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  Die Entenanalyse: Der falsche Neffe
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Endspurt ist angesagt: Noch ein Comic, dann haben wir das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 521, das seit dem 18. Juni im Handel ist und »50 Jahre Phantomias« heißt, hinter uns gebracht. Zuletzt haben wir hier die Geschichte »Die sieben Sande von Cibola« thematisiert, bei der es sich um ein Remake oder eine Hommage an »Die sieben Städte von Cibola« von Carl Barks handelte. Eine wirklich herausragende Story, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Zum Abschluss des Phantomias-Jubiläumsromans folgte nun noch ein weiterer Phantomias-Comic.

Der falsche Neffe

Rund vier Jahre ist diese Geschichte alt: Sie wurde am 1. September des Jahres 2015 im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt und hieß damals »Paperinik e il nipote ribelle«, was man mit »Donald Duck und der rebellische Neffe« übersetzen kann. Der 33 Seiten lange Dreireiher wurde von Marco Bosco ersonnen und von Lorenzo De Pretto in Bilder gegossen.

Worum geht es?

Dagobert Duck erhält Besuch von der mexikanischen Milliardärin Dolores de Dolares y Pesetas, die Leser des Lustigen Taschenbuchs bereits aus den Geschichten »Ein Held macht Kasse« (Nummer 411) und »Alles für den Hund« (Nummer 437) kennen. Die beiden wollen über den Verkauf der »Duck-Schuh GmbH« verhandeln. Die Doña hat ihren Neffen Diego dabei, der augenscheinlich ziemlich starke antikapitalistische Tendenzen hat. Er möchte die Gelegenheit nutzen, Entenhausens normale Bürger kennenzulernen, und so gibt ihm Dagobert Donald an die Hand.

Spoiler

In Donalds Haus kritisiert Diego nahezu alles, was er sieht. Was er und Donald nicht wissen: Der mexikanische Ableger der Panzerknacker-Bande belauscht sie und bereitet eine Entführung Diegos vor, um Geld von der Doña zu erpressen. Tags darauf ist Diegos Bett tatsächlich leer, und nur noch ein Erpresserbrief ist zu finden. Da Donald Angst hat, dass Dagobert ihm das Verschwinden seines Schützlings vorwefen könnte, übernimmt er dessen Rolle beim anstehenden Mittagessen mit der Doña. Dazu nutzt er den »Memomaskerator«, den Daniel Düsentrieb für Phantomias konstruiert hat und der anhand eines Fotos eine lebensechte Diego-Maske erzeugt. Es gelingt, die Doña zu täuschen. Nach dem Essen wird er von den Entenhausener Panzerknackern entdeckt. Diese gehen davon aus, dass ihren mexikanischen Kollegen ein Missgeschick bei ihrem eigenen Entführungsversuch geschehen ist, und so nehmen sie den verkleideten Donald kurzerhand gefangen. In seinem Kerker legt Donald die Maske ab, zieht stattdessen das Phantomias-Kostüm über und bringt die Panzerknacker zur Strecke. Von ihnen erfährt er, wo sich die mexikanischen Ganoven verstecken. Auch diese werden überwältigt, doch Diego ist nicht bei ihnen. Tatsächlich war Diego schon weg, als sie versucht hatten, ihn zu entführen: Er wollte lediglich eine Weile allein durch die Stadt streifen. Am Ende kommen Diego und Donald rechtzeitig an der Duck'schen Schuhfabrik an, als die Doña und Dagobert gerade den Verkauf über die Bühne bringen wollen. Da die Fabrik Luxusschuhe herstellt und Diego Luxus hasst, bringt er die Doña dazu, den Verkauf abzublasen. So kommt es, dass Dagobert am Ende Donald wütend hinterherjagt, weil er derjenige war, der Diego noch rechtzeitig hergebracht hatte.

Die Einschätzung

Womöglich waren wir nach der starken Geschichte über die sieben Sande von Cibola friedlich gestimmt, denn wir empfanden die Story über den falschen Neffen deutlich besser, als es beispielsweise die User von I.N.D.U.C.K.S. tun, laut deren Wertungen er zum schlechtesten Fünftel aller existierenden Disney-Comics zählt. Sicher, überragend ist die Story nicht, und Phantomias hat durchaus schon den ein oder anderen spannenderen Einsatz absolviert, aber letztlich war es dann doch ein ordentlicher Rausschmeißer aus diesem Lustigen Taschenbuch. Die Story ist überraschend und wendungsreich, behandelt tatsächliche gesellschaftspolitische Themen, und einige Gags wissen durchaus zu zünden. Allenfalls über Dagoberts cholerische Abschlussreaktion auf Donald kann man streiten. Außerdem ist den Machern des Comics mit Diego eine ziemlich gute Figur gelungen, die durch ihre Mischung aus eigentlich sehr guten Prinzipien mit einem anstrengenden und oberlehrerhaften Stil sicherlich von einigen real existierenden Personen inspiriert wurde und in dieser Form (unseres Wissens nach) im Duck-Universum recht einzigartig ist. Leider blieb es bei diesem einzigen Auftritt von »Felipe de Doblon y Pesetas«, wie Diego im Original heißt, während es inzwischen schon fünf Story mit Beteiligung der Doña gibt. Letztendlich entschied sich ein Mitarbeiter unserer Seite für die Note Zwei, während es vom Rest eine Drei gab, und so landeten wir hier summa summarum beim zufriedenstellenden Durchschnittswert 2,8.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz