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  Die Entenanalyse: Der Hypergigakolossalionär
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Das 549. Lustige Taschenbuch, das den Namen »Unter Dinos« trägt, ist am vergangenen Dienstag erschienen, und wir lassen es seitdem von einem Quintett an Mitarbeitern und Helfern nach und nach lesen. Zuletzt waren unsere Probanden bei der Geschichte »Die Geschichte der Menschheit: Das finstere Mittelalter« angelangt, in der die seltsame Kombination von Dussel Duck und Primus von Quack einer Zuhörerschaft und dem Leser ausgesuchte Errungenschaften des Mittelalters näherbringt. Den Artikel, den wir dazu veröffentlicht haben, findet ihr an dieser Stelle. Dieses Mal waren sich unsere Leser und unsere Besucher einig: Der Comic war nicht gut. Wir kamen am Ende auf die Durchschnittsnote 4,2, bei der (noch laufenden) Benutzerabstimmung liegt der Schnitt derzeit bei 4,08. Mit einer Wortfindungsstörung ging es weiter.

Der Hypergigakolossalionär

Wir die meisten Comics dieses Bandes, so ist auch »Der Hypergigakolossalionär« eine ziemlich junge Geschichte. Die Erstveröffentlichung im italienischen Magazin »Topolino« erfolgte am 16. Dezember 2020 unter dem Titel »Zio Paperone e il fantomatico ipergigacolossaliardo«, was man aufgrund des enthaltenen fiktiven Begriffs nur bedingt übersetzen kann, auf Deutsch jedoch »Onkel Dagobert und die unfassbare Hypergigakolossalion« heißen würde. Die Idee zu dem 22 Seiten langen Dreireiher stammt von Giorgio Fontana, Nicola Tosolini steuerte die Bilder bei.

Worum geht es?

Dagobert Duck zählt sein Geld und stellt fest, dass sein Vermögen eine Höhe erreicht hat, für die es keinen mathematischen Fachbegriff gibt, um sie in Worten ausdrücken zu können. Daraufhin zieht er mit Donald los, um Experten zu finden, die ihm den fehlenden Begriff liefern können.

Spoiler

Dagobert erklärt, er habe einen passenden Berater für Probleme wie dieses. Dieser Berater entpuppt sich als Primus von Quack auf, der damit ungewöhnlicherweise schon zum dritten Mal in diesem Band auftaucht. Obwohl sich Primus mit »galoppierenden Zahlen« und »postmoderner Arithmetik« auskennt, kapituliert er: Er kennt keine Zahl, um die gesuchte Summe richtig auszudrücken. Aber er kennt eine Frau, die es vielleicht könnte, nämlich eine Professorin namens Janina Wurzelbruch, die als größte Zahlenexpertin Entenhausens gilt. Dagobert und Donald fahren zu ihr. Die Dame ist zunächst wenig begeistert, als sie erfährt, dass es um Geld geht, das mathematische Problem reizt sie dann aber doch. Sie bestellt zwei Kollegen ein, um ihr zu helfen, und schreibt dann gemeinsam mit ihnen stundenlang Formeln an Schiefertafeln. Am Ende kommt das Wissenschaftler-Trio tatsächlich auf den gesuchten Begriff: Dagobert besitzt eine Hypergigakolossalion. Dagobert freut sich. Primus überprüft noch, ob Dagoberts Finanzsoftware mit dem neuen Begriff umgehen kann. Sie kann, und so sind alle zufrieden. Nun ... zumindest fast: Da Dagobert nun ein Hypergigakolossalionär ist, hält es Donald für den richtigen Zeitpunkt, um sich von ihm ein paar Taler zu leihen. Dagobert lehnt ab: Dafür müsste Donald erstmal Münzen polieren, und zwar so viele Jahre lang, dass man einen neuen Begriff ermitteln müsste, um deren Anzahl artikulieren zu können.

Die Einschätzung

An sich ist es ja eine witzige Idee, dass Dagobert so viele Taler gescheffelt hat, dass die Sprache zu arm ist, um beschreiben zu können, wie viele es sind. Die Krux daran ist: Es handelt sich um ein linguistisches Problem, nicht um ein mathematisches. Es ergibt überhaupt keinen Sinn, dass dafür Experten auf dem Gebiet der Mathematik herangezogen werden. Und noch viel weniger Sinn ergibt es, dass dazu viele Tafeln mit Formeln und Zahlen vollgekritzelt werden und am Ende der Rechnung ein Wort die Lösung ist. Und eigentlich ist es ziemlich unnötig, dass die Macher dieses Comics diesen Weg beschritten haben, denn da Primus auch ein Experte für Sprache ist, hätte er in einer abgeänderten Geschichte der erste Anlaufpunkt bleiben können, und Frau Professorin Wurzelbruch hätte durch eine Linguistin ersetzt werden können, die dann in stundenlanger Kleinarbeit mit anderen Fachleuten sprachwissenschaftliche Bücher gewälzt hätte und über Wortstämme gestritten hätte. Der Rest hätte nicht geändert werden müssen. Es war also völlig unnötig, den unlogischen Weg zu gehen. Sieht man einmal davon ab - insgesamt ist dies hier natürlich sowieso eine bewusst absurde Geschichte -, macht der Comic aber leider auch sonst nicht übermäßig viel her. Der Spaß an der Sache nutzt sich sehr schnell ab, das wiederholte Einstreuen von fiktiven Zahlworten ist nicht wirklich witzig, und schlussendlich ist es dem Leser eigentlich auch herzlich egal, welches Wort am Ende nun dabei herauskommt ... zumal der Titel ja bereits alles spoilert. So kam es, dass sich am Ende zwei Mitarbeiter für die Note Vier entschieden haben, während die drei lediglich eine Fünf vergeben konnten. Damit landeten wir am Ende bei einer durchschnittlichen Schulnote, die sich ziemlich leicht mit den bereits vorhandenen Begriffen ausdrücken lässt: Vier Komma Sechs.


Wie fandet ihr "Der Hypergigakolossalionär"?
1
 
 149 (39,6%)
Schulnote 6
2
 
 95 (25,3%)
Schulnote 5
3
 
 66 (17,6%)
Schulnote 4
4
 
 25 (6,6%)
Schulnote 3
5
 
 21 (5,6%)
Schulnote 2
6
 
 20 (5,3%)
Schulnote 1
An der Umfrage haben 376 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz