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  Die Entenanalyse: Das Weltaurant
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Am 29. März ist das 557. Lustige Taschenbuch erschienen und tritt den Versuch an, den dürftigen vorausgegangenen Band vergessen zu machen. »Spaß im Looping« heißt das gute Stück, und wir lassen es wie gewohnt von fünf Mitarbeitern lesen. Mit der Titelgeschichte hatten sie gestern losgelegt. Es handelte sich um einen mäßigen Einstand, der in einer Parallelwelt spielt und den seit Jahren anhaltenden Superhelden-Trend bedienen sollte, ohne dabei zu zünden. Unsere Besprechung findet ihr an dieser Stelle. Eure bisherige Meinung (Schulnote 3,84) deckt sich fast 1:1 mit der unseren (3,8). Mit Dagobert Duck, Gitta Gans und Klaas Klever geht es nun weiter.

Das Weltaurant

Der Comic hat noch nicht einmal ein Jahr auf dem Buckel: Am 19. Mai 2021 wurde er in der damaligen »Topolino«-Ausgabe in Italien erstmals veröffentlicht. Der 24 Seiten lange Dreireiher hieß damals »Brigitta e l'affarone del pappa mondo«, was man mit »Gitta Gans und das Welt-Essen-Geschäft« übersetzen kann ... krummer als der offizielle deutsche Titel klänge das auch nicht. Augusto Macchetto schrieb die »Story« des Comics, Valerio Held steuerte die Bilder dabei.

Worum geht es?

Nach drei rätselhaften belanglosen Seiten, auf denen Gitta Gans ihre Handy-App-Kenntnisse Daisy Duck vorführt, erlebt man Dagobert Duck beim Klagen darüber, dass seine Restaurants kaum noch Umsatz machen. Baptist vermutet, es länge an der fehlenden Kreativität der Einrichtungen, weswegen ein Wettbewerb ins Leben gerufen wird, dem reichsten Erpel der Welt eine gute neue Restaurantidee zu liefern.

Spoiler

Nur eine einzige Bewerberin nimmt an dem Wettbewerb teil, nämlich Gitta. Kein Wunder: Der Preis für den Gewinn ist lediglich ein gemeinsames Abendessen mit Dagobert Duck. Gittas Vorschlag ist ein sich drehendes Restaurant in der Form einer Weltkugel, in dem man Spezialitäten aus allen Herren Ländern speisen kann. Auch wenn der Einfall von Gitta stammt, befindet ihn Dagobert für gut und setzt ihn in die Realität um. Das dabei entstandene »Weltaurant« entwickelt sich schnell zu einem Publikumsmagneten. Die Restaurants von Klaas Klever laufen fortan immer schlechter, aber er hat schon eine eigene Idee parat: das »Landaurant«. Bei ihm wird direkt vor Ort beim Erzeuger gegessen, die Tische befinden sich demnach direkt auf den Gemüsefeldern. Mit seiner frischen Kost trifft Klever genau das Mark der Zeit, und so gehen Dagobert die gerade gewonnenen Gäste gleich wieder flöten. Gitta hat glücklicherweise gleich die nächste Idee: das »Biokal«. Analog zum Weltaurant wird eine weitere riesige Kugel gebaut. In ihr werden alle Klimazonen der Erde simuliert, und so können alle Lebensmittel der Welt frisch hergestellt und das Weltaurant mit Frischware beliefert werden. Klaas Klever ist damit aus dem Geschäft gedrängt, und Gitta fordert ihren Wettbewerbspreis ein ... und zwar in Form von Abendessen in jeder Ecke des Weltaurants. Dagobert flüchtet.

Die Einschätzung

Gleich auf der ersten Seite des Comics erwähnt Gitta Gans, Napoleon sei »ein Netter« gewesen. Dass ausgerechnet in diesen Zeiten ein Kriegsverbrecher, der andere Länder überfallen hat und einmarschiert ist, als »ein Netter« bezeichnet wird, ist hundsmiserables Timing ... mal davon abgesehen, dass sich eine solche Nonsens-Sprechblase mit ein wenig gesundem Menschenverstand auch außerhalb von Kriegszeiten verbieten sollte. Nebenbei: Die ersten Seiten des Comics sind schier überflüssig und tragen nichts zu dem Comic bei, sondern wirken so, als habe man noch ein paar Extraseiten füllen müssen, ohne dass man einen Einfall hatte, wie dies zum Rest des Ganzen passen könnte.

Davon mal abgesehen mangelt es dem Comic irgendwie an einer richtigen Storyline. Von einem richtigen Wettstreit zwischen Dagobert und Klaas Klever kann hier nicht die Rede sein - Dagobert lässt sein Restaurant bauen und wird erfolgreich, Klever ist in einem kurzen Zwischenspiel (auf anständige Weise) vorübergehend erfolgreich, und dann macht ihm die nächste Idee alles zunichte. Keine Spannung, keine ernsthafte Rivalität ... kein Wunder, Klever kommt hier gerade einmal auf einem Fünftel der Seiten vor. Er macht noch nicht mal etwas Böses, das ihn als den Strolch der Geschichte dargestellt hätte. Warum soll man sich darüber freuen, dass Dagobert den funktionierenden Bio-Bauernhof seines Gegners ausbootet? Es wurde noch nicht einmal die Gelegenheit genutzt, in das »Weltaurant« hineinzublicken und ein paar beeindruckende Bilder abzuliefern.

Sorry, aber das war einfach nix. Von zwei Mitarbeitern gab es für den Comic trotzdem die Note Vier, der Rest vergab eine Fünf. Damit landeten wir hier im Schnitt bei der Schulnote 4,6.


Wie fandet ihr "Das Weltaurant"?
1
 
 123 (33,3%)
Schulnote 6
2
 
 96 (26,0%)
Schulnote 5
3
 
 55 (14,9%)
Schulnote 4
4
 
 48 (13,0%)
Schulnote 3
5
 
 32 (8,7%)
Schulnote 1
6
 
 15 (4,1%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 369 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz