Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
45.775 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Tim Peters«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Der Klub der Aristokraten
Werbung:
In der vergangenen Woche ist das 521. Lustige Taschenbuch erschienen. Da Donald Ducks Superhelden-Alter-Ego vor einem halben Jahrhundert erstmals auftauchte, trägt es den Titel »50 Jahre Phantomias«. Wir lassen das gute Stück derzeit von fünf Mitarbeitern lesen und waren zuletzt zum Daniel-Düsentrieb-Comic »Glibber des Grauens« gelangt, der andernorts nicht sonderlich viel Zuspruch erhalten hat, unserer Meinung nach aber ordentlicher (und gnadenlos belangloser) Durchschnitt war. Den zugehörigen Bericht findet ihr an dieser Stelle. Mit Supergoof ging es weiter.

Der Klub der Aristokraten

Es handelt sich um den ältesten Comic dieses Bandes, denn er wurde bereits am 7. September des Jahres 2004 im italienischen Magazin »Topolino« erstveröffentlicht. Der Dreireiher ist achtzehn Seiten lang, wobei das erste Blatt aus einem einzelnen Panel besteht, das keinerlei Beitrag zur Geschichte leistet. Riccardo Pesce schrieb die Geschichte, Luigi Piras war für die Zeichnungen verantwortlich. Der Originaltitel lautete »Superpippo e la disputa araldica«, was man mit »Supergoof und der Heraldik-Streit« übersetzen kann.

Worum geht es?

Ein kleiner rothaariger Mann wird aus dem Entenhausener »Klub der Aristokraten« (?) geworfen, da er gar kein Adeliger ist. Mit einer Erfindung versucht er diesen Nachteil auszugleichen: Er konstruiert einen »Stammbaumwandler«, der ihn in die Stammbäume großer Adelsgeschlechter hineinwürfelt. Obendrein kann der Wandler auch richtige Bäume verwandeln, und so verzaubert er einen Ahnornbaum zu »Ahron«, der ihm fortan als Leibwächter dient.

Spoiler

Supergoof hat gerade einen Asteroiden umgeleitet, der drauf und dran war, die Galaxie zu zerstören. Als er zur Erde zurückkehrt, landet er im zerstörten Thronsaal eines Königs. Kaputtgemacht wurde dieser von Ahron. »Adelbert der Allmächtige«, wie sich der kleine Erfinder inzwischen nennt, ist plötzlich im Stammbaum des königlichen Geschlechts aufgetaucht und hatte Anspruch auf das Land erhoben. In anderen Staaten geschieht das gleiche. Schlussendlich fordert er auch die Herrschaft über Entenhausen (wie auch immer das zusammenpassen soll, denn schließlich wird die Stadt nicht von einer Adelsfamilie regiert, in die er sich hineingewürfelt haben könnte). Supergoof stellt den kleinen Mann zur Rede, wrid dafür aber von dessen Baum in den Boden gestampft. Die Entenhausener beschimpfen Supergoof daraufhin, unter anderem werfen sie ihm die Verschwendung von Steuergeldern vor. (Welche Steuergelder fließen noch gleich an Supergoof?) Nachdem Supergoof von Rudi Ross erfährt, dass Bäume in eine Art Winterstarre verfallen, schiebt er die Erde ein Stück von der Sonne weg, so dass der Herbst verfrüht anbricht. Ahron schläft postwendend ein. Damit ist Adelbert der Allmächtige seinen Leibwächter los, und er dankt freiwillig ab. Ahron wird in den »Garten für Ganoven« verfrachtet, Adelbert wird dort zum neuen Gärtner bestimmt (worüber er sich freut). Abschließend wird Supergoof angeboten, in den Adelsstand erhoben zu werden, was dieser ablehnt.

Äh ... ja. Was haben wir hier gerade gelesen!?

Die Einschätzung

Heidewitzka, was war das für ein katastrophaler Comic. Sieht man mal davon ab, dass es eh schon eine fragwürdige Entscheidung war, im Geburtstagsband eines Superhelden Platz für einen anderen Superhelden zu schaffen, anstatt noch ein bißchen mehr vom Jubilar zu bringen, war das, was hier abgeliefert wurde, in allen Belangen unterirdisch. Das fängt schon mal dabei an, dass es an den Haaren herbeigezogen erscheint, dass es jetzt plötzlich eine Adelsschicht in Entenhausen geben soll, und dass scheinbar die halbe Welt so organisiert ist. Was für ein Nonsens ist bitteschön der »Stammbaumwandler«? Und wie um alles in der Welt soll ein einzelner lebendig gewordener Baum ausreichen, um die halbe Welt zu unterjochen? Und so weiter, und so fort. Der ganze Comic wirkt so, als hätten sich Riccardo Pesce in einem Rausch die absurdesten Ideen, die er im Zeitverlauf hatte, zusammengesucht und sie nach dem Zufallsprinzip hintereinandergereiht. Kein Wunder also, dass »Der Klub der Aristokraten« bei I.N.D.U.C.K.S. zu den am schlechtesten bewerteten Comics aller Zeiten zählt. Es fragt sich, wie die Macher des Lustigen Taschenbuchs nach fünfzehn Jahren plötzlich auf die Idee gekommen sind, ausgerechnet einen solchen Quatsch abzudrucken. Zwei unserer Mitarbeiter bewerteten die Geschichte mit einer Fünf, von den anderen gab es eine glatte Sechs. Damit kamen wir am Ende auf den Durchschnittswert 5,6. Was für ein übles Machwerk!
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz