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  Die Entenanalyse: Der Kryptospeicher
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Seit der vergangenen Woche kann man das 560. Lustige Taschenbuch kaufen, und wir haben - wie immer - ein Quintett an Testlesern auf »Ab an den Strand!« angesetzt. Drei Comics haben wir inzwischen nun schon besprochen. Zuletzt war Heißkalt an der Reihe, das sich als erste Enttäuschung des Bandes präsentierte. Die Geschichte selbst gab nicht viel her, und dann wurde bei der Übersetzung auch noch ein ziemlich peinlicher Fehler hineingeschlampt. Ihr seid nicht ganz so kritisch wie wir: Während wir bei der Schulnote 4,4 landeten, liegt der Zwischenstand eurer Abstimmung bei 4,08. Nun geht es in der Welt der Kryptowährungen weiter.

Der Kryptospeicher

Der Comic wurde am 22. April 2020 im italienischen Magazin »Topolino« erstmals veröffentlicht, also zu einem Zeitpunkt, als ein kurzer (aber heftiger) Corona-Crash in der Kryptowelt gerade durchlaufen worden war und ein anderthalbjähriger Bullenmarkt einsetzte. Als Alessandro Sisti die Geschichte schrieb, steckte der Kryptomarkt allerdings vermutlich noch in der Vor-Corona-Phase. Vitale Mangiatordi steuerte die Zeichnungen zu dem 22 Seiten langen Werk bei. Der Originaltitel war »Zio Paperone e il cripto deposito«, was »Onkel Dagobert und der Kryptospeicher« bedeutete.

Worum geht es?

Klaas Klever hat ein riesiges neues Firmengebäude in Sichtweite von Dagoberts Geldspeicher bauen lassen und schürft von dort aus den »K-Koin«, seine eigene Kryptowährung. Dagobert Duck zeigt sich unbeeindruckt, doch Klaas Klever startet damit einen ungeahnten wirtschaftlichen Höhenflug.

Spoiler

Ein Teil der Entenhausener Geschäftswelt ist von Anfang an begeistert, während sich einige ältere Geschäftsleute Dagobert Ducks Position anschließen. Klever lässt seine Coins von einem einzelnen Supercomputer aus schürfen. Mit Erfolg: Schon nach kurzer Zeit ist der K-Koin dreimal so viel wert wie der Taler. Dem Bürgermeister missfällt dies zunächst, doch aufgrund des Strombedarfs schließt Klever einen solch lukrativen Vertrag mit dem Kraftwerk ab, dass er sich zufrieden gibt. Die Bürger nehmen den Coin so gut an, dass die restliche Geschäftswelt alsbald darauf angewiesen ist, Zahlungen in K-Koin entgegenzunehmen, und so kippen nach und nach auch diejenigen Millionäre auf Klevers Seite, die zuvor noch auf Dagobert Duck gehört hatten. Trotzdem wirkt Duck irritierend ruhig. Nach und nach steigt der Wert des K-Koins, aber auch der Rechenbedarf, so dass Klever seinen Supercomputer immer weiter aufrüsten muss. Alsbald muss er ein Gebäude in Form des Geldspeichers bauen lassen, dass nichts anderes als den Computer beherbergt. Dieses frisst so viel Energie und erzeugt so viel Hitze, dass die Entenhausener unter den Temperaturen stöhnen und ihrerseits nicht mehr genug Strom haben, um Klimaanlagen & Co. aktivieren zu können. Der nun wieder wütende Bürgermeister zwingt Klever deshalb dazu, das Projekt zu beenden. Dagobert kauft seinem Rivalen den »Krypospeicher« für ein Hundertstel seines Wertes ab. Er wandelt den K-Koin in den »Ducktala« um, und da dieser nicht von einem einzelnen Computer gesteuert wird, sondern die Rechenleistung aller Computer weltweit nutzt, leidet Entenhausen auch nicht mehr unter der Belastung. Am Ende fordert der zornige Klever - wie immer - seine Melone an, um sie wütend verspachteln zu können.

Die Einschätzung

Es ist nicht das erste Mal, dass Kryptowährungen im Lustigen Taschenbuch auftauchten. So platzte in einer comicgewordenen qualitativen Katastrophe in Band 551 die Duckcoin-Blase. Auch wenn das Interesse am digitalen Geld im Zuge des derzeitigen Bärenmarktes ziemlich in die Knie gegangen ist, wundert es nicht, dass das Thema abermals Einzug ins Disney-Universum gehalten hat. In diesem Fall ist ein deutlich besserer Comic dabei herausgekommen als neun Bände zuvor. Zwar zeugt die Idee der Geschichte nicht gänzlich davon, dass sich die Macher intensiv mit der Kryptowelt auseinandergesetzt haben, denn die Energiefrage ist bei zentral ausgegebenen Coins gerade nicht das Problem, aber solch eine Spitzfindigkeit wäre bei der Bewertung eines Disney-Comics unangebrachte Schlaumeierei. Schlussendlich erzählt das Ganze ein Kapitel in der Dauerfehde von Klaas Klever und Dagobert Duck, das noch immer frisch und unverbraucht daherkommt. Interessant ist dabei, dass hier dieses Mal ein anderer Ansatz gewählt wurde als üblich: Im Zentrum steht ausnahmsweise mal nicht Dagobert Duck, sondern Klaas Klever, während der reichste Erpel der Welt immer mal nebenbei vorbeischaut. Natürlich ist der Comic nicht übermäßig spannend, aber er bietet doch ein Stück anständiger Unterhaltung. Von einer unserer Mitarbeiterinnen gab es dafür die Schulnote Zwei, während sich der Rest für eine Drei entschied, so dass wir hier im Schnitt bei der zufriedenstellenden Note 2,8 landeten.


Wie fandet ihr "Der Kryptospeicher"?
1
 
 143 (35,5%)
Schulnote 3
2
 
 83 (20,6%)
Schulnote 2
3
 
 77 (19,1%)
Schulnote 4
4
 
 49 (12,2%)
Schulnote 5
5
 
 28 (6,9%)
Schulnote 1
6
 
 23 (5,7%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 403 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz