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  Die Entenanalyse: Der Mars-Pendler
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Nach sechs Comics und etwas mehr als der Hälfte des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 542 und dem Titel »Wohin des Weges, Phantomias?« fühlen wir uns ziemlich breitgeklopft: Schon bis hierhin mussten wir so viel schwache Storys lesen, dass die Hoffnung auf Besserung ziemlich geschrumpft ist. Zuletzt stuften wir die Donald- und Gustav-Geschichte »Wettkampf der Worte« als bis dahin besten Part des Buchs ein, was aber noch lange nicht bedeutete, dass der Comic gut gewesen wäre. Dies könnt ihr an dieser Stelle nachlesen. Unsere vergebene Note (3,2) liegt beeindruckend nahe bei der bisher von euch zusammengewählten Zensur (3,11). Weiter ging es mit einem Ausflug zum roten Planeten.

Der Mars-Pendler

Während die vorausgegangene Story mehr als ein Dutzend Jahre warten musste, ehe sie ins Deutsche übersetzt wurde, konnte es beim »Mars-Pendler« gar nicht schnell genug gehen. Die Erstveröffentlichung des 26 Seiten langen Dreireihers erfolgte am 20. Mai des letzten Jahres im italienischen Wochenmagazin »Topolino«. Damals hieß die von Alessandro Sisti geschriebene und von Mario Ferracina gezeichnete Geschichte »Zio Paperone e il ritardo marziano«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und die Verspätung des Mars« bedeutet.

Worum geht es?

Entenhausener Wissenschaftler haben einen Rover zum Mars geschickt, um dort das Gestein zu analysieren. Für die Finanzierung war Dagobert Duck zuständig, der das Gerät heimlich dafür nutzt, nach Gold auf dem Planeten zu suchen. Nachdem es zu Problemen mit dem Funksignal zum Rover kommt, reist Dagobert mit Donald und den Kindern kurzerhand selbst zum Mars.

Spoiler

Während Donald und Dagobert aussteigen und den Planeten nach dem Rover absuchen, verbleiben Tick, Trick und Track im Raumschiff, um den Geldspeicher zu überwachen, was mittels einer Satellitenverbindung funktioniert. Die beiden erwachsenen Erpel schaffen es nicht, den goldgierigen Rover zum Stoppen zu bringen, weswegen von Tick, Trick und Track der Vorschlag gemacht wird, Dagoberts Glückszehner als Köder zu nutzen. Tatsächlich reagiert die Maschine auf das Geldstück, jedoch nicht so, wie erhofft: Sie entreißt Dagobert die Münze und flüchtet damit. Auf den Monitoren sehen die Kinder inzwischen, dass die Panzerknacker die Sicherheitsmechanismen des Geldspeichers überwunden haben. Kurzerhand fliegen die Ducks zurück, sie kommen jedoch viel zu spät: Da die Bilder von der Erde einige Zeit gebrauch hatten, um bis zum Mars zu kommen, hatten Dagobert & Co, die ganze Zeit ein verzögertes Bild gesehen. Nicht so die Wissenschaftler aus Entenhausen: Sie hatten die Panzerknacker »live« beobachtet und dementsprechend dafür gesorgt, dass sie von der Polizei dingfest gemacht werden konnten. Beruhigt hebt Dagobert wieder zum Mars ab, um dort nach seinem Gkückszehner zu suchen.

Die Einschätzung

Zunächst einmal eine Anmerkung zur Logik: Wenn Dagobert mit seinen Liebsten mal so eben mir nichts, dir nichts zum Mars fliegen kann, warum genau muss dann der rote Planet überhaupt noch von Rovern untersucht werden? Die Rover sind in der Praxis schließlich Mittel zum Zweck, weil es eben nicht so einfach ist, einen Menschen (oder eine Ente) dorthin zu schicken.
Unabhängig davon machen Duck'sche Weltraumgeschichten einfach in den seltensten Fällen richtigen Spaß, und auch diese hier bildet da keine Ausnahme. Vielmehr wirkt sie wie eine etwas rätselhafte Zusammenstellung von Puzzleteilchen, die kein rechtes Gesamtbild ergeben wollen. Immerhin hat die Auflösung der Story einen lehrreichen Nebeneffekt, da die jungen Leser sicherlich zum Nachdenken angeregt werden, warum Dagoberts Wissensstand über die Geschehnisse auf der Erde ein anderer ist als der, den die Wissenschaftler haben. Leider macht ein kleiner Lehreffekt eine Nonsens-Geschichte nicht unterhaltsamer.
Der Schlussgag - wenn man ihn überhaupt so nennen mag - ist zum einen abstrus, zum anderen entspricht es nicht Dagobers sonstiger Charakterzeichnung, seinen Zehner mal eben auf einem anderen Planeten zurückzulassen und ihn erst später abzuholen.
Nun ja. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch dieser Comic war wieder nicht gut. Drei unserer Mitarbeiter bewerteten ihn mit einer Vier, zwei mit einer Fünf, so dass wir hier beim Durchschnittswert 4,4 landeten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz