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  Die Entenanalyse: Der Fall "Inspektor Mausetti"
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Derzeit wühlen sich fünf Mitarbeiter unserer Seite, die dafür eigentlich schon viel zu alt sind, für euch durch die Comics im 502. Lustigen Taschenbuch. Die beiden ersten Geschichten waren erfreulich gut, unsere Besprechung zur Story über den »Wohnbertrüger« findet ihr durch einen Klick hier. Die dritte Geschichte versprach für eine Webseite wie die unsere sogar besonders spannend zu werden, denn das, was darin erzählt wird, ist eine (sehr grobe) Anlehnung an die Verfilmungen der Kurt-Wallander-Romane von Henning Mankell ... zumindest in der deutschen Übersetzung. Ob sich der ursprüngliche Comic auch darauf bezog, ließ sich für uns leider nicht überprüfen.

Der Fall »Inspektor Mausetti«

Ursprünglich wurde die Geschichte vom italienischen Comicautor und -zeichner Casty alias Andrea Casty Castellan entworfen und gestaltet. Der 38 Seiten lange Dreireiher erschien am 4. November 2014 unter dem Titel »Topolino e i casi dell'ispettore Bonton« in der damaligen Ausgabe des italienischen Magazins »Topolino«. Zu Deutsch bedeutete der Originalname der Geschichte »Micky Maus und Inspektor Bontons Fälle«. Hierzulande wurde die Story im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 502 veröffentlicht, das mit »Gefahr auf hoher See« überschrieben war und ab dem 2. Januar 2018 im Zeitschriftenhandel und online erhältlich war.

Worum geht es?

Micky Maus und all seine Freunde begeistern sich für eine Fernseh-Krimireihe, in der ein Inspektor namens Mausetti Fälle löst. Da der Autor der Buchvorlagen - Henri Wankell - seit einem Flugzeugabsturz verschollen ist, kann die Reihe jedoch eigentlich nicht mehr fortgesetzt werden. Der Produzent der Serie ruft daraufhin die Zuschauer dazu auf, eigene Storyideen zu entwerfen und sie im Sender vorbeizubringen. Die besten Einfälle sollen als neue Folgen verfilmt werden. Goofy, Minnie, Rudi Ross & Co. ermuntern daraufhin Micky, mit einem seiner Manuskripte beim Sender vorstellig zu werden.

Spoiler

Beim Vorsprechen taucht auch Mickys Rivale Mortimer Maus auf, der die Serie eigentlich gar nicht kennt und vor Ort ein paar alberne Ideen zu Papier bringt. Mickys Manuskript findet Gefallen, dank jeder Menge Einschmeichlungskunst schafft es jedoch auch Mortimer, als Autor angenommen zu werden. Mortimer ergänzt Mickys gute Storyideen in der Folge durch lächerliche Dialoge, die jedoch beim Publikum gut ankommen. Nachdem Mortimers Ideen immer verrückter werden, steigt Micky als Autor aus. Da Mortimer immer wieder die gleichen Gags recycelt, schaltet die erwachsene Zuschauerschaft nach und nach ab, während sich immer mehr Kinder für die aberwitzigen Folgen begeistern können. Weit weniger begeistert ist der Darsteller des Inspektor Mausetti, der alsbald keine Lust mehr auf die Rolle hat. Kurzerhand wird er durch Mortimer höchstpersönlich ersetzt. Micky hat daraufhin die Nase voll und beschließt, nach Henri Wankell zu suchen. Der Mausetti-Darsteller reist mit ihm mit. Die Spurensuche ergibt schnell, dass bei dem angeblichen Flugzeugabsturz nicht alles koscher zuging. Tatsächlich findet Micky heraus, dass alles nur inszeniert war. Der Mausetti-Darsteller, der Regisseur und Wankell selbst hatten den Autor verschwinden lassen, da dieser nach zwanzig Jahren die Nase voll von neuen Mausetti-Storys hatte und lieber Indiana-Jones-artige Bücher schreiben wollte, die Sponsoren ihn aber aufgrund von Mausettis Werbewirksamkeit zwangen, immer weiter beim Altbewährten zu bleiben. Um zu demonstrieren, dass Wankells neue Ideen sehr gut beim Publikum ankommen würden, dreht Micky in der Folge gemeinsam mit seinen Freunden einen Internetfilm auf Basis eines Atlantis-Skripts des Autors. Dieses wird millionenfach angeklickt. Mortimers Mausetti-Episoden verkommen indessen zum Debakel, da die inzwischen rein kindliche Zuschauerschaft für die Sponsoren der Serie vollkommen unpassend ist. Kurzerhand wird Mortimers Reihe mit einer Abschlussepisode in die erwigen Jagdgründe befördert, und Wankells neue Reihe erhält einen Fernsehvertrag.

Die Einschätzung

Natürlich hatte die Geschichte selbst wenig mit den Wallander-Kriminalfällen und mit Henning Mankell zu tun, denn diese dienten hier nur als eine Art »Kulisse«. Nichtsdestotrotz ist eine weitere ziemlich gute Geschichte als Ergebnis von Castys Ideen herausgekommen. Zwar haben wir hier schlussendlich ein weiteres Mal Micky Maus in seiner Dauerrolle als Ermittler, der schlichtweg alles herausfinden kann, doch wurde diese Rolle in eine frische und unverbrauchte Hülle gesteckt und bot dadurch jede Menge Unterhaltung. Natürlich ließ sich hier einiges vorhersehen, etwa dass der Autor im Laufe des Comics noch wiedergefunden werden würde und dass der vermeintliche Flugzeugabsturz nicht in der offensichtlichen Form stattgefunden hatte. Schlussendlich war es eine wirklich »runde« Geschichte, bei der sehr viele Einfälle auf 38 Seiten stimmig zusammengefügt wurden. Die humoristischen Momente saßen punktgenau, und auch zeichnerisch hatte das, was Casty hier zu Papier gebracht hat, Hand und Fuß. Schlussendlich gab eine unserer Mitarbeiterinnen dem »Fall Inspektor Mausetti« die Schulnote Eins, drei von uns gaben ihr eine Zwei, und einer eine Drei, was summa summarum die Durchschnittsnote 2,0 ergab. Damit konnte das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 502 auch nach rund 180 Seiten seine bis hierhin erfreulich hohe Qualität weiter halten.
Autorentags: Henning Mankell
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz