Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
47.213 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »janna973«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Der Futoromat
Werbung:
Leider hat das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 557, das »Spaß im Looping« heißt und seit Ende März im Handel ist, mit seinen beiden Auftaktcomics unsere fünf Testleser noch nicht sonderlich überzeugt. Die zuletzt thematisierte Geschichte »Das Weltaurant« war dabei eine noch größere Enttäuschung als der Titelcomic. Im Grunde genommen wurde dabei vergessen, eine richtige Story zu erzählen, und die vermeintliche neueste Episode in der geschäftlichen Rivalität von Dagobert Duck und Klaas Klever blieb ein laues Lüftchen ... zumal Klever es darin eigentlich gar nicht verdient hatte, schon wieder zu verlieren. Unsere Besprechung findet ihr an dieser Stelle. Eure Abstimmung (Schulnote 4,46) fiel ähnlich kritisch aus wie unsere Bewertung (4,6). Mit einem Blick in die Zukunft geht es nun weiter.

Der Futoromat

26 Seiten umfasst dieser Micky-Maus- und Kater-Karlo-Dreireiher. Er ist etwas mehr als zwei Jahre alt, die Erstveröffentlichung im italienischen »Topolino«-Magazin erfolgte am 26. Februar des Jahres 2020. Damals trug die von Gabriele Mazzoleni ersonnene und von Maurizio Amendola gezeichnete Geschichte den Titel »Topolino e i colpi che verranno«, den man mit »Micky Maus und die zukünftigen Coups« übersetzen kann.

Worum geht es?

Da der Eulenrichter Kater Karlo »nicht mehr ertragen« kann, hat er ihn zu Hausarrest statt Gefängnis verurteilt ... mit welcher Logik auch immer er ihn dann weniger ertragen muss. Kommissar Hunter, Inspektor Issel und Micky Maus trauen dem anschließend eintretenden Frieden nicht und statten Karlo einen Hausbesuch ab, finden jedoch nichts, was sie ihm anlasten könnten. Unverrichteter Dinge begibt sich Micky daraufhin mit Minnie zur Kirmes. Dort geschehen merkwürdige Dinge.

Spoiler

Im Park befindet sich eine »Zeitmaschine«, die den Entenhausenern für einen Taler die Zukunft vorhersagt. Nachdem Minnie Maus vorausgesagt wird, dass ihr ein Herz geschenkt werden würde und sie tatsächlich einen herzförmigen Luftballon erhält, reagiert Micky irritiert, glaubt aber nicht an die Fähigkeiten des Geräts. Ihm selbst wird vorhergesagt, wo man einen Gangster namens »Luchs« finden kann. Nachdem eben jener Luchs ein Juweliergeschäft überfällt, gelingt es Micky und den Polizisten, ihn auf Basis der Vorhersage dingfest zu machen. Einen Handtaschendieb, zwei Schiffseinbrecher und ein verbrecherischer Verkleidungskünstler werden auf die gleiche Weise hopsgenommen. Der Futuromat sagt im nächsten Schritt voraus, dass viele Ganoven gleichzeitig in einem Lagerhaus zu finden seien und alle Polizisten der Stadt nötig wären, sie zu verhaften. Micky und der ganze Polizeiapparat fahren zum Lagerhaus. Darin finden sie niemanden, stattdessen werden sie von Kater Karlo darin eingesperrt. Der will anschließend das städtische Museum überfallen ... doch Micky, Hunter und Issel sind zur Stelle, um ihn zu schnappen. Der Micky im Lagerhaus war gar nicht Micky, sondern der Verkleidungskünstler, der sich inzwischen bereiterklärt hat, mit der Polizei zu kooperieren. Micky hatte Lunte gerochen: Im Museum ist Schmuck der Etrusker ausgestellt, und in Karlos Haus hatte er Bücher über die Etrusker gesehen, obwohl klar war, dass Karlo unter normalen Umständen nie Bücher lesen würde. Der »Futuromat« war von Karlos Helfershelfer Schniefke mit per WLAN mit Vorhersagen gefüttert worden, mit denen er Micky erst glauben machen sollte, dass der Apparat funktioniert, um ihn dann im entscheidenden Moment dann auf die falsche Fährte zu locken. Zum Abschluss wird Karlo einmal mehr dem entsetzten Eulenrichter vorgeführt.

Die Einschätzung

Der Titel der Geschichte stammt vermutlich aus der gleichen Namenshölle, in der auch »Das Weltaurant« entstanden ist. Glücklicherweise entstammt der Rest des Ganzen nicht der gleichen Storyschmiede, denn die Qualität des Ganzen ist deutlich besser. Auf welcher Basis der Eulenrichter seine Richtsprüche fällt, ist zwar etwas zweifelhaft, ebenso die Tatsache, dass sich Micky Maus anfangs ganz schön schnell von der Funktionalität eines vollkommen irrationalen Geräts überzeugen lässt, aber man kann mit Fug und Recht sagen, dass die daraus resultierende Geschichte kreative Ansätze hat und durch die Nutzung von WLAN durch die Gangster auch einen anständigen zeitgemäßen Anspruch (und eine halbwegs glaubwürdige Erklärung) bekommen hat. Nebenher funktionieren auch die gleichen Details am Rande, etwa die Inszenesetzung von Inspektor Issel. Was man dem Comic anlasten kann, ist die Kürze seines Höhepunkts, denn der eigentliche Coup, den Kater Karlo nach all dem Vorgeplänkel und der Vorarbeit durchzieht, ist ganz schön schnell wieder ad acta gelegt. Dadurch hat man das Gefühl, dass hier zwar einiges an Fahrt aufgenommen wurde, jedoch vergessen wurde, in einen höheren Gang zu schalten. Dennoch: Vergleicht man den »Futuromat« mit den beiden vorausgegangenen Comics, ist er definitiv ein Schritt in die Richtung gewesen. Eine Mitarbeiterin vergab die Note Zwei, und jeweils zwei unserer Testleser entschieden sich für die Noten Drei und Vier. Damit landeten wir im Schnitt bei der Schulnote 3,2.


Wie fandet ihr "Der Futoromat"?
1
 
 151 (35,6%)
Schulnote 4
2
 
 98 (23,1%)
Schulnote 3
3
 
 68 (16,0%)
Schulnote 5
4
 
 52 (12,3%)
Schulnote 1
5
 
 31 (7,3%)
Schulnote 2
6
 
 24 (5,7%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 424 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz