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  Die Entenanalyse: Das Schurken-Horoskop
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Seit gestern besprechen wir hier nach und nach die Comics, die im 549. Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurden. Dieses ist am 17. August erschienen und trägt den Titel »Unter Dinos«. Mit der Titelgeschichte hatten wir begonnen, und obgleich diese ein etwas angestaubtes Thema zur Grundlage hatte - Dinosaurier, die auf einer abgeschiedenen Insel überlebt haben -, erwies sie sich als besser, als wir es vorher vermutet hätten. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr seid interessanterweise deutlich kritischer: Während wir im Schnitt die Schulnote 2,6 vergeben haben, ist der Zwischenstand eurer Abstimmung bisher die Note 3,74. Mit dem ersten von zwei Micky-Maus-Comics in diesem Band ging es weiter.

Das Schurken-Horoskop

Es handelt sich um einen recht aktuellen Comic, denn er ist noch nicht einmal ein Jahr alt. Am 9. Dezember des letzten Jahres wurde der 33 Seiten lange Dreireiher erstmals im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. Er stammt aus der Feder von Casty, und dieser schrieb nicht nur den Plot, er setzte ihn auch selbst zeichnerisch um. Der Originaltitel lautete »Topolino e la logica astrologica«, was »Micky Maus und die astrologische Logik« bedeutet, was auf Deutsch natürlich nicht ganz so viel Flow hat, da Sterndeutung hierzulande nun mal nicht »Astrologik« heißt. Bei I.N.D.U.C.K.S. zählt »Das Schurken-Horoskop« zu den zehn Prozent der am besten bewerteten Disney-Comics aller Zeiten und ist laut den dortigen Wertungen nach »Superheld oder Superschurke?« die zweitbeste Geschichte in diesem Lustigen Taschenbuch.

Worum geht es?

Trudi ist unter die Wahrsagerinnen gegangen. Was sie aus den Sternen herausliest, erweist sich als überraschend präzise. Sie und Kater Karlo fangen daraufhin an, aus den Vorhersagen des jeweils kommenden Tages die vielversprechendsten Fischzüge abzuleiten, und tatsächlich starten sie so eine Serie an erfolgreichen Verbrechen.

Spoiler

Da die Sternzeichen des Wassermanns und der Fische für Karlo günstig stehen, versucht er sich als Taschendieb im Entenhausener Aquarium, und er erbeutet viele Geldbörsen. Als ihm eine gewinnbringende Begegnung mit einem Schützen prognostiziert wird, überfällt er einen Werttransporter der Firma Schütze ... und hat Erfolg. Als ihm gesagt wird, dass ihm »der Löwe zulächelt«, raubt er die Kasse des Zoos aus. Minnie Maus, die sich ebenfalls für Astrologie interessiert, erkennt den Zusammenhang zwischen Karlos Verbrechen und seinen Horoskopen und teilt dies Micky mit. Der ist skeptisch, doch als es Karlo gelingt, bei einer Preisverleihung den »goldenen Merkur« zu stehlen, wird er überzeugt. Als er sich deswegen an die Entenhausener Polizei wendet, wird er jedoch nur von Inspektor Issel und dessen Kollegen ausgelacht. So gelingt Karlo auf einem Konzert der »Zwillinge« der nächste Coup, obwohl Micky vor Ort ist, da ihm die Unterstützung der Polizei fehlt. Am Freitag, dem 13., soll Karlo schließlich noch mehr Reichtum erringen als je zuvor, während Micky ein wahrer Pechtag vorhergesagt wird. Es kommt zu einer Stafette an Verbrechen, bei der es Micky immer wieder misslingt, Karlo zu stoppen. Dieser scheint jedoch auch nicht das allergrößte Glück zu haben, denn alles, was er erbeutet, geht ihm wenige Minuten später wieder durch die Lappen. Dann zeigt sich jedoch, dass all diese Verluste einen astrologischen Sinn hatten: Karlo sollte dadurch zum größtmöglichen Gewinn geführt werden. Er ergattert den Schlüssel eines Schließfachs, in dem sich Berge voller Taler befinden. Das Glück ist ihm jedoch nicht lange hold: Kommissar Hunter und andere Polizisten sind zur Stelle und verhaften ihn. Karlo hatte übersehen, dass es inzwischen Mitternacht geworden war, so dass sein Erfolgstag vorbei war, und der 14. erwies sich als ausgemachter Pechtag für ihn.

Die Einschätzung

Für Fans von Micky Maus dürfte die Geschichte ein gewisses Manko haben: Obwohl es sich um einen Micky-Comic handelt, ist Mickys Wirken darin eigentlich nur Staffage, einen richtigen Nutzen hat er gar nicht. Dass Karlo am Ende geschnappt wird, liegt einzig daran, dass Kommissar Hunter herausgefunden hatte, wo die Beute eines Bankraubs gebunkert wurde ... nämlich in dem Schließfach. Weder hatte Karlo bis dahin etwas mit dem Bankraub zu tun, noch wird schlüssig erklärt, wie Hunter das Geldversteck fand, und wieso er es für sinnvoll hielt, sich innerhalb des Schließfaches in Geldsäcken zu verstecken, ohne zu wissen, dass an exakt diesem Abend jemand auftauchen würde. Micky Maus bleibt indessen eine passive Nebenfigur, die Hunter nur beglückwünschen kann.

Sieht man einmal davon ab, so ist »Das Schurken-Horoskop« aber doch eine durchaus ordentliche Geschichte, die vor allem davon profitiert, dass sie sich von den üblichen Aufeinandertreffen von Micky Maus und Kater Karlo abhebt. Einerseits wegen des astrologischen Aspektes, andererseits aber auch dadurch, dass nicht Karlo und Micky die Regeln ihrer Hatz vorgeben, sondern eher Minnie und Trudi, die ihre Partner lenken. Wie die einzelnen Horoskope in Verbrechen uminterpretiert wurden, ist kreativ und teilweise amüsant, und die meisten eingebauten Gags funktionieren auch. Dass »Das Schurken-Horoskop« bei I.N.D.U.C.K.S. derart gut abschneidet, erscheint uns trotzdem ein wenig übertrieben. Am Ende entschied sich einer unserer Mitarbeiter für die Note Zwei, die anderen vier vergaben die Note Drei, so dass wir hier im Schnitt bei einer 2,8 landeten.


Wie fandet ihr "Das Schurken-Horoskop"?
1
 
 105 (24,6%)
Schulnote 4
2
 
 102 (23,9%)
Schulnote 3
3
 
 98 (23,0%)
Schulnote 5
4
 
 54 (12,6%)
Schulnote 2
5
 
 45 (10,5%)
Schulnote 6
6
 
 23 (5,4%)
Schulnote 1
An der Umfrage haben 427 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz