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  Die Entenanalyse: Der gute Knecht
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Seit einigen Tagen liest ein Quintett an Mitarbeitern unserer Seite das aktuelle Lustige Taschenbuch, das die Nummer 538 trägt und »Der Fluch der Hexe« heißt. Es ist seit dem 13. Oktober im Handel. Zuletzt hatten wir mit »Klebrige Kostbarkeit« einen Dussel-Duck-Comic besprochen, der sich als der bis hierhin schlechteste Comic des Bandes herausstellte. Ihr findet den zugehörigen Artikel an dieser Stelle. Nun ging es mit Oma Duck und ihrem Knecht Franz Gans weiter.

Der gute Knecht

Mit der Geschichte über den »guten Knecht« setzten die Macher dieses Lustigen Taschenbuchs die Stafette an vergleichsweise jungen Comics fort: Auch dieser hier hat noch nicht einmal ein Jahr auf dem Buckel. Er wurde am 26. Februar dieses Jahres erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Der dreißig Seiten lange Dreireiher stammt aus der Feder von Pietro Zemelo und wurde von Marco Mazzarello zeichnerisch umgesetzt. Der originale Titel lautete »Ciccio e la versione migliore«, was zu Deutsch »Franz Gans ist die beste Version« bedeutet.

Worum geht es?

Ein reicher Mann namens Raffke versucht den Bauern aus der Gegend von Oma Ducks Bauernhof das Land abzuluchsen, weil er es nutzen möchte, um mit modernen Methoden Fruchtsaft zu gewinnen. Zunächst will niemand verkaufen, Raffke kann die Leute jedoch mit den Schulden unter Druck setzen, die sie bei ihm haben. In Bezug auf Oma Duck macht sich Raffke darüber lustig, dass ihr eigener Knecht nicht in der Lage ist, sich vernünftig um das Land zu kümmern, weswegen es ohnehin sinnvoll sei, zu verkaufen. Betrübt fahren die Bauern anschließend nach Hause, und sie denken über das Angebot nach.

Spoiler

Nach Raffkes Schelte ist Franz' Selbstvertrauen erschüttert. Als Daniel Düsentrieb, der sich auf Oma Ducks Bauernhof aufhält, davon Wind bekommt, konstruiert er ein Gerät, das Franz' Zuversicht verdoppeln soll. Durch ein Missgeschick wird nicht die Zuversicht des Knechts, sondern der Knecht selbst verdoppelt. Der zweite Franz Gans kommt aus einer Paralleldimension und ist im Gegensatz zum »richtigen« Franz erstaunlich fleißig. Er bereitet das Frühstück zu, bevor Oma Duck wach ist, er geht freiwillig einkaufen, er repariert den Zaun und erledigt viele andere Dinge ohne Aufforderung, während der »normale« Franz erst sein Frühstück genießt und sich dann erstmal schlummern legt. Nach und nach stellt Letzterer fest, dass der neue Franz das Vertrauen von Oma Duck gewinnt, das bisher ihm gebührte. Nachdem der neue Franz im Dorf erfährt, dass Raffke den Hof kaufen will, unterhält er sich mit Raffke und erläutert später seiner Chefin, dass dieser eigentlich ein ziemlich hohes Angebot für den Hof unterbreitet hätte. Inzwischen hat Düsentrieb ein Möglichkeit gefunden, die Verdopplung umzukehren und den neuen Franz in seine Dimension zurückzubefördern. Theoretisch kann allerdings auch der alte Franz dorthin geschickt werden. Da es besser für den Hof wäre, macht sich tatsächlich der alte Franz reisebereit. Zuvor belauscht er jedoch noch ein Gespräch von Raffke und dem neuen Franz. Raffke hat dem Knecht eine große Provision versprochen, sofern er es schaffen sollte, Oma Duck vom Verkauf des Hofs zu überzeugen. Kurz bevor es zur Vertragsunterzeichnung kommt, schreitet er deshalb ein. In dem Handgemenge zeigt sich, was für einen schlechter Charakter der neue Franz eigentlich hat, und so schickt ihn Oma Duck zurück in seine Dimension. Raffke bekommt am Ende gar keinen Bauernhof, und mit Hilfe einer Erfindung von Daniel Düsentrieb können alle Bauern zukünftig viel wirtschaftlicher arbeiten.

Die Einschätzung

An einigen Stellen des Comics gab es leichte Probleme, die beiden Knechte auseinanderzuhalten, weswegen eine kleine optische Differenzierung praktisch gewesen wäre. Die Verdopplung von Franz ist trotzdem eine nette Idee, so abstrus sie auch ist. Ein paar Dinge bleiben dabei abseits dieser Idee fragwürdig, denn dass Dorette Duck beispielsweise das falsche Spiel des neuen Knechts nicht durchschaut, oder dass sie sich nicht einfach von Dagobert Duck (der kurzzeitig auftritt) in Bezug auf Raffkes Angebot beraten lässt, obwohl der sich in Finanzfragen bekanntlich ganz gut auskennen dürfte, ist ziemlich seltsam. Das Hauptproblem der Geschichte ist aber, dass sie komplett unspannend ist, denn wer würde auch nur an irgendeiner Stelle zweifeln, dass der richtige Franz in »dieser« Dimension bleibt, dass der falsche wieder verschwindet, und dass Raffke seine Ziele nicht erreicht? Das wäre alles kein allzu große Sache - das Ende kann man sich meistens denken -, wenn zwischendrin wenigstens ein paar Spannungsspitzen gesetzt worden wären. Aber wie gesagt: Die Idee selbst ist eigentlich ganz nett und unverbraucht, und für die dreißig Seiten war der Unterhaltungsfaktor trotzdem ganz in Ordnung. Am Ende entschieden sich drei unserer Mitarbeiter für die Scbulnote Drei, zwei gaben der Story eine Vier. So ergab sich summa summarum der Durchschnittswert 3,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz