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  Die Entenanalyse: Der Fall Villa Girlanda
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Am 21. Juni ist mit »Ab an den Strand!« das erste sommerliche Lustige Taschenbuch des Jahres erschienen, nämlich die Nummer 560. Wir lassen es von fünf Testlesern durchschmökern und haben kürzlich mit dem »Strandraub« begonnen, einer absurden Geschichte, die sich ihrer Absurdität bewusst war, allerdings nur durchschnittlich zu gefallen wusste. Ihr findet unsere Besprechung an dieser Stelle. Bei eurer Abstimmung schneidet der Comic mit der bisher im Schnitt erreichten Schulnote 3,72 ähnlich ab wie bei unseren Testlesern (3,6). Nun geht es mit Detektiv Micky Maus weiter.

Der Fall Villa Girlanda

... mit einer erfreulich langen Maus-Geschichte wohlgemerkt, denn sie umfasst 41 Seiten. Sie erschien ursprünglich am 10. und 17. Februar des Jahres 2021 in zwei Teilen im italienischen Magazin »Topolino«. Hierzulande wurde sie in ein- und demselben Band abgedruckt, allerdings wird sie von einem anderen Comic unterbrochen. Der Originaltitel lautete »Topolino e lo strano caso di Villa Ghirlanda«, was man mit »Micky Maus und der seltsame Fall der Villa Girlanda« übersetzen kann. Während es im Original keine Untertitel der beiden Parts gab, wurden sie im Lustigen Taschenbuch mit »Prunk und Porzellan« und »Formeln und Finten« bezeichnet. Der Comic wurde von Blasco Pisapia erschaffen und auch selbst gezeichnet.

Worum geht es?

Im Polizeipräsidium erfährt Micky Maus, dass Inspektor Issel aufgrund eines Fehltritts in die Provinz versetzt wurde. Seinen Platz nimmt nun ein unsympathischer neuer Inspektor namens Dreister ein. Dieser macht sich von Anfang an über Micky lustig. Der hat allerdings ohnehin andere Sorgen: Er ist gemeinsam mit Minnie (und diversen anderen Gästen) zu deren Freundin Elsa Emalda eingeladen worden, die aus einer Dynastie von Emaille-Unternehmern stammt. Ihre pompöse Villa ist voller Keramikstatuetten. Während des Abendessens ertönt ein Schrei. Micky und die anderen stoßen auf die ohnmächtige Elsa, und neben ihr liegt eine leere Schmuckschatulle.

Spoiler

Zunächst weiß man nicht viel mehr als die genaue Tatzeit, die ermittelt werden kann, da Elsas Uhr bei ihrem Sturz zu Bruch gegangen und stehengeblieben ist. Nach und nach werden die anderen Personen, die sich im Haus befinden, von der Polizei - unter anderem von Kommissar Hunter und Inspektor Dreister - befragt. Alle haben gute Alibis. Micky bemerkt, dass es einen Beobachter aus dem Garten der Villa gibt. Es handelt sich um Inspektor Issel, der von dem Überfall Wind bekommen hat und selbst den Täter finden möchte, um eine neue Chance im Entenhausener Polizeipräsidium zu bekommen. Dreister macht sich über Issels Versuche und Vermutungen lustig. Issels Hauptverdächtige - Salome Schlickerguss, eine junge Dame aus der Unternehmerfamilie - hat ein wasserdichtes Alibi: Es gibt dreißig Zeugen, die sie zur Tatzeit bei einer Feier gesehen haben. Micky entdeckt indessen in Elsas Zimmer, dass nicht nur Schmuck geraubt wurde, sondern dass auch eine Porzellanfigurine fehlt. Nach einigen Stunden scheinen alle Ermittlungsversuche fehlgeschlagen. Wieder daheim, grübeln Micky und Minnie erfolglos weiter nach. Als Mickie gehen möchte, erinnert Minnie ihn an einen Termin am Folgetag und empfiehlt ihm, seine Uhr vorzustellen, damit er nicht zu spät kommt. Das ist der entscheidende Hinweis für Micky: Die Zeit, die Elsas Uhr anzeigte, ist falsch. Der Täter hat sie vorgestellt, um die Tatzeit zu verschleiern und sich ein Alibi zu verschaffen. Damit entpuppt sich Salome Schlickerguss tatsächlich als die Täterin. Als Micky zurück zur Villa fährt und alles aufklären will, ist Inspektor Issel bereits vor Ort und scheint zu den gleichen Schlüssen gekommen zu sein. Es zeigt sich, dass die Täterin an die Figurine kommen wollte, da sie darin die geheime Emaille-Formel der Familie vermutete, um sie zu verkaufen und damit die horrenden Schulden der Dynastie auszugleichen. Tatsächlich befand sich die Formel jedoch an einem anderen Platz. Da Issel den Fall gelöst hat, darf er zurück ins Präsidium. Heimlich bedankt sich Issel bei Micky, dass er ihn mit Handynachrichten auf die richtige Fährte gelenkt hat. Das hat Micky jedoch gar nicht. Stattdessen war es Inspektor Dreister gewesen, der auf die richtige Lösung gekommen war. Nachdem Dreister ein missverständliches Sprachsignal ausgesprochen hatte, hatte die Spracheingabe seines Handys jedoch seine Notizen an Issel weitergeleitet. Dreister wirkt gefasst und beschließt, es den anderen dann eben beim nächsten Mal zu beweisen, wie überlegen er ihnen ist.

Die Einschätzung

Eine Sache war von Anfang an supoptimal bei der Auswahl dieser Geschichte: Es handelt sich um das Debüt der Figur des Inspektor Dreister (der im Original »Ispettore Irk« heißt) und spielt am Ende darauf an, dass es sich um den Start einer Serie handelt, in welcher der zwielichtige neue Polizeimitarbeiter immer wieder auftauchen soll. Das Dumme ist nur: Obwohl der Comic schon vor anderthalb Jahren im »Topolino«-Magazin veröffentlicht wurde, kam bisher nichts nach, so dass es sich bei der Serie womöglich um eine Totgeburt handelt.

Sieht man einmal davon ab, ist »Der Fall Villa Girlanda« allerdings ein durchaus ordentlicher Comic. Dreister könnte tatsächlich eine interessante Figur sein, da er die Atmosphäre im Polizeipräsidium und damit auch die von Mickys Ermittlungsarbeit allein durch seine Anwesenheit grundlegend ändert und ihr damit frischen Wind einhaucht. Der Fall selbst ist dank der verschiedenen potenziellen Täter ebenfalls interessant, denn hier wird endlich mal darauf verzichtet, den Leser mit der Brechstange darauf zu stoßen, auf was es hinausläuft. Der Kniff mit der versehentlichen Übertragung durch die Eingabehilfe von Dreisters Handy ist auch kreativ und eine noch unverbrauchte Idee. Was uns indessen nicht so recht zugesagt hat, ist der Zeichenstil. Der legt zwar viel Wert auf Details & Co., doch irgendwie wirkt er nicht so recht wie ein Disney-Comic, sondern wie eine stilistische Vermischung mit einem beliebigen No-Name-Comic. Nichtsdestotrotz: Unterhaltsam war »Der Fall Villa Girlanda« allemal. Drei Mitarbeiter honorierten dies mit der Note Zwei, vom Rest gab es die Schulnote Drei. Dadurch ergab sich die Duchschnittszensur 2,4.


Wie fandet ihr "Der Fall Villa Girlanda"?
1
 
 221 (54,4%)
Schulnote 2
2
 
 61 (15,0%)
Schulnote 1
3
 
 52 (12,8%)
Schulnote 3
4
 
 31 (7,6%)
Schulnote 4
5
 
 22 (5,4%)
Schulnote 5
6
 
 19 (4,7%)
Schulnote 6
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz