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  Die Entenanalyse: Das Schlaue Buch in Gefahr
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Vor einigen Wochen haben wir an dieser Stelle die Comics des 517. Lustigen Taschenbuchs besprochen. Leider machte »Gute Besserung!« seinem Namen keine große Ehre, denn im Vergleich zum vorausgegangenen Band war darin keine Besserung zu erkennen, und wir fühlten uns nicht sonderlich gut unterhalten. Eine Übersicht der damaligen Besprechungen findet ihr an dieser Stelle. Seit dem 26. März ist nun eine neue Ausgabe im Handel, und auch diese haben wir von einem Quintett an Mitarbeitern Comic für Comic lesen lassen. Hier geht es jetzt mit der ersten Geschichte los, und die heißt - genau wie der ganze Band - »Das Schlaue Buch in Gefahr«.

Das Schlaue Buch in Gefahr

Die Titelgeschichte ist gleichzeitig der einzige Comic dieses Bandes, der speziell für das Lustige Taschenbuch und seine anderen europäischen Ableger verfasst wurde. Der Rest entstammt dem italienischen Wochenmagazin »Topolino«, hinzu kommt ein Comic aus dem italienischen Phantomias-Magazin »Paperinik«. Verfasst wurde sie anlässlich des 65. Geburtstags des Schlauen Buches, das erstmals in dem Carl-Barks-Comic »Der verlorene Zehner« auftauchte, der im März 1954 als »The Secret of Atlantis« herausgegeben wurde. »Das Schlaue Buch in Gefahr« ist ein dreißig Seiten lange Dreireiher, der von Gorm Transgaard ersonnen und von Flemming Andersen geschrieben wurde. Der dänische Originaltitel lautet »Én chance til«, zu Deutsch »Eine weitere Chance«.

Worum geht es?

Wie auch in der Realität, so feiert das Schlaue Buch auch im Comic Geburtstag. Zu diesem Anlass veranstalten die Fieselschweiflinge eine Ausstellung, bei der das Originalbuch zur Schau gestellt wird. Sobald diese vorüber ist, soll dann ein Weg gefunden werden, das Vereinsheim zu renovieren. Dazu kommt es jedoch nicht: Noch ehe die Ausstellung öffnet, taucht ein mysteriöses Flugobjekt über dem Ausstellungsgebäude auf. Der Pilot schneidet sich durch die Decke des Raums, raubt das Schlaue Buch und fliegt davon.

Spoiler

Tick, Trick und Track sowie Fieselschweif-Nachwuchshund Spurobold Junior werden mit der Aufgabe betraut, den Dieb zu finden. Mit Hilfe eines Fluglotsen bringen sie in Erfahrung, dass das mysteriöse Flugobjekt zu einer Insel nördlich der Bucht von Entenhausen geflogen ist. Die Fieselschweiflinge rudern dorthin. Kaum sind sie angekommen, werden sie von Robotern attackiert. Sie entkommen ihnen und stoßen auf ihrem weiteren Weg auf eine Zugbrücke, die durch einen Knoten gesichert ist, den man nur kennen kann, wenn man selbst beim Fähnlein ist (oder war). Hinter der Brücke steht ein futuristisches Gebäude. Darin befindet sich ein kleiner Mann, nämlich der Erfinder der Roboter. Mit Hilfe seiner elektronischen Gehilfen werden Tick, Trick und Track festgesetzt. Der Mann entpuppt sich als der Dieb des Schlauen Buches. Er war einst als Kind vom Fähnlein enttäuscht und rausgeworfen worden. Insgeheim scheint sein Herz aber noch immer für die Pfadfinder zu schlagen, wie die Verwendung des Knotens beweist. Tick, Trick und Track lösen einen Alarm aus, durch den der Oberstwaldwebel in Kenntnis gesetzt wird, wo sie sind. Er kommt mit einem Hubschrauber angeflogen, der durch das Abwehrsystem der Insel zum Absturz gebracht wird. Tick, Trick und Track bringen den kleinen Erfinder dazu, den Oberstwaldwebel zu retten. Dafür wird der Erfinder mit dem purpurfarbenen Pentagramm am Bande mit Bommel ausgezeichnet, einer Ehrung, die er sich einst als Kind gewünscht hatte. Tick, Trick und Track verheimlichen, dass er in Wirklichkeit der Dieb des Buches ist, da er sich nun geläutert gibt. Das Schlaue Buch gelangt zurück an seinen Platz, und der Erfinder spendiert großzügig ein neues Vereinsheim und einen neuen Helikopter.

Die Einschätzung

Nun ja. Es gab in diesem Comic schon gewisse Absurditäten, die sich einfach nicht leungnen lassen. Dass der Pfadfinderverein es sich nicht leisten kann, das eigene Vereinsheim vor dem Verfall zu retten, gleichzeitig aber über einen eigenen Hubschrauber verfügt, mit dem der Waldwebel offenbar auf Abruf herumdüsen kann, ist beispielsweise ... nun, sagen wir mal: skurril. Dass sich der Dieb des Schlauen Buches durch ein paar Worte läutern lässt und vom heftigen Bekämpfer des Fähnleins zu dessen heimlichen Mäzen verwandeln lässt, der mal eben ein paar Millionen für die Truppe springen lässt, ist ebenfalls nicht glaubhaft rübergebracht worden. Und überhaupt: Das Motiv der Insel, die von einem kriminellen Genie beherrscht wird, gab es schon x-Mal in Disney-Comics, dass dann auch noch Roboter & Co. im Einsatz sind, wirkt auf Krampf so geschrieben, dass kleine Jungs beim Lesen Aha-Momente bekommen sollen. Das wirkt alles ziemlich unausgegoren. Vermutlich ist es nicht einfach, eine Geburtstagsgeschichte für ein Buch zu schreiben, aber unserer Meinung nach wäre es angemessener gewesen, wenn es irgendeine klassische Fähnlein-Fieselschweif-Story gegeben hätte, in der Informationen aus dem Schlauen Buch die Lösung eines Problems herbeigeführt hätten. So ist dieser Einstieg in das neue Lustige Taschenbuch unserer Meinung nach eher mäßig gewesen. Am Ende entschieden sich vier unserer Mitarbeiter für die Note Vier, eine Helferin vergab gar die Note Fünf. Summa summarum landeten wir dadurch beim Durchschnittswert 4,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz