Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.823 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »liana_21«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Der Klub der Intelligenzler
Werbung:
Im Augenblick lassen wir fünf unserer Mitarbeiter der Comics des 516. Lustigen Taschenbuchs lesen. Dieses ist seit dem 29. Januar im Handel und trägt den Titel »Frost mit der Post«. Zuletzt thematisierten wir hier die darin enthaltene Dagobert-Duck-Geschichte »Steinharter Brocken«, in welcher der reichste Erpel der Welt entwürdigend dargestellt wurde und die auch sonst nicht sehr überzeugend war, wir wir euch [uirl=https://www.leserkanone.de/index.php?befehl=meldungen&meldung=die_entenanalyse_steinharter_brocken_7160704680167]an dieser Stelle[/url] schilderten. In dem Buch folgte ein Sechsseiter namens »Genie im Schnee«, der aus dem DoppelDuck-Szenario stammt, wenngleich DoppelDuck selbst darin gar nicht vorkommt. In diesem Fall sind wir ganz froh, dass wir uns einst für unsere Analysen für eine zehnseitige Mindestlänge entschieden hatten, denn hätten wir den Comic thematisieren müssen, wären wir zu keinem guten Fazit gekommen. Stattdessen können wir an dieser Stelle mit einem Comic rund um Donald Duck und um Primus von Quack fortfahren.

Der Klub der Intelligenzler

Es handelt sich um einen vergleichsweise alten Comic: Die Erstveröffentlichung im italienischen Magazin »Topolino« erfolgte schon am 21. Februar 2006. Dass ein Comic fast dreizehn Jahre in einer Schublade schlummerte und nicht übersetzt wurde, ist häufig ein schlechtes Zeichen. Die Geschichte wurde von Carlo Panaro ersonnen, für die Skizzen war Luciano Gatto zuständig, und als Inker fungierte Michele Mazzon. Der Originaltitel lautete »Pico de Paperis e il meeting degli intellettuali«, was zu Deutsch »Primus von Quack und das Treffen der Intellektuellen« bedeutet.

Worum geht es?

Primus von Quack reist in die schneebedeckten Hasenberge, um dort am Treffen des »Klubs der Intelligenzler« teilzunehmen. Er hat Donald an seiner Seite, da ihm als Ehrengast das Recht zugesprochen wurde, einen Assistenten mitzunehmen. Im »Hotel Hasenberger« angekommen, werden die beiden Zeuge von mysteriösen Geschehnissen.

Spoiler

Direkt nach der Ankunft fällt Donald wiederholt durch seine Tollpatschigkeit und Unbedarftheit auf und wird dadurch von den schlauen Leuten von oben herab betrachtet. Während die schlauen Leute dann untereinander diskutieren, fährt er ein wenig Ski und landet nach der Ablehnung des Angebots eines Skilehrers, ihm zu helfen, übermütig an einem Baum. In der Nacht schallt ein merkwürdiges Niesen durch das Hotel, und am nächsten Morgen ist einer der schlauen Männer - Professor Hirnlikoff - plötzlich debil. Laut einem Arzt ist seine Intelligenz gewissermaßen »verdunstet«. Wenig später erwischt auch seine Kollegin Primel das gleiche Problem, und Verunsicherung unter den schlauen Leuten bricht aus. Donald geht später ein Parfum für Daisy kaufen, zerbricht den Flakon aber bei einem weiteren Missgeschick, woraufhin er merkt, dass eine nebenstehende Person - die der Leser zu dem Zeitpunkt nicht sieht - zu niesen beginnt. Gemeinsam mit Primus begibt er sich nachts in das Zimmer des Mannes und untersucht es. Man stößt auf eine Art Lampe. Der Bewohner des Raums - der Skilehrer - taucht auf und gibt zu, hinter allem zu stecken. Er war selbst einst Mitglied im Klub der Intelligenzler, wurde jedoch gefeuert, da er seine Talente für kriminelle Zwecke benutzt hatte. Um sich für seinen Rauswurf zu rächen, hat er ein Instrument (die Lampe) gebaut, mit dem es ihm möglich wurde, schlauen Leuten die Intelligenz abzusaugen. Als er versucht, das Gerät auf Primus anzuwenden, explodiert es: Primus verfügt über so viel Wissen, dass die Maschine überlastet wird und durchbrennt. Der Skilehrer wird überwältigt, seine beiden Opfer werden durch die Zerstörung des Geräts wieder schlau, und Donald wird fortan für seine Mitwirkung bei der Aufklärung des Verbrechens von den Mitgliedern des Klubs der Intelligenzler respektiert.

Die Einschätzung

Einmal mehr hat sich gezeigt: Comics, die ein Jahrzehnt oder länger herumliegen und nicht übersetzt werden, sind meist nicht sehr gut. Natürlich kennen wir die internen Prozesse nicht, aber vermutlich spielen auch qualitative Gründe eine Rolle, wenn die Frage ansteht, ob ein Comic werden soll oder nicht, und besonders geachtete Storys werden sicher nicht viele Jahre auf eine Halde gelegt werden. »Der Klub der Intelligenzler« wartet zwar mit einem Entengespann auf, das in dieser Form relativ unverbraucht ist, denn so häufig sieht man Primus und Donald ja nun nicht in einer längeren Interaktion, und auch die Grundidee des Intelligenzhassers ist recht frisch. Das Dumme daran: Die Idee ist zwar frisch, aber nicht sonderlich gut. Und sie ist unheimlich berechenbar. Denn dadurch, dass Donald zu Beginn inmitten all der schlauen Leute als Dummbatz hingestellt wird, weiß man sofort, dass er am Ende derjenige sein wird, der die Situation rettet. Dass der Skilehrer nicht ohne Grund in die Story eingeflochten wurde, konnte man sich auch schon ab seinem ersten Auftritt denken. Das »Absaugen von Intelligenz« ist an sich merkwürdig, dass eine Zerstörung des Absaugers jedoch dazu führt, dass die schlauen Leute auf mysteriöse Weise ihren Grips sofort wiederbekommen, ist abstrus. Nun ja. Wenn man etwas Gutes festhalten will: Unterhaltsamer als »Steinharter Brocken« war die Geschichte schon. Am End entschied sich eine unserer Mitarbeiterinnen für die Schulnote Drei, der Rest für eine Vier, so dass wir hier bei einer 3,8 landeten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz