleckt dargestellt wird, sind solche Auftritte immer ein wenig erfrischend. Berechenbar ist das Ganze natürlich trotzdem. Was dem Leser schlussendlich geboten wird, ist eine nette kleine Kriminalgeschichte mit falschen Fährten und einem kleinen Twist. Nichts Weltbewegendes, aber ganz unterhaltsam. Was nicht funktioniert hat, sind die eingebauten Sprachgags, etwa Mickys wiederholte falsche Versteher der Aussagen seiner Gegenüber. Dennoch: Gegenüber den beiden Auftaktcomics entpuppte sich dies hier als deutlicher Schritt nach vorn. Von einem Mitarbeiter gab es dafür die Note Zwei, dreimal wurde eine Drei vergeben, und eine Mitarbeiterin beließ es bei einer Vier. Im Schnitt landeten wir damit bei der Schulnote 3,0.


Wie fandet ihr "Der mysteriöse Mitreisende"?
1
 
 126 (32,6%)
Schulnote 2
2
 
 101 (26,2%)
Schulnote 3
3
 
 65 (16,8%)
Schulnote 1
4
 
 37 (9,6%)
Schulnote 4
4
 
 37 (9,6%)
Schulnote 6
6
 
 20 (5,2%)
Schulnote 5
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz