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  Die Entenanalyse: Der A.u.t.o.m.a.t.
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Vor einer Woche erschien mit »Das Schlaue Buch in Gefahr« ein neues Lustiges Taschenbuch, nämlich die Nummer 518. Wir lassen es derzeit von einem Quintett an Mitarbeitern lesen und waren zuletzt beim »Wolkenkommando« angekommen, das sich - unserer Meinung nach - als viel zu abstrakt herausgestellt hatte. Ihr findet unsere Besprechung an dieser Stelle. Weiter ging es mit einer DoppelDuck-Geschichte ohne DoppelDuck, nämlich »In letzter Sekunde«. Diese hatte zwar einen kleinen interessanten Teilaspekt - sie spielte in Berlin -, war aber ansonsten völlig nichtssagend, so dass wir ganz froh sind, dass sie mit ihren sechs Seiten zu kurz für unsere Zehn-Seiten-Mindestgrenze gewesen ist, unter der wir Comics an dieser Stelle nicht näher thematisieren. Bei uns geht es stattdessen mit Daniel Düsentrieb weiter.

Der A.u.t.o.m.a.t.

Auch dieser Comic ist - wie schon »Das Wolkenkommando« vor ihm - etwa zwei Jahre alt. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 31. Mai des Jahres 2017 im italienischen Wochenmagazin »Topolino«. Der achtzehn Seiten lange Dreireiher wurde von Pietro Zemelo erdacht und von Libero Ermetti zu Papier gebracht. Der Originaltitel lautete »Archimede e il caos del tr.an.qu.il.lo.«, zu Deutsch »Daniel Düsentrieb und das von S.T.I.L.L.E. erzeugte Chaos«.

Worum geht es?

Tick, Trick und Track stellen Herrn Düsentrieb einen Besucher vor: Akioto, ein asiatischer Pfadfinder. Er spricht (fast) nur seine eigene Sprache, was Düsentrieb auf eine Idee bringt: Er baut einen automatischen Übersetzungshelm, dessen Träger automatisch in der Sprache des Zuhörers redet. Leider übersieht er dabei eine lose Mutter.

Spoiler

Düsentrieb probiert das Gerät an sich selbst aus, ehe er es den Kindern gibt. Fortan umschwirren seltsame Wellen seinen Kopf. Nachdem die Kinder abgedampft sind, bestellt Düsentrieb telefonisch ein paar Nieten. Seltsamerweise schmiert das Telefonat ab: Plötzlich versteht Düsentrieb den Mann am anderen Ende der Leitung nicht mehr. Und das Problem dehnt sich aus: Das Radio ist nicht mehr verständlich, Passanten ebensowenig. Kurzentschlossen bricht er auf, das Gerät von den Kindern zurückzuholen. Auf dem Weg gerät er an einen Polizisten, mit dem er aufgrund des Sprachproblems in Streit gerät, weswegen ihm ein Bußgeld auferlegt wird. Dagobert Duck stellt ihm bei einer zufälligen Begegnung den Produzenten von Blubberlutsch vor, für den Düsentrieb einen »Apfelsinen-Motor« bauen soll. Er nennt ihn einen Termin, wann er mit dem Mann bei dem Erfinder vorbeikommt, und wieder versteht Düsentrieb nur Bahnhof. Eine Begegnung mit Daisy, die ihm eine attraktive Freundin vorstellen möchte, gerät ebenfalls zu einem Debakel. Nachdem er bei den Fieselschweiflingen ankommt und das Problem aus der Welt schafft, zeigt sich ihm erst so richtig, was er in der Zwischenzeit unbewusst angerichtet hat: Ihm wurden viele Kisten Nieten geliefert und nicht nur ein paar, den Blubberlutsch-Unternehmer hat er versetzt, und Daisy ist wütend auf ihn. So entschließt er sich zur Flucht.

Die Einschätzung

In dem Moment, in dem auf den ersten beiden Seiten ein Junge vorgestellt wurde, der in einer anderen Sprache als Düsentrieb spricht, und Düsentrieb sich ans Erfinden macht, konnte man im Grunde genommen schon ahnen, wie die Story verlaufen würde. Eigentlich stand nur noch zur Debatte, welcher Protagonist fortan das Verständigungsproblem hatte. Der Comic erwies sich also als wenig überraschend, war aber vom Unterhaltungsfaktor nun auch wieder nicht so schwach, dass er einen Verriss verdient hätte. Dass streckenweise in Wingdings (!) gesprochen wird, ist sogar ziemlich amüsant. Der Schlussgag ist altbacken (und wäre es ein Donald-Duck-Comic gewesen, dann hätte vermutlich ein Wegweiser nach Timbuktu irgendwo herumgestanden), aber er passt zur Geschichte. Das ist also alles ganz okay. Ganz anders als die Zeichnungen, denn die waren zum Teil unter aller Kanone. Insbesondere Düsentrieb selbst sieht in einigen Panels geradezu katastrophal dahingeschmiert aus - beispielhaft sei das größere Bild in der unteren Reihe auf Seite 148 genannt. Alles in allem ist »Der A.u.t.o.m.a.t.« jedenfalls in Ordnung, gelesen haben muss man die Geschichte aber nicht. Eine Mitarbeiterin gab ihr die Note Drei, der Rest entschied sich für eine Vier, so dass wir am Ende bei einer 3,8 herauskamen.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz