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  Die Entenanalyse: Der Mitternachtsklub
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Das neue Jahr war erst fünf Tage alt, da erschien schon ein neues Lustiges Taschenbuch. Es trägt die Nummer 541 und heißt »Der Schatz der Pinguine«. Sieben der darin enthaltenen Comics haben wir bereits analysiert, zuletzt eine kurze Gagstory, die rund um Franz Gans und seine Teilnahme an einem Wettbewerb um den Titel des besten Knechts gesponnen worden war. Die zugehörige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Ihr seid bisher - für uns etwas überraschend - erstaunlich gnädig zu der Story (Unsere Schulnote: 4,0, eure Note: 2,93). In der achten Geschichte, die wir nun thematisieren möchten, kommt Micky Maus (zum zweiten Mal in diesem Band) im Einsatz.

Der Mitternachtsklub

War die vorausgegangene Story mit ihren fünfzehn Jahren eine vergleichsweise ganz schön alte, ist diese hier sehr jung, nämlich gerade einmal ein halbes Jahr. Die Erstveröffentlichung im italienischen Magazin »Topolino« erfolgte am 13. Mai des Jahres 2020 unter dem Titel »Topolino e il club di mezzanotte«. Dieser bedeutet praktisch das gleiche wie der deutsche Name, nämlich »Micky Maus und der Mitternachtsklub«. Sisto Nigro hat sich den 26 Seiten langen Dreireiher ausgedacht, die Zeichnungen steuerte Marco Mazzarello bei.

Worum geht es?

Erst ärgert sich Minnie darüber, dass Micky zu einem geplanten Wochenende an einem See zu spät kommt, dann freut sie sich über den Grund: Er hat Kommissar Hunter zugesagt, an einer verdeckten Ermittlung teilzunehmen, die ihn und Minnie an ein teures Luxusresort führt, das sie kostenfrei bewohnen dürfen und wo sie die Rolle eines Millionärpaars spielen sollen.

Spoiler

Vor Ort erfahren Micky und Minnie durch einen Enterpol-Vermittlungsmann den Zweck ihrer Geheimmission: Ein teures Gemälde des Künstlers Pascal Pinsel wurde aus einem Museum gestohlen, und ein geheimer Klub stinkreicher Kunstsammler - der titelgebende »Mitternachtsklub« - wird sich an einem unbekannten Ort ganz in der Nähe zusammenfinden, um das Diebesgut zu versteigern. Micky soll sich als kunstinteressiert ausgeben, um zu der Auktion eingeladen zu werden. In der Folge lässt Micky in Gegenwart der reichen Bewohner seines Hotels immer wieder ein paar Stichworte fallen, durch die er wie ein Kunstfan rüberkommen soll. Das Ganze scheint nicht zu fruchten, und die Aktion steht kurz vor dem Abbruch. Schlussendlich erhält Micky im letzten Moment dann aber doch eine Einladung. Während der Auktion steht Micky mit Leuten von Enterpol in Verbindung. Ein Butler führt ihn zwischenzeitlich heraus und übergibt ihm eine Nachricht: Minnie wurde entführt, und er wird angewiesen, bei der Auktion nicht dazwischenzufunken. Der Drahtzieher hat ihn also als Spitzel identifiziert. Micky erkennt in der Videobotschaft jedoch einen Hinweis auf den Täter. Prompt unterbricht er die Auktion, lässt die anderen Teilnehmer verhaften und entlarvt den Auktionsleiter - eine Person mit einem Sack über dem Kopf, die man bis dahin als den Drahtzieher vermuten musste - als eine ferngesteuerte Maschine. Tatsächlich ist der Hotelbesitzer der Täter: Auf dem Video war die Hotelglocke zu vernehmen, und da Minnie dem Schuft während ihrer Entführung einen Knopf abgerissen hat, kann der Mann endgültig überführt werden. Ein Trick, mit dessen Hilfe er flüchten möchte, scheitert. Micky und Minnie werden am Ende zu einem weiteren Wochenende in dem Luxusresort eingeladen, doch nach all der Aufregung ziehen sie die ursprünglich vorgesehenen ruhigen Tage am See vor.

Die Einschätzung

Unserer Meinung nach hätte »Der Mitternachtsklub« durchaus das Potenzial gehabt, eine sehr gute Geschichte zu werden. Die ersten beiden Drittel des Comics überzeugen durch unterhaltsame Ermittlungsarbeit, die vergleichsweise »ernsthaft« vorgetragen wird und mit einem Hauch von James Bond daherkommt. Die schönen Zeichnungen, die das Ambiente edel erscheinen lassen, tragen dabei gut zu der gelungenen Atmosphäre dabei. In dem Moment, in dem sich der Verhandlungsführer als Roboter bzw. als Automat entpuppt, kippt das Ganze dann aber leider ins Abstruse. Eine vom Täter ausgelegte »falsche Fährte« (eine an die Wand gelehnte Leiter) und das entlarvende Indiz (abgerissener Knopf) wirken kindisch und passen daher auch nicht so recht zu dem, was der Comic bis zu diesem Punkt geleistet hat. Ein paar Kleinigkeiten sind überdies merkwürdig, so verändert sich die Relation der Größe von Minnies Schleife im Vergleich zu ihren Ohren in einigen Panels. Nicht schlimm, aber wenn man's einmal gesehen hat, kann man die Augen nicht mehr davon lassen. Trotzdem: Bis zum Augenblick des »Kippens« war dieser Comic ganz okay, und zumindest besser als fünf der zuvor in dem Band abgedruckten Storys war der kleine Krimi allemal. So entschied sich am Ende ein Mitarbeiter dafür, die Schulnote Zwei zu vergeben, und jeweils zweimal setzte es die Noten Drei und Vier. Damit landeten wir hier beim Durchschnittswert 3,2.


Wie fandet ihr "Der Mitternachtsklub"?
1
 
 130 (30,4%)
Schulnote 2
2
 
 100 (23,4%)
Schulnote 3
3
 
 75 (17,6%)
Schulnote 4
4
 
 49 (11,5%)
Schulnote 5
5
 
 41 (9,6%)
Schulnote 1
6
 
 32 (7,5%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 427 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz