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  Die Entenanalyse: Der digitale Dieb
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In den vergangenen Tagen haben wir hier die einzelnen Comics thematisiert, die im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 517 abgedruckt wurden. Dieses heißt »Gute Besserung« und ist seit dem 26. Februar zu bekommen. Zuletzt besprachen wir die Panzerknacker-Geschichte »Fiese Abzocke«, die sich als die bis hierhin beste Geschichte des Bandes herausgestellt hat. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ein Comic war noch übrig, den wir bis dato nicht thematisiert haben, und um diesen soll es nun gehen. Abermals stehen die Panzerknacker im Mittelpunkt.

Der digitale Dieb

Der Comic entstammt dem italienischen Phantomias-Magazin »Paperinik e altri supereroi« und wurde dort am 1. Februar 2000 erstmals abgedruckt. Es handelt sich um eine Internet-Story, und wenn man bedenkt, dass das Internet damals noch in den Kinderschuhen steckte und es zwischen 2000 und 2019 unfassbare Entwicklungen auf dem Gebiet gegeben hat, musste man befürchten, dass ein Rückgriff auf diese Geschichte nicht unbedingt die beste Idee sein würde. Geschrieben und gezeichnet wurde »Der digitale Dieb« von Emanuela Negrin und Lucio Leoni. Der damalige Titel lautete »Paperinik e l'inafferrabile L.A.D.R.O.«, was zu Deutsch »Phantomias und der schwer zu fassende D.I.E.B.« bedeutet.

Worum geht es?

Die Panzerknacker werden eines Nachts bei einem Einbruch von Phantomias auf frischer Tat ertappt und ins Kittchen gebracht. Beim folgenden Prozess erhalten sie überraschenderweise nur eine Bewährungsstrafe, da ihr digitales Vorstrafenregister leer ist und die ausgedruckte Version gerade in Flammen aufgegangen ist, weswegen sie vom Eulenrichter als unbescholtene Bürger betrachtet werden müssen. Nach ihrem Freispruch erfahren sie, dass ihr Vetter IQ dahintersteckt, und dieser verfolgt einen groß angelegten Plan.

Spoiler

I.Q. hat ein autonomes Programm - den D.I.E.B. (digitalinvasivelektronischer Beuterechner) - ins Internet gespeist. Dieses hat das Vorstrafenregister gelöscht und einen Kurzschluss im Archiv ausgelöst, wodurch es zu dem Brand gekommen ist. Im nächsten Schritt bringt das Programm Banken dazu, auf zahllosen Konten einen Kreuzer pro hundert Taler abzubuchen. Dies fällt laut IQ niemandem auf, und die Panzerknacker werden dadurch trotzdem reich. Tatsächlich schwimmen sie bald im Geld. Einem fällt die Sache trotzdem auf: Dagobert Duck. Mit Hilfe von Daniel Düsentrieb findet er heraus, dass die Ursache für die Fehlbuchungen im Internet zu suchen ist. Mittels einer neuen Erfindung von Düsentrieb wird Phantomias ins Internet verfrachtet, um sich umzuschauen, und er stößt auf die Schadsoftware. Jegliche Versuche, den D.I.E.B. zu bekämpfen, schlagen jedoch fehl. Einige Zeit später stellen die Panzerknacker trotzdem fest, dass ihr erbeutetes Geld wieder futsch ist: Der D.I.E.B. hat sich selbständig gemacht und saugt nun sämtliches Geld der Weltwirtschaft in die eigene Kasse. Um ihn zu stoppen, schicken die Panzerknacker einen Deaktivierungscode an Daniel Düsentrieb. Mit dessen Hilfe kann der D.I.E.B. von Phantomias lahmgelegt werden, und das Geld fließt zurück auf die Originalkonten. Da der Code 176-176-176-176-IQ lautet, erkennt Phantomias, wer die ganze Zeit dahintersteckte. Und da durch die Zerstörung des Programms nun auch wieder das Vorstrafenregister zurückgekehrt ist, wandern die Panzerknacker hinter schwedische Gardinen.

Die Einschätzung

Vor rund einem Jahr besprachen wir an dieser Stelle den Comic Am Ende des Regenbogens - Die Schlacht der Farben, der im 504. Lustigen Taschenbuch abgedruckt worden war. Auch dort reisten die Ducks mit Hilfe einer Düsentrieb'schen Erfindung ins Internet. Wir empfanden den damaligen Comic als hanebüchen, und die hier auffällig ähnlich funktionierende Reise ins digitale Netz fällt in die gleiche Kategorie. Was haben die Disney-Comicschreiber manchmal nur für eine merkwürdige Vorstellung vom Internet? An sich ist es ja eine ziemlich gute Idee, die Panzerknacker zu Cyberkriminellen zu machen, und in Anbetracht der Entwicklung der Zeit ist es sogar ein recht logischer Schritt. Selbst die Idee, sie mit Mikrotransaktionen vorgehen zu lassen, ist eine sehr gute. Doch die Art und Weise, in der Phantomias, Dagobert Duck und Daniel Düsentrieb dann dagegen ankämpfen, ist einfach so bizarr und an den Haaren herbeigezogen, dass jeder gute Ansatz im Keim erstickt wird. Selbst im Jahre 2000, als der Comic entstand, hätte man das eigentlich schon merken müssen. Daher haben wir hier zum Abschluss noch einmal einen Comic vorgesetzt bekommen, der uns mit einem Kopfschütteln zurückließ. Zwei unserer Mitarbeiterinnen bewerteten ihn mit der Note Vier, die anderen drei vergaben eine Fünf, so dass wir am Ende beim Durchschnittswert 4,6 landeten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz