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  Die Entenanalyse: Der Dominanzstrahler
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Nachdem das Lustige Taschenbuch aus dem Dezember ziemlich schwach war, präsentierte sich der Auftakt des neuen Bandes ebenfalls ziemlich ernüchternd. Die zuletzt von uns gelesene Story »Ein komisches Quartett« war miserabel, wie ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. Weiter ging es im Band 515, der den Titel »Die Cyberbrille« trägt und seit dem 2. Januar im Handel ist, mit einer Donald-Duck-Geschichte.

Der Dominanzstrahler

Nach der vorausgegangenen anderthalb Jahrzehnte alten Geschichte handelt es sich bei »Der Dominanzstrahler« um eine vergleichsweise junge Story. Sie wurde am 6. September 2017 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Damals trug der 26 Seiten lange Dreireiher den Titel »Paperino e il raggio del dominio«, der im Grunde genommen das gleiche bedeutet wie der deutsche Titel. Enrico Faccini hatte die Idee zu der Geschichte und setzte sie auch selbst zeichnerisch um.

Worum geht es?

Donald bewirbt sich auf eine Stellenanzeige für den Posten eines Personenschützers. Der bullige Chef verlangt einen Nachweis für Donalds autoritäre Ausstrahlung: Er soll dem erstbesten Passanten seinen Willen aufzwingen. Dummerweise erweist sich dieser Passant als Gustav Gans, der natürlich nicht den Willen hat, auf Donald zu hören. Donald bekommt den Job also nicht, und so setzt er sich frustriert in ein Café. Dort wird ihm von einem Mann für hundert Mann ein »Dominanzstrahler« verkauft, mit dem man anderen Personen auf Knopfdruck den eigenen Willen aufzwingen kann. Donald zweifelt vor dem Kauf, wird jedoch überzeugt, indem der Verkäufer einem Geschäftsmann den Willen aufzwingt. Was er nicht weiß: Die beiden Männer haben gemeinsame Sache gemacht, das Gerät funktioniert nicht.

Spoiler

Einen ersten Versuch startet Donald bei seinen Neffen. Da diese schlechte Zeugnisse mit nach Hause gebracht haben und vorher entschieden haben, ihm vorzuspielen, brave Kinder zu sein, glaubt er, der Strahler hätte funktioniert. Anschließend probiert er es bei Daisy, die sich prompt bereiterklärt, ihn zum Fußball zu begleiten. Daisy hatte diese Entscheidung schon vorher getroffen, um Donald dafür zu belohnen, dass er sie tags zuvor zum Shoppen begleitet hatte. Dagobert soll sich verbeugen und tut dies tatsächlich, weil er sich nach einer Geldmünze bückt. Bei Gustav hingegen funktioniert es wieder nicht. Gustav baut das Gerät daraufhin auseinander und weist Donald nach, dass er hereingelegt wurde. Anschließend bietet er ihm an, ihm zu helfen, es den Gaunern heimzuzahlen. So kommt es, dass Donald zurück in das Café geht, in dem alles seinen Anfang genommen hatte. Er bedankt sich bei dem Verkäufer für das tolle Gerät. Als Gustav dazukommt, der sich als Stadtstreicher verkleidet hat, »zwingt« Donald ihn, ein Lotterielos zu kaufen, und Gustav gewinnt direkt eine Karibikreise. Donald wiederholt den Befehl, und dieses Mal gewinnt Gustav eine Südseereise. Der Ganove kauft das Gerät daraufhin für hundert Taler zurück. Donald geht also ohne Verlust aus der Angelegenheit heraus, Gustav hat die Sache zwei Urlaubsreisen eingebracht, und am Ende sieht man, dass der Chef des Personenschutzdienstes von seiner Frau herumkommandiert wird, dass seine Autorität also auch ihre Grenzen hat.

Die Einschätzung

Dieses Mal haben wir also eine Heile-Welt-Geschichte vorgesetzt bekommen, und das kann ab und zu ja auch mal ganz nett sein. Tatsächlich ist diese Geschichte um ein paar Klassen besser als das, was uns bisher in diesem Lustigen Taschenbuch vorgesetzt wurde. Gustav wird hier als netter Erpel präsentiert, der trotz der charakterlichen Defizite, die Donald eingangs an den Tag legt, immer noch genügend Gerechtigkeitssinn parat hat, um seine Dauerfehde mit seinem Vetter beiseite zu legen und sich mit ihm zu verbünden, was ihn tatsächlich enorm sympathisch rüberkommen lässt. Eigentlich gibt es an der Story nur ein einziges Manko, nämlich dass Donald und der Ganove schon gehörig dümmlich dargestellt werden, dass sie auf die Scharade des jeweils anderen einfach so hereinfallen, obwohl es ganz schön hinrissig ist, an ein solches Gerät zu glauben ... insbesondere dann, wenn man es (im Fall des Gangsters) zuvor selbst schon mal in den Händen gehalten hat. Aber das sollte man vermutlich nicht so ernst nehmen, denn immerhin tritt eine Donald-Duck-Story nicht mit dem Anspruch an, die Wirklichkeit 1:1 abzubilden ... das wäre mit sprechenden Enten eh nicht zu erklären. Hier zählt eigentlich nur eines: Man geht gut gestimmt aus der Geschichte heraus, und das ist etwas, was die ersten beiden Comics nicht geleistet hatten. So kam es, dass sich am Ende jeweils zwei unserer Mitarbeiter für die Noten Zwei und Drei entschieden, einmal wurde eine Vier vergeben. Summa summarum landete »Der Dominanzstrahler« damit beim Durchschnittswert 2,8.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz