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  Die Entenanalyse: Der Kunde ist König
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Fünf Comics, die im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 559 abgedruckt wurden, haben unsere Testleser inzwischen durchgeschmökert. »Eine handfeste Erfindung«, das seit dem 24. Mai im Handel ist, erwies sich bisher als ganz okay - ein wirklich herausragender Comic fehlte bisher, es gab bis hierhin allerdings auch nur einen Ausrutscher. Die zuletzt von uns besprochene Story »Das hypermolekulare Büffet ist eröffnet!« reihte sich in die Durchschnittskost ein, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr seid bisher (erneut) deutlich kritischer als wir: Während wir im Schnitt die Schulnote 3,2 vergeben haben, liegt der Zwischenstand eurer Abstimmung bei 4,26.

Die von uns vor langer Zeit festlegegte Mindestlänge von Comics, die wir ausführlich besprechen, liegt bei zehn Seiten. Dadurch ist der Primus-von-Quack-Comic »Der weite Weg zur Erkenntnis«, der als nächstes im Lustigen Taschenbuch folgte, durchs Raster gefallen. Zum Glück ... denn um es vorsichtig auszudrücken, hat er uns nicht sonderlich zugesagt. Auch der nächste Comic erreichte die Mindestlänge nur haarscharf:

Der Kunde ist König

Etwas mehr als zwei Jahre ist diese Geschichte alt. Sie wurde am 11. März des Jahres 2020 im italienischen »Topolino«-Magazin unter dem Titel »Sii clemente con il cliente« abgedruckt, welchen man mit »Seien Sie nachsichtig mit der Kundschaft« übersetzen kann. Der Zehnseiter wurde von Vito Stabile ersonnen und von Antonello Dalena gezeichnet. Er zählt zur Reihe »I corti di Paperino« (Donald-Duck-Kurzgeschichten), zu der auch die mäßige Story Nichts für schwache Nerven aus dem 538. Lustigen Taschenbuch gehörte.

Worum geht es?

Donald Duck hat einen neuen Job angenommen: Er ist nun Verkäufer in einem Spielzeuggeschäft. Daisy Duck geht davon aus, dass die Kinder Donald zur Weißglut bringen werden und wettet mit ihm, dass er die Nerven verlieren wird. Der Sieger ihrer Wette darf das Restaurant für den Abend aussuchen.

Spoiler

Der erste Kunde ist der kleine Hannes, der sich ein Spielzeug aussuchen darf. Er ist äußerst schwer zufriedenzustellen, und außerdem ist er ziemlich zornig. Donalds Vorschläge - allesamt moderne Spielwaren - werden abgebügelt, und dann tritt ihn der Junge auch noch von einer Leiter herunter. Am Ende hat Donald doch eine zündende Idee: »Klassisches« Spielzeug wie Seifenblasen kennt Hannes noch nicht, und so ist er davon begeistert. Das nächste Mädchen will unbedingt Eis im Laden essen, was jedoch verboten ist. Als der Vater und die Kleine das Geschäft wütend verlassen wollen, versucht Donald sie zu stoppen, und dabei rutscht er auf der Eisspur aus, die das Mädchen auf den Boden gekleckert hat. Eine alte Dame probiert ein Spielzeugauto aus und ist begeistert, bis sie merkt, dass es sich um gar kein richtiges Auto handelt: Ihre Augen sind so schlecht, dass sie den Spielzeugladen mit einem Autogeschäft verwechselt hat. Zwischendrin taucht immer wieder der gleiche Kunde auf, der eine Laserpistole gekauft hatte und sie immer wieder aufs Neue umtauscht, da sie seiner Meinung nach defekt ist. Am Ende stellt sich heraus, dass er einfach nur vergessen hat, Batterien einzulegen. Das ist für Donald zu viel: Er verliert die Nerven. Daisy darf also das Restaurant aussuchen. Dort präsentiert sich Donald selbst als katastrophaler Kunde, der den Kellner mit Sonderwünschen nervt und sich über belanglose Kleinigkeiten aufregt.

Die Einschätzung

Der Comic ließ uns etwas zwiegespalten zurück. Denn auf der einen Seite ist das, was hier geboten wurde, ein Donald-Duck-Comic der alten Schule, wie man sie über viele Jahre lieben gelernt hat: Donald wird geärgert und muss sich zusammenreißen. Das haben Tick, Trick und Track schon vor einem halben Jahrhundert getan, Ahörnchen und Behörnchen haben es noch viel früher getan, und es gab dazu viele sehr amüsante Filmchen und Comics. Dieser Flair wird in dem Comic auf gelungene Weise in die Gegenwart transportiert. Auf der anderen Seite ist dies hier aber auch eine auf den Schlussgag hinausgeschriebene Kurzstory, und eben jener Schlussgag versagte bei unseren Testlesern völlig. Und bei einem Comic wie diesem, bei dem eigentlich nicht der Weg das Ziel ist, sondern es um die Abschlusspointe geht, schlägt dies natürlich herb ins Gewicht. Was noch hinzukommt: Der Zeichenstil hat uns nicht wirklich zugesagt. Die Besucher des Spielzeugladens sind ziemlich fade zusammengepinselt worden, und an Elementen wie den Auslagen in dem Geschäft kann man gut sehen, wie sehr das Ganze qualitativ hinter den gelegentlichen zeichnerischen Meisterwerken zurückhinkt, die man auch im Lustigen Taschenbuch findet. Am Ende gingen die Meinungen unserer Testleser weit auseinander: Jeweils einmal wurden die Noten Zwei und Drei vergeben, zwei Mitarbeiter entschieden sich für eine Vier, und einer für eine Fünf. Summa summarum landeten wir damit beim Durchschnittswert 3,6.


Wie fandet ihr "Der Kunde ist König"?
1
 
 136 (34,1%)
Schulnote 4
2
 
 82 (20,6%)
Schulnote 6
3
 
 78 (19,5%)
Schulnote 3
4
 
 49 (12,3%)
Schulnote 5
5
 
 37 (9,3%)
Schulnote 1
6
 
 17 (4,3%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 399 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz