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  Die Entenanalyse: Der große Wurf
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Vor wenigen Wochen betrachteten wir an dieser Stelle die sechs (längeren) Comics, die im 513. Lustigen Taschenbuch abgedruckt worden waren. Der Band, der dem neunzigsten Jubiläum des ersten Auftritts von Micky Maus gewidmet war, erwies sich als eines der besten Lustigen Taschenbücher der vergangenen Jahre. Ihr könnt die Zusammenfassung unserer damaligen Beiträge nach wie vor an dieser Stelle nachlesen. Am 4. Dezember ist nun ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen. Es trägt die laufende Nummer 514 und heißt »Der große Wurf«, und die Titelgeschichte haben wir dieser Tage durchgelesen.

Der große Wurf

Zumeist wird bekanntlich nur eine einzige Geschichte extra für ein neues Lustiges Taschenbuch und seine anderen europäischen Pendants geschrieben, während der Rest der Bücher mit ausgewählten Comics aus dem italienischen Magazin »Topolino« aufgefüllt wird. Dieses Mal wurde eine Ausnahme gemacht, gleich zwei ganz neue Comics sind enthalten. »Der große Wurf« ist einer davon, er wurde im Laufe dieses Jahres von Gorm Transgaard geschrieben und von Andrea Ferraris gezeichnet. Der dreißig Seiten lange Dreireiher hieß ursprünglich »A Simple Task«, zu Deutsch also »Eine einfache Aufgabe«.

Worum geht es?

Unmittelbar nachdem Donald im Fernsehen sieht, dass sein alter Schulfreund Rex Triffnix bei der Darts-Weltmeisterschaft mitspielt und nichts trifft, wird er von diesem angerufen und gebeten, in sein Haus zu gehen, seine Glücksdarts aus dem Safe zu holen und nach England zu bringen. Einen Tag später sitzen Donald und die Kinder in der ersten Klasse eines Flugzeugs, das gen Großbritannien abhebt.

Spoiler

Die Ducks kommen in einem edlen Hotel unter, dessen Mitarbeiter ihre Unterhaltungen missverstehen, sie für Schmuggler halten und bei der Polizei anzeigen. Als die vier verhaftet werden, wird gerade ein anderer Schmuggler namens Boris mangels Beweisen freigelassen. Er belauscht die Vorwürfe der Polizei und hält Donald daraufhin für den Unterhändler Luigi, der in London auftauchen und »ein paar Bestellungen abarbeiten« sollte. Kurzerhand beschließt die Bande des Gangsters, Donald und die Kinder aus dem Gefängnis zu holen, was ihnen - getarnt als Handwerker - gelingt. Bei den Verbrechern angelangt, spielt Donald die Rolle von Luigi, wird jedoch dort trotzdem erst einmal in eine weitere Zelle gesteckt, da seine Identität noch überprüft werden muss. Mittels der Dartpfeile von Rex Triffnix gelingt es, die Zellentür zu öffnen. In der Freiheit angelangt, bringt Donald die Polizei und die Bande an einem Platz zusammen, so dass die Schufte verhaftet werden können. Anschließend liefert Donald die drei Dartpfeile bei Rex Triffnix ab, der sofort wieder zurück auf die Erfolgsspur findet.

Die Einschätzung

Das vorausgegangene Lustige Taschenbuch war so gut gewesen, dass es für Band 514 schwer werden wird, da mitzuhalten. Der Auftakt war schon mal »solala« und gewiss kein Comic, den man unbedingt gelesen haben muss. Da das PDC World Darts Championship in wenigen Tagen ausgekämpft werden wird und die andere Darts-Weltmeisterschaft im Januar folgen wird, passt die Story natürlich zum tagesaktuellen Geschehen, wenngleich wir nicht sicher sind, wie sehr sich Fans des Dartsports und Fans von Entencomics miteinander überschneiden. Zumindest ist es nachvollziehbar, dass sich das Lustige Taschenbuch dem Sport widmet, denn schließlich steht er immer stärker im Rampenlicht und generiert immer höhere Einschaltquoten. Und immerhin ist es überraschender, im Dezember-Band mit Darts einzusteigen als mit einem Weihnachtscomic. Die Story selbst war halt nur leider irgendwie nicht das Gelbe vom Ei. Da wird aus dem Nichts ein neuer extrem guter Kumpel von Donald herbeigezaubert, der ihm ohne weiteres Zugang zu seinem Haus gewährt. Da lässt ein Dartspieler seine elementar wichtigen Pfeile einfach mal daheim liegen und fängt bei der Weltmiesterschaft trotzdem schon mal an, ehe er sie sich bringen lässt. Da verschweigen Donald und die Kinder gegenüber der Polizei einfach mal grundlos, was tatsächlich Sache ist, obwohl diese sie inhaftiert. Da lassen sich Donald und die Kinder einfach mal aus dem Gefängnis holen, obwohl das nun wirklich ein kapitales Verbrechen ist, ob schuldig oder nicht. Und so weiter, und so fort. Kurzum: Kein guter Einstieg in das neue Lustige Taschenbuch. Einer unserer Mitarbeiter bewertete »Der große Wurf« mit der Note Drei, und jeweils zweimal wurden die Noten Vier und Fünf vergeben. So kam am Ende der Durchschnittswert 4,2 zustande, was schlechter ist als jeder einzelne Comic aus dem 513. Lustigen Taschenbuch.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz