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  Die Entenanalyse: Das Verkaufstalent
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Ein wenig schleppend mühen wir uns durch das 558. Lustige Taschenbuch, das seit dem 26. April im Handel ist und »Das Zeitportal« heißt. Zwar gab es schon zwei anständige Geschichten, denen unsere Testleser begegnet sind, ihnen kam jedoch auch jede Menge anstrengender Storys in die Quere. So auch die zuletzt von uns betrachtete Geschichte »Reale virtuelle Realität«, die ein streckenweise regelrecht peinlicher Anbiederungsversuch an eine möglichst junge Leserschaft war und unterhaltungstechnisch auf der ganzen Linie versagte, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Wir hatten vor Schreck vergessen, die zugehörige Userumfrage zu starten, inzwischen könnt ihr das Machwerk bewerten. Im Lustigen Taschenbuch folgte ein Sechsseiter rund um einen Bibliotheksbesuch Daniel Düsentriebs, den wir aufgrund seiner Kürze nicht näher betrachten. Stattdessen geht es hier nun mit Dolly Duck weiter.

Das Verkaufstalent

Vor etwas mehr als drei Jahren wurde dieser Comic unter dem Titel »Paperetta, Paperoga e l'improponibile Grumby« im italienischen »Topolino«-Magazin veröffentlicht. Übersetzt bedeutet der Name »Dolly Duck, Dussel Duck und der unpraktische Sousi«. Im Original ist das Ganze Teil der Reihe »Paperopoli Film Festival«, die hierzulande offenbar »Tag der offenen Tür« heißen soll. Der dreißig Seiten lange Comic wurde von Giulio D'Antona und Isabella Ragonese ersonnen und von Vitale Mangiatordi in Bilder gegossen.

Worum geht es?

Dolly Duck hat an der Entenhausener Universität ihr Diplom als »Verkäuferin für Telemarketing und Telematik« gemacht ... weshalb auch immer man dafür eine Universität besuchen soll. Quintessenz ihres Studienganges ist, dass sich alles verkaufen lässt, wenn man es nur richtig anstellt. Das führt zu einer unerwarteten Geschäftsbeziehung mit dem reichsten Erpel der Welt.

Spoiler

Da Klaas Klever ein extrem beliebtes Thermomix-Äquivalent namens »KüchenStar« hat entwickeln lassen, hat Dagobert Duck nachgezogen und seine eigene Küchenmaschine entwerfen lassen. »Sousi« ist ein technisches Meisterwerk, allerdings ist es so funktionsreich, dass es eine kiloschwere Bedigungsanleitung benötigt und für Otto Normalnutzer praktisch nicht nutzbar ist. Dolly Duck verspricht, die produzierten Einheiten dennoch an den Mann zu bringen. Da sich keine Möglichkeit finden lässt, mit Logik zum Ziel zu kommen, wird ihr ein zweiter Duck als Kollege an die Seite gestellt, der sich mit dem Gegenteil von Logik auskennt: Dussel Duck. Dieser inspiriert Dolly tatsächlich zur richtigen Verkaufsstrategie: Sie verscherbelt »Sousi« an all diejenigen, die gerne knifflige Rätsel lösen. Alle Einheiten werden verkauft, doch dann stellt sich heraus, dass »Sousi« mit der Zeit arrogant wird und sich weigert, Anweisungen auszuführen. Dolly und Dussel sollen daher alle »Sousis« zurückholen, ehe es Schadenersatzforderungen hagelt. Das schaffen die beiden, indem sie die Käufer nacheinander auf unterschiedliche Weise überlisten. An einem - Richard, der offenbar ein Bekannter von Dolly ist - beißen sie sich die Zähne aus, bis Dolly ihm verrät, dass sich das Gerät bisweilen wie ein eigensinniger Chefkoch verhält. Richard kommt dadurch auf die Idee, ein automatisiertes Restaurant zu eröffnen und die »Sousis« dort einzusetzen. Das Restaurant wird zu einem großen Erfolg.

Die Einschätzung

In unserem letzten Artikel schrieben wir noch, dass dieser Band scheinbar nur »gut« und »schlecht« kennt, aber nichts dazwischen. »Das Verkaufstalent« straft uns Lügen, denn das hier ist geradezu ein Musterbeispiel für eine Geschichte, die man nicht unbedingt gelesen haben muss, bei der es aber auch nicht schadet, wenn man ein paar Minütchen in sie investiert. Vermutlich hätte sie sogar noch ein Stück stärker sein können, wenn man statt - der in ihren gelegentlichen deutschsprachigen Gastspielen manchmal farblosen, manchmal nervigen - Dolly Duck eine »klassischere« Figur eingesetzt hätte. So ist es eine nette kleine Story für zwischendurch, die man nicht lange in Erinnerung behalten wird. Sie schrammt immer knapp daran vorbei, zu überdrehen, und langweilig wird sie auch nicht. Ein wenig seltsam ist, dass das titelgebende »Verkaufstalent« am Ende nicht für die eigentliche Auflösung sorgt, sondern eine (offenbar) unbedeutende Nebenfigur. Aber schlimm ist das auch nicht, denn letztlich ist dies hier nicht mehr als eine harmlose Gagstory, die gar nicht ernst genommen werden will. Auf zu viel Dussel-Duck-Slapstick wurde glücklicherweise ebenfalls verzichtet. So kam es, dass sich am Ende einer unserer Mitarbeiter für die Note Zwei entschied, während sich jeweils zwei unserer Testleser auf die Noten Drei und Vier festlegten. Im Schnitt ergab dies die Schulnote 3,2.


Wie fandet ihr "Das Verkaufstalent"?
1
 
 126 (30,7%)
Schulnote 5
2
 
 82 (20,0%)
Schulnote 4
3
 
 69 (16,8%)
Schulnote 6
4
 
 61 (14,8%)
Schulnote 1
5
 
 51 (12,4%)
Schulnote 3
6
 
 22 (5,4%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 411 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz