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  Die Entenanalyse: Der Fluch der Hexe
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Vor wenigen Wochen haben wir das 537. Lustige Taschenbuch von fünf Mitarbeitern unserer Webseite, die dafür eigentlich schon viel zu alt sind, Comic für Comic durchlesen lassen. Was sie zu dem damaligen Band zu sagen hatten, könnt ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen. Am 13. Oktober ist nun ein neuer Band erschienen, und wir haben unser Quintett auch darauf angesetzt. Der Titel des Buchs ist »Der Fluch der Hexe«, und mit der Titelgeschichte haben wir losgelegt.

Der Fluch der Hexe

Hierbei handelt es sich um die einzige Geschichte im neuen Lustigen Taschenbuch, für die kein Comic aus dem italienischen Magazin »Topolino« recycelt wurde, sondern um eine, die in diesem Buch - und in seinen anderen europäischen Äquivalenten - erstmals veröffentlicht wurde. Dennoch hat »Der Fluch der Hexe« auch schon zwei Jahre auf dem Buckel: Der Comic wurde 2018 von Peter Snejbjerg geschrieben, für die Zeichnungen war Massimo Fecchi zuständig. Der Dreireiher (der auch zwei zweireihige und zwei vierreihige Seiten enthält) ist dreißig Seiten lang.

Worum geht es?

Donald ist wütend, weil seine Neffen selbst das Spielzeug noch immer überall herumstehen lassen, das sie nun schon jahrelang nicht mehr benutzen, weil sie dafür zu groß sind. Er geht zum Einkaufen und erwartet von ihnen, dass sie bis zu seiner Rückkehr die Gegenstände aussortiert haben, die sie nicht mehr brauchen. Ehe er zurück ist, taucht ein gehetzte Dagobert Duck auf, der in Sorge ist, weil Gundel Gaukeley in der Stadt ist. Diese hat eigentlich vor, die Kinder zu entführen, um Dagobert zu erpressen, und hat zu diesem Zweck Donalds Haus observiert. Nachdem nun aber auch Dagobert vor Ort ist, schrumpft sie sich kurzerhand mittels eines Zauberspruches auf Daumengröße zusammen und klettert durchs Fenster hinein. Als die Ducks sie bemerken, zaubert sie Dagobert und die Kinder kurzerhand auch auf ihre Größe.

Spoiler

Mit Hilfe eines Spielzeug-Lassos können die Ducks Gundel schnappen, doch da eine große Spinne auf sie zuhält, müssen sie die Hexe gleich wieder freigeben und sich gegen das Tier verteidigen. Dann begeben sie sich auf die Suche nach Dagoberts Glückszehner, denn diesen hatte der reichste Erpel der Welt bei sich, als er zu Donalds Haus gekommen war, und nun liegt er irgendwo im Haus herum, da er nicht mit ihnen zusammen geschrumpft wurde. Sie erblicken ihn unter einem Sofa, verfangen sich jedoch in einem Spinnnnetz, ehe sie ihn erreichen. Gundel hat inzwischen die Spinne unterworfen und nutzt sie als Reittier. Während die Ducks festsitzen, schnappt sie sich den Zehner. Nach Donalds Rückkehr entgleitet ihr das Geldstück, woraufhin die Ducks es an sich nehmen und sich in einer Spielzeugburg verschanzen, um es vor den Angriffen von Gundel und ihrer Spinne zu verteidigen. Das funktioniert so lange, bis Donald die Burg aus dem Haus schafft, denn er ist inzwischen dazu übergegangen, das alte Spielzeug seiner Neffen zu entrümpeln. Im Garten nimmt die Hexe das Geldstück wieder an sich. Fortan versuchen Dagobert und die Kinder die Hexe von einem Spielzeugflugzeug aus anzugreifen, doch Gundel wird von ihrem Raben Nimmermehr verteidigt. Ein weiterer Versuch der Ducks wird gestoppt, da die Hexe Grashüpfer und Tausendfüßler auf sie hetzt. Der nach wie vor entrümpelnde Donald tritt inzwischen versehentlich auf den geschrumpften Zauberstab Gundels, der nach wie vor im Haus herumlag. Der Stab zerbricht, woraufhin Dagobert, die Kinder und Gundel wieder groß werden. Gundel hatte sich zu dem Zeitpunkt gerade unter einem Eimer versteckt, und so bleibt das Gefäß auf ihrem Kopf stecken, als der Zauberspruch aufgelöst wird. Dagobert nmmt seinen Glückszehner wieder an sich, während Gundel den Eimer nicht mehr vom Kopf bekommt und konfus durch Entenhausen wankt. Die Kinder entscheiden sich indessen dafür, all ihre Spielsachen zu behalten, da sie in den letzten Stunden ihren Wert erkannt haben.

Die Einschätzung

Dass die Ducks in dieser Geschichte geschrumpft werden, ist ein Motiv, das nun wirklich ständig in Disney-Geschichten vorkommt - manchmal als gezielte Handlung im Auftrage Dagobert Ducks, manchmal als Missgeschick, und manchmal eben in Folge eines Zauberspruchs. Natürlich kommen einige Elemente in diesen Storys immer wieder aufs Neue vor, unter anderem die Konfrontation mit Wesen, die nun plötzlich viel größer als die Ducks sind, oder auch die Frage, wie man am Ende wieder zur alten Gestalt zurückfindet. Daher ließ sich schon im Schrumpfungsmoment - also im Übergang von der fünften zur sechsten Seite des Comics - vorhersehen, was den Leser im restlichen Verlauf erwarten würde. Was aber auch nicht zwingend etwas Schlimmes sein muss, denn immerhin leben die Disney-Comics nicht von einem übermäßig großen Überraschungsfaktor. Hier blieb durchaus auch Platz für einige kreative Ideen, etwa der Einsatz von Spielzeugen zur Verteidigung gegen Gundel Gaukeley, so dass es nicht langweilig wurde. Was ein wenig fehlte, waren ein paar Sprechblasen mit Aussagen, die auf der Meta-Ebene an ältere Leser gerichtet waren, oder anders gesagt: Das fühlte sich wie eine Story an, die gezielt an die jüngsten Leser des Lustigen Taschenbuchs gerichtet war. So richtig spannend ist die Konfrontation mit einer großen Spinne eben nicht mehr, wenn man das Prinzip schon x-mal gelesen hat. Am Ende bewerteten drei unserer Mitarbeiter die Geschichte mit der Schulnote Drei, und jeweils einmal wurden die Vier und die Fünf vergeben, so dass summa summarum der Durchschnittswert 3,6 zu Buche stand. Damit ist das neue Lustige Taschenbuch immerhin deutlich besser gestartet als das vorausgegangene, denn dessen Titelstory »313 neue Nachrichten ... und eine neue App« war wirklich unterirdisch gewesen, wie wir an dieser Stelle berichtet hatten. Großer Raum nach oben ist aber trotzdem vorhanden.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz