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  Die Entenanalyse: Das Wunder von Katapulto
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Seit dem 17. Juli ist das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 509 und dem sprachlich etwas holperig anmutenden Titel »Extrem erfrischen!« erhältlich. Wir lassen es von fünf unserer Mitarbeiter Comic für Comic lesen, und das ist nicht immer ein Zuckerschlecken: Der Auftaktcomic »Sonne, Strand und Schnee« war eine einzige Katastrophe, wie wir euch an dieser Stelle berichteten. Der einzige Vorteil daran war, dass es nun nur noch besser werden konnte.

Das Wunder von Katapulto

Die zweite Geschichte ist gleichzeitig die längste, die in diesem Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurde: Der Dreireiher umfasst 58 Seiten, weswegen er in die beiden Kapitel »Spurlos verschwunden« und »Der Mythos lebt« aufgeteilt wurde. Das Original, das am 26. August 2014 im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt worden war, war ebenfalls gesplittet, hatte damals jedoch keine separaten Untertitel, sondern hieß insgesamt »Topolino e il misterioso caso Amberson«, was zu Deutsch »Micky Maus und der geheimnisvolle Amberson-Fall« bedeutet. In Italien wurde zwischen die beiden Parts ein Dussel-Duck-Einseiter gedruckt, hier im Lustigen Taschenbuch folgte das zweite Kapitel unmittelbar und ohne Unterbrechung dem ersten. Vermutlich haben diese Aufteilungen den Zweck, Comics auch in schmaleren internationalen Publikationen weiterverwenden und über zwei Ausgaben des jeweiligen Buchs bzw. Hefts drucken zu können. Früher wurden längere Geschichten im Lustigen Taschenbuch noch nicht aufgeteilt, jetzt ist es Standard. Geschrieben wurde »Das Wunder von Katapulto« von Carlo Panaro, für die Zeichnungen war Alessia Martusciello zuständig.

Worum geht es?

Micky und Goofy reisen für zwei Wochen in die tropische Stadt Katapulto, um (unter anderem) einen Freund - den berühmten Autor Theophil Timberson - wiederzusehen. Dessen Haus ist jedoch leer. Sie sehen sich darin um, und alles wirkt so, als wäre Theo von einem Moment auf den anderen spurlos verschwunden, ohne dass er es zuvor geplant hatte. Seltsamerweise ist sein Computer geschmolzen. Micky und Goofy nehmen die Katze des Hauses mit, dann beginnen sie, Theo zu suchen.

Spoiler

Da der örtliche Inspektor Kommissar Hunter kennt und dadurch auch weiß, wer Goofy und Micky sind, werden die beiden über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden gehalten. Sie erfahren, dass Theo dreizehn Tage zuvor in der Bücherei war und sich ein Buch über Kulte im alten Griechenland geliehen hat. Die Bibliothekarin erzählte ihnen anschließend, dass sie glaubt, er hätte kurz davorgestanden, das Geheimnis eines rätselhaften Kultes zu entschlüsseln, nämlich den des Sonnengottes Helios. Die emsige Dame interessiert sich selbst für das Thema, und so erfahren sie, dass es an einem »tristen und abgelegenen Ort« ein magisches Portal geben soll, an dem Helios demjenigen, der eine Zauberformel spricht, sein kostbarstes Gut verleiht. Micky und Goofy suchen daraufhin nach einem Ort, auf den die Beschreibung zutrifft, und finden ihn auf einer Insel vor der Küste. Sie wissen allerdings nichts damit anzufangen. Indessen wird ihnen die Katze wieder zurückgegeben, die sie zwischenzeitlich in einem Tierhotel untergebracht hatten. Das Tier entflieht ihnen und rennt zu Theos Grundstück, wo es eine Schriftrolle aus einem hohlen Baum zu Tage befördert. Auf dieser steht die Zauberformel. Inzwischen haben sie von der Bibliothekarin erfahren, dass Helios und Magie nur auf eine Weise in Verbindung stehen: Eine seiner Töchter war eine berühmte Magierin, nämlich Zirze. Wie sich herausstellt, ist eben jene Zirze durch das Portal gekommen, hat Theo in die Katze verwandelt und sich selbst in der Zwischenzeit als Rettungsschwimmerin getarnt. Dort konnte sie am besten Sonnenstrahlen tanken, die sie als Energie für ihr magisches Potenzial braucht. Nun will sie den Spruch von der Schriftrolle aufsagen, um fortan als mächtige Magierin auf der Erde agieren zu können, doch ehe es dazu kommt, wird sie von der Katze attackiert. Zirze verschwindet durch das Portal, und die Katze verwandelt sich in Theo zurück. Goofy und Micky können anschließend endlich richtig Urlaub machen.

Die Einschätzung

Eines kann man auf jeden Fall schon mal sagen: Besser als »Sonne, Strand und Schnee« ist dieser Micky-Maus-Comic definitiv. Um nicht zu sagen: sehr, sehr viel besser. Ein richtig guter Comic ist die Geschichte dann aber trotzdem nicht, und er wirkt vor allem nur deshalb so ordentlich, weil er direkt auf ein richtig mieses Machwerk folgt. Störend ist, dass für 58 Seiten vergleichsweise wenig Spannung geboten wird, denn so richtig brenzlig wird es nicht, und Micky und Goofy ermitteln seitenweise vor sich hin, ohne dass es hitzig wird. Der zweite Störfaktor ist der abrupte Wechsel in die griechische Mytholgie, denn dass es nach ein paar Dutzend Krimi-Seiten plötzlich um Götter und in Katzen verwandelnde Menschen geht, passt nicht so recht zu den ersten zwei Dritteln der Geschichte. Dennoch handelt es sich um eine über weite Strecken unterhaltsame Geschichte. Im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 508 war die damalige Micky-Maus-Geschichte »Wie die Zeit verpufft« der Höhepunkt, wie wir euch an dieser Stelle berichteten. Diese hier hatte Luft nach oben, war aber ideenreich und ordentlich geschrieben. Eine unserer Mitarbeiterinnen gab ihr die Schulnote Zwei, drei von uns entschieden sich für eine Drei, und einer für eine Vier, was summa summarum die Durchschnittsnote 3,0 ergab.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz